TSC-Trainer Nadir Kocapinar: „Kontaktloses Training ist völliger Quatsch!“

dzFußball

Die Trainer der Kamener A-Kreisligisten sind skeptisch, was die Fortsetzung des Meisterschaftsbetriebs angeht. Aber auch von einem kontaktlosen Training halten sie nicht wirklich viel.

von Ulrich Eckei

Kamen

, 22.10.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das bestätigten die Vereinsvertreter jetzt auf Anfrage unserer Sportredaktion. Alle hoffen auf eine vernünftige Lösung im Sinne aller Vereine.

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Bernd Schimanski, Geschäftsführer Kamener SC: „Es ist schade, dass aktuell eine Pause herrscht, da wir gut in Schwung waren. Die Infektionszahlen sind zwar hochgegangen, doch ich glaube, dass die Ansteckungsgefahr auf den Sportplätzen nur sehr minimal ist. Das Hygienekonzept im Bereich Kamen ist hervorragend. Vielleicht hätte man weiterspielen sollen mit einer Verringerung der Zuschauerzahlen. Unsere Spieler halten sich mit Waldläufen fit. Die Sportanlage bleibt bis zum 25. Oktober 2020 geschlossen, wir werden kein kontaktloses Training anbieten.“

Christoph Golombek, Trainer BSV Heeren: „Grundsätzlich habe ich Verständnis für diese Maßnahme. Allerdings bin ich doch ziemlich verwundert, dass wieder Handball gespielt werden darf. Die Ansteckungsgefahr ist aus meiner Sicht in geschlossenen Räumen viel größer. Training und Meisterschaftsspiele ohne Kabinenbenutzung und Duschen halte ich auch für nicht sinnvoll. Wir müssen abwarten, wie sich die Zahlen entwickeln. Ich bin recht skeptisch, was die Fortführung des Ligabetriebs angeht. Wir werden in kleinen Gruppen Waldläufe durchführen, der Vorstand hat unsere Anlage bis zum 25. Oktober komplett gesperrt.“

„Vielleicht sollte man wie in Kamen für alle Zuschauer Maskenpflicht einführen.“
Patrick Linnemann, Trainer SuS Kaiserau II

Alexander Hennig, Trainer VfL Kamen II: „Der Kreis Unna hat richtig entschieden. Es wäre allerdings wünschenswert, wenn andere Kreise mit ähnlich hohen Zahlen nachziehen wie zum Beispiel Hamm und Dortmund. Wir werden kein kontaktloses Training durchführen und erst einmal abwarten, ob und wann es letztendlich weitergehen wird.“

Patrick Linnemann, Trainer SuS Kaiserau II: Gesundheit ist sicherlich das Wichtigste. Ich hätte mir aber gewünscht, dass man nicht sofort alle Spiele im Kreis Unna absagt. Vielleicht sollte man, ähnlich wie in Kamen, auf der Sportanlage für alle Zuschauer Maskenpflicht einführen. Richtig wäre es vielleicht auch gewesen, wenn man in allen Kreisen in NRW eine Unterbrechung eingeführt hätte, denn so herrscht aktuell natürlich Wettbewerbsverzerrung. Wir werden uns in dieser Woche darüber beraten, ob wir ein kontaktloses Training anbieten. Dazu müssen die Infektionszahlen natürlich sinken, denn sonst macht es keinen Sinn. Ich glaube auch nicht an eine Fortführung ab dem 31. Oktober 2020. Vielleicht sollte man komplett bis Ende November 2020 pausieren, dann eine Bestandsaufnahme durchführen und ab Dezember 2020 die Saison durchziehen, wenn die Zahlen es dann erlauben.“

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Nadir Kocapinar, Trainer des TSC Kamen II: „Ich finde, es müssen alle am gleichen Strang ziehen - egal ob in Unna, Hamm oder Dortmund. Uns hat es jetzt coronamäßig auch getroffen. Ich glaube, es ist besser bis Ende dieses Jahres alles abzusagen und ab Januar 2021 weiterzuspielen. Die Gesundheit geht vor und unter den aktuellen Umständen sollte der Fußball nicht ganz oben stehen. Kontaktloses Training ist völliger Quatsch, dann sollen die Spieler lieber Privatläufe vornehmen. Entweder vernünftig trainieren oder gar nicht. Ich hoffe, man findet eine vernünftige Lösung, um den Meisterschaftsbetrieb ordnungsgemäß zu Ende zu bringen. Allerdings ist das nicht so einfach, wie manche Leute meinen.“

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