Trainer Tuncay Sönmez vom TSC Kamen im Interview: „Ich traue uns alles zu“

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Trainer Tuncay Sönmez und der TSC Kamen - das ist seit Jahren eine Erfolgsgeschichte. Mehrfach wurden Trainer und Mannschaft Meister. Diese Saison bietet sich die letzte Chance auf den Aufstieg.

von Ulrich Eckei

Kreis Unna

, 04.12.2019, 12:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Durch das 0:0 am vergangenen Sonntag gegen SSV Mühlhausen II hat der TSC Kamen die Spitzenposition eingebüßt und rangiert aktuell einen Zähler hinter dem neuen Tabellenführer Königsborner SV.

Im Interview mit unserer Sportredaktion spricht TSC-Trainer Tuncay Sönmez über die teils schwierigen Bedingungen, mit denen er zu kämpfen hat, das Fehlen von Tutku Tekkanat und den Wechsel des talentierten Cihad Kücükyagci zum Rivalen Königsborner SV.

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? Wie bewerten Sie die Leistungen Ihrer Mannschaft nach 16 Spieltagen?

Ich kann mich nur bei jedem Spieler meiner Mannschaft für die gezeigten Leistungen bedanken. Wir haben bisher 13 Siege und drei Unentschieden erreicht, das ist schon eine stolze Bilanz. Ich hatte in der vergangenen Saison schon gedacht, dass wir mit zu vielen Verletzungen überhäuft wurden. Aber in diesem ersten Halbjahr ist es noch übertroffen worden. Die ersten sechs Begegnungen mussten wir ohne Engin Duman auskommen, dann verletzte sich Tutku Tekkanat am zweiten Spieltag in Königsborn so schwer, dass er bisher keine weitere Partie bestreiten konnte. Dazu kommen die verletzungsbedingten ausfälle von Islam Kücükyagci, Kenan Özkan, Deniz Malik Celiktas, Cihad Kücükyagci, Deniz Akyol, Semih Celik und Oguzhan Yilmaz. Dies alles musste das Team wegstecken und kompensieren. Das haben meine Akteure mit sehr viel Leidenschaft geschafft. Teilweise sind sogar angeschlagene Spieler aufgelaufen, um sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Ich ziehe den Hut vor denen, das sind alles hervorragende Jungs.

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Kamener SC - RW Unna 6:3

01.12.2019
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Kamener SC - RW Unna 6:3© Neumann
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KSC-Jubel nach dem frühen 1:0 durch Jan Jacob

Foto: M. Neumann© Neumann

? Warum haben trotz riesiger personeller Probleme nur Akteure aus der fünften Mannschaft und den A-Junioren auf der Auswechselbank Platz genommen?

Normalerweise ist die Reserve der Unterbau der ersten Mannschaft. Die Trainer wollten mich auch immer unterstützen, doch außer Yasin Gider hatte kein Akteur Interesse, bei uns aufzulaufen. Mich ärgert das natürlich sehr, doch mir sind die Hände gebunden. Leider hat sich unser Vorstand da nicht eingeschaltet. Vergangenen Sonntag soll ich sogar Schuld daran gewesen sein, dass die Reserve nur 2:2 gegen den SuS Lünern gespielt hat. Da ich nur elf Akteure zur Verfügung hatte, habe ich Yasin Gider bei der Zweiten auswechseln lassen, damit er bei uns eingesetzt werden kann. Da wurde ich von einigen Spielern aus diesem Team ausgemeckert. Das Fell bei einem Coach des TSC Kamen muss schon brutal dick sein, denn auf unserem Sportgelände haben wir nur Trainer, die alles besser wissen.

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? Cihad Kücükyagci wechselte im Sommer dieses Jahres vom Kamener SC zum TSC Kamen. Aufgrund einer Verletzung nahm er aber an keiner Begegnung des TSC teil. Nun hat er sich dem Königsborner SV angeschlossen und am vergangenen Sonntag bereits die ersten Partie für seinen neuen Verein bestritten. Wie beurteilen Sie das?

Das will ich nicht beurteilen, das sollen andere Personen machen. Ich habe ihn vor drei Wochen gefragt, ob er sich aufgrund unserer enormen personellen Probleme eventuell eine halbe Stunde zur Verfügung stellen kann. Er hatte vorher schon einige Male bei uns wieder trainiert. Doch er meinte, er habe noch große Schmerzen. Jetzt lese ich, dass er für den KSV in Wethmar aufgelaufen ist und sofort einen Treffer erzielt hat. Ich kann ihm für die Zukunft einfach nur alles Gute wünschen. Schade finde ich nur, dass er vorher nicht mit mir bezüglich eines anstehenden Wechsels gesprochen hat. Seine Brüder haben sich da wesentlich anders verhalten, denn sie sind oftmals trotz Verletzungen bei uns aufgelaufen.

Trainer Tuncay Sönmez vom TSC Kamen im Interview: „Ich traue uns alles zu“

© Awa

? Ist beim TSC Kamen in der Winterpause mit weiteren Abgängen oder Zugängen zu rechnen?

Eigentlich nicht mehr. Doch man kann nie wissen, was noch so kommt. Im Winter sind die Ablösesummen frei verhandelbar. Von daher glaube ich schon, dass alle Spieler bleiben werden. Außer man hat bisher in unserem Kader noch kein Spiel für den TSC bestritten. Zugänge sind natürlich auch schwierig, da es beim TSC finanziell nicht zu stemmen ist.

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? Was trauen Sie Ihrer Mannschaft in der Rückrunde zu?

Wer so viele Verletzungen kompensieren kann wie wir, dem traue ich alles zu. Wir wissen, dass sich der Königsborner SV und SuS Oberaden noch verstärken werden. Wir wissen aber auch, was wir können, wenn alle Akteure fit sind. In dieser Liga können viele Teams guten Fußball spielen, da werden die Topteams auch noch Punkte liegenlassen. Wer mir allerdings am meisten fehlt, ist Tutku Tekkanat - einer der besten Spieler in dieser Liga. Sein absoluter Siegeswille, sein brutales Spiel der Bälle auf die Stürmer, das fehlt mir einfach. Aber er wird nach seiner Verletzung noch stärker zurückkommen, da bin ich mir sicher.

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? Welche Teams werden um den Titel spielen?

Königsborner SV, SuS Oberaden und der TSC Kamen.

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FC TuRa Bergkamen - SuS Oberaden 2:3

01.12.2019
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TuRa Bergkamen - SuS Oberaden 2:3© Palschinski
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TuRa Bergkamen - SuS Oberaden 2:3© Palschinski
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? Wie wird Ihre weitere Trainertätigkeit aussehen? Ist mit einer Verlängerung beim TSC Kamen zu rechnen?

Ich bin jetzt seit sechs Jahren als Trainer beim TSC Kamen tätig. Das war bisher eine erfolgreiche Zeit mit Meisterschaften und sehr guten Platzierungen. Natürlich wäre ich gerne mit meinem Team aufgestiegen, aber bisher haben wir es leider nicht geschafft. Ich habe der Mannschaft vor einem Monat gesagt, dass ich zum Ende dieser Saison definitiv aufhören werde. Es ist schwierig beim TSC Kamen, leider gibt es zu wenig Unterstützung. Mein Bruder Oktay macht sehr, sehr viel, aus meiner Sicht sogar zu viel. Es gibt nur sehr wenige Personen, die helfen. Da sind Thomas Kock, Mehmet Firat und Arsol Selcuk zu nennen. Der TSC muss jetzt zusehen, dass man diese Spieler hält, denn denen gehört die Zukunft. Ein Trainerproblem wird es beim TSC nicht geben, denn sogenannte Trainer gibt es genügend auf dem Sportgelände.

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