Tischtennis: Die Strukturreform verschärft den Abstiegskampf

dzTischtennis

Die NRW-Ligisten TTF Bönen und GSV Fröndenberg setzen sich den Klassenerhalt zum Ziel. Das wird nicht leicht, denn vier Teams müssen zittern.

von Horst Reinecke

Kreis Unna

, 15.08.2019, 15:23 Uhr / Lesedauer: 3 min

Seit Mitte April ruhte der kleine, weiße Ball im Ligaspielbetrieb: Sommerpause! Am 31. August geht´s wieder los. Mit sieben überregionalen Teams ist der heimische Kreis hervorragend aufgestellt. Nach dem Wiederaufstieg der Damen und Herren der TTF Bönen repräsentieren sie mit den Herren des GSV Fröndenberg als ranghöchste Teams den heimischen Kreis in der Nordrhein-Westfalen-Liga (NRW-Liga). Was hat sich in den Teams getan? Die Sportredaktion unserer Zeitung fragte zunächst bei den NRW- und Verbandsligisten nach.

TTF Bönen

Im Rahmen der letzten Stufe der Strukturreform des Westdeutschen Tischtennisverbandes (WTTV) wird die Anzahl der Herren-NRW-Ligen von drei auf zwei verringert. „Aufgrund des vermehrten Abstieges nach dieser Reform (zwei Direktabsteiger/zwei Teams müssen in die Abstiegs-Relegation) wollen wir uns als Aufsteiger möglichst aus dem Abstiegskampf heraushalten. Mit Numan Yagci (BW Annen) für das obere Paarkreuz und Theo Velmerig (Rhynern) für das Schlusspaarkreuz haben wir uns dafür gut verstärkt. In der sehr ausgeglichenen Liga wird Arminia Ochtrup als Favorit gehandelt. Danach ist vieles möglich. Platz fünf bis sieben sehe ich als realistisches Ziel für unser Sextett. Mit unseren zwei Linkshändern Kaiser und Velmerig sollten wir den taktischen Vorteil gerade in den Doppelbegegnungen für viele wichtige Punkte nutzen. Der Spielplan hat uns zum Saisonauftakt am 1. September das Derby beim GSV Fröndenberg beschert. Dieses Match beim letztjährigen Tabellenfünften wird gleich zu einer wichtigen Standortbestimmung für uns“, so der Kommentar von Bönens Coach Walter Darenberg.

TTF Bönen: 1.) Andreas Rosenhövel, 2. ) Numan Yagci, 3.) Sascha Kaiser, 4.) Jonas Mittermüller, 5.) Theo Velmerig, 6.) Jonas Reich

GSV Fröndenberg

Auch der GSV Fröndenberg hat sich den Klassenerhalt als primäres Ziel auf die Fahnen geschrieben. Für den zum Regionalligisten TTC Altena gewechselten Bastian Steeg trägt der bestens bekannte pakistanische Nationalspieler Ali Faisal nach seiner Stippvisite beim TTV Letmathe wieder das Trikot der Fröndenberger. „Wir gehen hochmotiviert in die neue Saison und streben - wie im letzten Jahr - einen sicheren Mittelfeldplatz an. Über die Rückkehr von Ali Faisal haben wir uns riesig gefreut. Ali ist ein routinierter Spieler und wird für uns im Spitzenpaarkreuz wichtige Punkte holen. Danach stellen wir mit Ludger Ostendarp und Jan Unkhoff eines der stärksten Duos im Mittelpaarkreuz“, freut sich Fröndenbergs Team-Kapitän Tobias Witton auf die neue Saison.

GSV Fröndenberg: 1.) Tobias Witton, 2.) Ali Faisal, 3.) Ludger Ostendarp, 4.) Jan Unkhoff, 5.) Matthias Sijtstra, 6.) Manuel Haag

TTF Bönen-Damen:

Nach der wohl erfolgreichsten Saison seit Langem durften sich auch Bönener Damen über den Wiederaufstieg in die NRW-Liga freuen. Mit Sophie von Buttlar vom Ligakonkurrenten BW Annen konnte sich der Aufsteiger namhaft verstärken. „Mit Sophie, die neben unserer Spitzenspielerin Viktoria Diekel im oberen Paarkreuz auflaufen wird, wollen wir uns diesmal aus dem Abstiegskampf heraus halten. Klarer Favorit in unserer Gruppe ist BW Annen II. Danach gibt es ein breites Mittelfeld mit Oldentrup, Hiltrup, Steele und unserem Quartett. Platz fünf ist daher realistisch für uns. Wenn es gut läuft, ist auch Platz drei möglich“, gehen Bönens Coach Walter Darenberg und sein Quartett optimistisch in die Saison.

Bönens Ladys greifen erst am zweiten Spieltag (7. September) mit der Partie beim Ligafavoriten Annen II in den Meisterschaftsbetrieb der neuen Saison ein.

TTF Bönen: 1.) Viktoria Diekel, 2.) Sophie von Buttlar, 3.) Stefanie Burgdorf, 4.) Johanna Bambach

„Jung und Alt“ gehen in der Verbandsliga an die Platte

Auch Bönens Herren-Reserve konnte sich als Meister der Landesliga-Gruppe vier über den Aufstieg in die Verbandsliga freuen. „Obwohl unser Routinier Franz-Josef Hürmann (war auf USA-Reise) fast die ganze Hinserie fehlte und auch unser Spitzenspieler Marco Goecke die ersten drei Spiele nicht zur Verfügung stand, konnten wir den überraschenden Aufstieg in die Verbandsliga feiern“, so Bönens Coach Walter Darenberg. Auch in der Verbandsliga greift die zweite Stufe der WTTV-Reform. Nachdem in der letzen Saison die Anzahl der Verbandsligen von sechs auf fünf reduziert wurde, gibt es ab der Saison 2020/21 abschließend nur noch vier Verbandsligen. „Deshalb steigen in unserer Liga (Verbandsliga-Gruppe zwei) zwei Teams direkt ab. Zusätzlich müssen zwei weitere Teams ihr Glück in einer Abstiegsrelegationsrunde suchen.

Tischtennis: Die Strukturreform verschärft den Abstiegskampf

Tyson Tan Hasse kommt in der Verbandsligamannschaft der TTF Bönen zum Einsatz. © Privat

Deshalb zählt für uns nur der Klassenerhalt. Unser Team ist eine gesunde Mischung aus „Jung und Alt“. Neben den routinierten Oldies Franz-Josef Hürmann, Marco Goecke und Stephan Drepper, erwarte ich gerade von unseren Youngsters Tyson Tan Hasse, Niklas Brackelmann und Tim Heyer eine weitere Leistungssteigerung. Aufgrund seiner Top-Leistungen in der vergangenen Saison haben wir unser 16-jähriges Nachwuchstalent Tyson Tan Hasse an Nummer 1 aufgestellt. Annen, Bertlich und Greven werden als erste potenzielle Absteiger genannt. Um den ersten Nichtabstiegsplatz (Platz 8) gibt es eine breite Konkurrenz zu uns von fast fünf gleichwertigen Teams“, erwartet Bönens Coach Walter Darenberg einen heißen Abstiegskampf seines Teams. Gleich zum Saisonstart geht es am 31. August zum Mitkonkurrenten im Abstiegskampf aus Annen.

Lesen Sie jetzt
Meistgelesen