SuS Oberaden auf dem schweren Weg zum Neuaufbau

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Nach einem Abstieg den Neuaufbau erfolgreich durchzuziehen, ist nicht leicht. Dies verrät SuS Oberadens Spielertrainer Mats-Yannock Roth in einem Interview.

Oberaden

, 17.12.2019, 11:50 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mats-Yannick Roth hat zusammen mit Stephan Schichler beim SuS Oberaden den Neuaufbau in Angriff genommen. Keine leichte Aufgabe, wie er in einem Gespräch mit unserer Sportredaktion verrät.

In der Oberliga steht aktuell in der Verbandsliga Platz zehn mit 8:14-Punkten zu Buche. Wie fällt Ihre sportliche Zwischenbilanz aus?

Nach unserem schweren personellen Aderlass nach dem Oberliga-Abenteuer war es oberstes Ziel, die Mannschaft überhaupt wieder in die Spur zu bekommen. Das ist uns in der Vorbereitung gelungen, in der wir sehr intensiv gearbeitet und die junge Garde auf ihre neue Rollen als Führungsspieler vorbereitet haben. Dass es bei fünf Abgängen eine sehr schwierige erste Verbandsliga-Saison wird, war Stephan Schichler und mir von Beginn an klar. Dennoch steckt definitiv mehr Potenzial in der Truppe, als es der derzeitige Tabellenstand aussagt.

Wo liegen denn die Hauptmängel und wo das ruhende Potenzial, das es im neuen Jahr noch zu wecken gilt?

Unser größtes Problem ist natürlich, dass wir mit elf Spielern nur eine sehr dünne Personaldecke haben, von denen auch noch einige im Schichtdienst arbeiten beziehungsweise verletzt waren. Ohne die in dieser Saison wirklich hervorragende Unterstützung der zweiten Mannschaft würden wir sicher noch einmal ganz woanders stehen. Wir rücken in dieser Saison noch mehr zusammen und das hat sich sowohl im Training als auch in den Spielen schon ausgezahlt. Einige der Jungs haben noch immer nicht ihr volles Potenzial abgerufen, was verschiedene Gründe hat. Daran gilt es ab dem Januar weiter zu arbeiten.

Sind Verstärkungen in Sicht?

Wir befinden uns in Gesprächen, ohne dass es etwas Konkretes zu vermelden gäbe.

Die Zweite spielt nur eine Liga tiefer eine sehr gute Saison. Rücken weitere Spieler in die Erste hoch?

Wir haben uns gemeinsam mit Sascha Rau (Trainer 2. Mannschaft) und den Jungs dazu entschieden, mit einer Art Rotationsprinzip zu arbeiten. Das klappt bisher ganz gut, wenn man bedenkt, wie häufig uns die Jungs der Zweiten schon geholfen haben. Dass die Truppe im ersten Jahr in der Landesliga eine derart gute Rolle spielt, freut jeden von uns im Verein. Von diesem Selbstvertrauen profitieren letztlich alle im grün-weißen Trikot, egal aus welcher Mannschaft.

Beim SuS sammeln sie als Trainer erste Erfahrung bei den Senioren und das gleich als Spielertrainer. Wie läuft´s? Welche Probleme sind aufgetreten, mit denen Sie nicht gerechnet haben?

Insgesamt passt das Zusammenspiel mit Stephan Schichler als spielender Co-Trainer und mir immer besser. Natürlich ist es eine besondere Herausforderung, während der eigenen Zeit auf der Platte noch die Übersicht und den Blick für die gesamte Mannschaft zu behalten. In der Defensive kann ich dem Team bislang auf jeden Fall weiterhelfen, vorne hapert es noch ein wenig. Aber man braucht ja auch Vorsätze fürs neue Jahr ...

Wo steht Ihr Team nach der Saison?

Auf einem einstelligen Tabellenplatz.

Es ist auffällig, dass die Nachwuchsarbeit – nicht nur beim SuS Oberaden – wenig erfolgreich ist. Bis auf den RSV Altenbögge stellt kein Verein aus dem heimischen Raum mehr ein Jugendteam in überkreislichen Ligen. Woran liegt das?

Da ich in den letzten Jahren wenig bis gar nicht im Jugendbereich gearbeitet habe, will ich mir da kein Urteil zu erlauben. Ich weiß, dass bei uns in der Jugendabteilung gut gearbeitet wird und die Nachwuchsspieler gut ausgebildet werden. Wieso es zuletzt kein Team mehr in die richtige Leistungsspitze geschafft hat, vermag ich nicht zu beurteilen.

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Was muss sich diesbezüglich ändern?

Dass insgesamt weniger Kinder mit dem Handballspielen anfangen als vielleicht noch zehn oder 15 Jahre zuvor, ist natürlich bedauerlich. Im Speziellen stecke ich momentan aber wie schon gesagt zu wenig in der Jugendarbeit drin, um dazu vernünftige Empfehlungen aussprechen zu können.

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Der HC TuRa Bergkamen kämpft in der Oberliga um den Klassenerhalt. Freuen Sie sich schon auf die direkten Duelle gegen die Rot-Weißen?

Dadurch, dass ein direkter Wiederaufstieg im nächsten Jahr einigermaßen unwahrscheinlich für uns geworden ist, wird das schwierig mit den direkten Duellen in der Saison 2020/2021 (lacht). Der rot-weiße Nachbar zumindest wird am Ende der Saison den verdienten Klassenerhalt in der Oberliga feiern.

Zurück zu ihrem Trainerjob: Wurde mit Ihnen schon über eine Vertragsverlängerung gesprochen?

Dazu kann ich derzeit noch keine konkrete Aussage machen.

„Daumen für den ASV sind gerückt“

Mats-Yannick Roth gibt Antworten auf fünf kurze Stichpunkte:

Lieblingsverein: Neben dem eigenen? VfL Bochum und SuS Kaiserau!

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Mats-Yannick Roth ist Fans des SuS Kaiserau. © Michael Neumann

ASV Hamm-Westfalen: Daumen sind gedrückt für das heiße Aufstiegsrennen in 2020.

Bester Trainer: Am meisten gelernt habe ich von Uwe Nitsch und natürlich Ralf Weinberger. Den größten sportlichen Erfolg hatte ich unter Alexandros Katsigiannis.

Sportliches Vorbild: Florian Kehrmann während seiner aktiven Zeit, Bastian Stennei als Mitspieler.

Hobby (außer Handball): Der Handball ist für mich aktuell sehr einnehmend geworden. Andere Hobbys sind da zurzeit erst einmal hinten angestellt.

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