Sportabzeichen weckt vor allem das Interesse der Jugend

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Das Deutsche Sportabzeichen ist nach wie vor beliebt - vor allem bei der Jugend. Ältere Sportler indes wenden sich immer mehr ab - aus falschem Ehrgeiz.

von Marcel Schürmann

Kreis Unna

, 24.07.2018, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Deutsche Sportabzeichen wird jünger. Viele Ältere wenden sich eher ab - aus falschem Ehrgeiz.

Zum 100-jährigen Jubiläum des Sportabzeichens hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) im Jahr 2013 eine Reform vorgenommen: In enger Abstimmung mit den Landessportverbänden sowie den nationalen Leichtathletik-, Turner-, Schwimm- und Radfahrerverbänden überarbeitete der DOSB den Leistungskatalog des Sportlerordens grundlegend, um eine Modernisierung des Abzeichens voranzutreiben, jedoch gleichzeitig die traditionellen Wurzeln der Auszeichnung zu wahren. Zudem zielte die Reform darauf ab, neue Zielgruppen zu erschließen.

Weniger Absolventen

Fünf Jahre später lässt sich festhalten: Die absoluten Zahlen der Absolventen des Sportabzeichens sind im Kreis Unna seither leicht rückläufig. In Bergkamen fiel die Zahl der Abnehmer von 2014 bis 2016 innerhalb von zwei Jahren von 1.621 auf 1.041 - das macht einen Rückgang von mehr als einem Drittel. In Unna ist ebenfalls eine leichte Abnahme der Absolventen zu verzeichnen: Von 1.191 Abnehmern fiel die Zahl auf 1.111. In Holzwickede ging die Zahl der Abnehmer von 339 (2014) auf 295 (2016) zurück. Auch in Fröndenberg wurden 2016 weniger Sportabzeichen verliehen (95) als noch zwei Jahre zuvor (141). Lediglich in Kamen konnte der KreisSportBund Unna (KSB) einen leichten Anstieg der Sportabzeichen-Abnehmer verzeichnen; Waren es 2014 noch 545 Abnehmer, waren es zwei Jahre später 590.

Aber: neue Zielgruppen wurden seit der Reform tatsächlich erschlossen. „Von den insgesamt 7.346 Absolventen aus dem Jahr 2017 im gesamten Kreis waren 5.700 Kinder und Jugendliche. Das sind mehr als drei Viertel aller Abnehmer. Darüber sind wir sehr glücklich“, sagt Birgit Sellwich vom KSB, der jetzt bald eine detaillierte, aktuelle Statistik über die absoluten Abnehmer-Zahlen der einzelnen Kommunen veröffentlichen wird.

Mit der Reform im Jahr 2013 sind die Anforderungen für eine Goldmedaille stark gestiegen. „Viele Ältere geben sich nicht plötzlich mit einer Bronze- oder Silbermedaille zufrieden und treten nicht mehr zu den Prüfungen an. Dadurch ist die Anzahl der Abnehmer im Schnitt um etwa 1.000 gesunken“, erklärt Sellwich den noch überschaubaren Absolventen-Schwund.

Statistik leicht verfälscht

Als allzu drastisch will Sellwich den tendenziellen Rückgang der Zahlen aber nicht bezeichnen: „Der LandesSportBund NRW ruft die einzelnen Statistiken der Kreise immer im März ab. Wir bekommen allerdings regelmäßig bis zu 300 Urkunden erst zu einem späteren Zeitpunkt eingereicht, sodass der Kreis Unna auf den ersten Blick oftmals schlechter abschneidet, als er es in Realität tut.“ msc

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