Coronafälle im Fußballverein: Arbeitgeber raten mit dem Fußballspielen aufzuhören

dzSuS Oberaden

Vier Spieler des SuS Oberaden sind an Corona erkrankt. Doch auch ihre negativ getesteten Mitspieler haben es gerade nicht leicht. Sogar der Frau eines gesunden Spielers wurde nahegelegt, erstmal zuhause zu bleiben.

Oberaden

, 12.08.2020, 10:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Anfang August wurden alle vier Fußballer nach dem Freitags-Testspiel gegen Türkspor Dortrmund positiv auf Covid-19 getestet. Ein Oberadener hatte nämlich am Samstagmorgen seinen Geschmackssinn verloren. Das ist ein Anzeichen dafür, dass eine Corona-Infektion vorliegen könnte. Nach dem positiven Befund, begaben sich auch seine Teamkameraden in Untersuchung. Ergebnis: Vier Spieler sind mit dem Coronavirus infiziert. 16 weitere Akteure und Trainer Birol Dereli selbst sind nicht erkrankt.

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„Wir werden in dieser Woche weitere Tests durchführen, denn vorsichtshalber befinden sich alle Akteure noch bis Freitag in Quarantäne“, erklärte gestern der Sportliche Leiter Fausto Nuzzo, der innigst hofft, dass es bei diesen vier Fällen bleibt. „Allen vier Spielern geht es soweit ganz gut.“

Dafür aber klagen einige Fußballer über ganz andere Probleme - und die sind rein gesellschaftlicher Natur. Nuzzo: „Einige Fußballer sind von ihren Arbeitgebern gebeten worden, trotz negativen Testergebnisses doch erst einmal zu Hause zu bleiben. Dazu zählten auch Andeutungen, doch bitte mit dem Hobby gänzlich aufzuhören.“

Fausto Nuzzo ist froh darüber, dass sich nicht noch mehr Spieler mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Fausto Nuzzo ist froh darüber, dass sich nicht noch mehr Spieler mit dem Coronavirus angesteckt haben. © Awa

Für Fausto Nuzzo ein Unding: „Die Arbeitskollegen unserer Spieler haben rein gar nichts zu befürchten. Das Gesundheitsamt hat klargestellt, dass jede negativ getestete Person für ihr Umfeld keine Gefahr darstellt. Ich bitte in diesem Zusammenhang um mehr Fingerspitzengefühl. Die Arbeitgeber sollten vielmehr glücklich sein, dass alle Kollegen gesund sind.“

Negativer Höhepunkt: Auch die Frau eines Oberadener Spielers sei durch ihre Firma aufgefordert worden, wegen des Coronaverdachts beim SuS Oberaden doch lieber erstmal Zuhause zu bleiben.

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Nicht klar erwiesen ist, wie sich die vier Spieler infiziert haben. Nuzzo: „Alle vier Spieler sind auch persönlich befreundet und treffen sich auch privat und sind viel zusammen.“ Einen Zusammenhang mit dem Fußball sieht er aktuell nicht. „In der Umkleidekabine hatte jeder seine eigene Bank, die saßen bis zu zwei Meter auseinander“, sagt Nuzzo. Auch eine mögliche Infektion auf dem Spielfeld halte er für unwahrscheinlich. Die Sportart Fußball sei somit nicht unter Generalverdacht zustellen. „Wir tun bereits alles, um die Spieler zu schützen. Denen täte dabei auch der Zuspruch des eigenen Arbeitgebers gut.“

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