Weil es ihnen auf dem Platz zu aggressiv zuging, haben die Spieler der Holzwickeder Vierten beim Königsborner SV nicht mehr weitergespielt. Das hat jetzt ein unangenehmes Nachspiel.

Kreis Unna

, 04.12.2019, 13:23 Uhr / Lesedauer: 1 min

Ich hatte Sorge um die Gesundheit meiner Spieler“, begründete Karl-Heinz Schuricht, Trainer des Holzwickeder SC IV, warum sein Team die Begegnung der Fußball-Kreisliga C (2) Mitte November beim Königsborner SV nicht weiterführen wollte. „Die Aggressivität war zu diesem Zeitpunkt so groß, dass wir nicht mehr weiterspielen wollten.“

Auch Zuschauer beteiligten sich an der Rangelei in Königsborn

Kurz vor der Pause hatten die Holzwickeder beim Stande von 0:0 entschieden, das Spiel zu beenden. Zuvor war es auf dem Platz zu einer Rangelei gekommen, an der sich auch Zuschauer beider Seiten beteiligten. Die einen wollten schlichten, andere vermutlich mitmischen. Hier konnte auch das Sportgericht kein Licht ins Dunkle bringen.

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Fest steht, dass Holzwickedes nur französisch sprechender Fußballer Ousseynou Sane urplötzlich auf dem Spielfeld um sich geschlagen hatte. Coach Schuricht vermutete, dass er absichtlich provoziert worden sei.

Daraufhin eilten Spieler zur Traube zusammen und es kam zu einer Rangelei, zur sogenannten Rudelbildung. Zuschauer sprachen von einem äußerst niveaulosen Geschubse. Trainer und Betreuer versuchten, schlichtend einzugreifen. Schiedsrichter Friedhelm Kuhlmann verwies Holzwickedes Sane per Roter Karte vom Platz.

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Das Sportgericht Unna/Hamm verhandelte das abgebrochene Spiel jetzt im schriftlichen Verfahren, in dem beide Vereine ihre Stellungnahme per Mail einreichten.

Das Team um Vorsitzenden Michael Zahorodnyj (Hamm) bildete sich daraufhin ein Urteil und entschied, dass Rotsünder Ousseynou Sane wegen unsportlichen Verhaltens für zwölf Wochen bis einschließlich 9. Februar gesperrt wird.

Nach Spielabbruch in Königsborn: Sportgericht verhängt lange Sperre

Michael Zahorodnyj ist Vorsitzender des Sportgerichts Unna/Hamm. © Marcel Schürmann

Sportgericht: Holzwickeder SC wollte absichtlich nicht weiterspielen

Zudem sieht es das Sportgericht als erwiesen an, dass der Holzwickeder SC absichtlich nicht weiterspielen wollte. „Das hat auch der Holzwickeder Geschäftsführer so eingesehen“, so Zahorodnyj.

Und weiter: „Das Spiel ist somit wie ein Nicht-Antritt zu behandeln, sodass die Punkte an Königsborn gehen und der HSC ein Ordnungsgeld in Höhe von 100 Euro zahlen muss.“ Die KSV-Reserve hat das Match somit am Grünen Tisch mit 2:0 gewonnen.

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