Schiris machen sich fit für die neue Saison

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Auch die Schiedsrichter haben längst wieder das Training aufgenommen – in der Praxis, aber auch theoretisch. Denn zum 1. Juli 2018 sind im Deutschen Fußball-Bund (DFB) einige Regeländerungen in Kraft getreten.

Kreis Unna

, 02.08.2018, 11:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Regeländerungen

Manche dieser Regeln betreffen nur den Video-Assistenten, sie sind für die Unparteiischen, die in Hamm und Umgebung zur Pfeife greifen, also nicht relevant. Auch andere Neuerungen sind eher in der großen Welt des Fußballs anzutreffen. Beispielsweise Regel 4: „Kleine tragbare Elektro- oder Kommunikationsgeräte dürfen in der technischen Zone eingesetzt werden, sofern dies zu Taktik- oder Coachingzwecken oder zum Wohl der Spieler geschieht.“ Bei der WM in Russland haben einige Nationen bereits auf dieses Hilfsmittel zurückgegriffen.

Interessanter ist aus heimischer Sicht schon Regel 12, die unter anderem besagt: „Beißen wurde in die Liste der Vergehen aufgenommen, die mit einem direkten Freistoß und einem Feldverweis geahndet werden. Das Werfen eines Gegenstandes in Richtung des Balles wie auch das Treffen des Balles mit einem Gegenstand in der Hand werden mit einem direkten Freistoß geahndet (gelten nicht mehr als Handspiel).“ Und: „Entscheidet der Schiedsrichter beim Vereiteln einer offensichtlichen Torchance auf Vorteil, wird der fehlbare Spieler verwarnt, unabhängig davon, ob danach ein Tor erzielt wurde oder nicht.“

260 Schiedsrichter

Torsten Perschke, Vorsitzender des Kreisschiedsrichter-Ausschusses aus Hamm, muss 260 Schiedsrichter auf die neue Spielzeit und Regeln vorbereiten. „Und die sind wirklich alle aktiv. Darunter sind keine Karteileichen“, beteuert Perschke. Allerdings weiß auch Perschke, dass es immer schwieriger wird, interessierten Nachwuchs zu gewinnen.

Keine Karteileichen

„Wir haben schon alles versucht, auch über die neuen Medien. Doch der Erfolg war gleich null“, erzählt der Vorsitzende. „Am besten funktioniert immer noch die Mund-zu-Mund-Werbung innerhalb der Vereine, wenn der eine den anderen einfach mitnimmt.“ Immerhin: Der Kreis 32 Unna/Hamm kann auch in der kommenden Saison noch alle Spiele bis hinunter in den D-Junioren-Bereich mit Unparteiischen besetzen.

Im bezahlten Fußball tauchen keine heimischen Schiedsrichter auf. Der Bergkamener Lukas Sauer ist der einzige Vertreter des Kreises in der Regionalliga. Julius Bussemeier, talentierter Referee aus Unna, wird den Kreis verlassen. Torsten Perschke: „Julius ist durchgestartet und hat mit 21 Jahren schon in der Oberliga gepfiffen. Aus beruflichen Gründen ist er jetzt nach Karlsruhe gewechselt.“

Weniger Aufstiegschancen

Die Aufstiegsmöglichkeiten für den Nachwuchs sind nicht mehr so gut wie früher. Der Grund: Es gibt weniger Ligen. Aus sieben Landesligen wurden vier, aus 15 Bezirksligen wurden zwölf. Perschke: „Wir hatten jetzt 70 Bewerber für den Aufstieg von der Bezirks- in die Landesliga. Am Ende haben es nur acht geschafft.“

In der Westfalenliga leiten Mehmet Ercan und Philipp Werner aus Hamm sowie der Bergkamener Max Conrad und Thorsten Milde aus Unna Begegnungen. Bis auf Ercan sind alle heimischen Westfalenliga-Kräfte von Beruf Lehrer. Der Hammer ist ausgebildeter Physiotherapeut und betreut in seiner Freizeit bei den Heimspielen des Bundesligisten FC Schalke 04 seine Kollegen aus dem bezahlten Fußball.

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