Am Samstag ertönt der Anpfiff zu den Fußball-Stadtmeisterschaften in Unna. Wieder mittendrin ist Schiedsrichter Thorsten Milde, der seine spezielle Sicht auf das Turnier hat.

Unna

, 27.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Unparteische des SV Langschede leitete bereits mehrfach die Titelkämpfe, kennt die Probleme der Spieler, die Kommentare der Zuschauer und die heißen Emotionen, die dieses Turnier ausmachen.

Bei den Unnaer Stadtmeisterschaften sind immer viel Emotionen im Spiel. Wie nehmen Sie das als Schiedsrichter wahr?

Emotionen gehören im Fußball dazu, in der Halle natürlich umso mehr. Hier ist die die Spielzeit für eine Entscheidung des Spiels kürzer und zudem ist die Sporthalle auf allen Plätzen voll besetzt. Oft übertragen die Zuschauer die Emotionen auf die Spieler.

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? Ist es eine besondere Herausforderung, diese Titelkämpfe zu leiten?

Auch wenn ich diese Titelkämpfe in Unna schon oftmals geleitet habe, ist es immer eine besondere Herausforderung. Denn die sogenannten kleinen Teams können die großen richtig ärgern. Da müssen auch wir Schiedsrichter vorbereitet sein.

? Mit welchen Hallenregeln haben die Kicker so ihre lieben Probleme?

Wir spielen in der Halle nach Futsal-Light-Regeln und die meisten Spieler haben mit der Grätsche ihre Probleme, denn diese ist am Mann verboten. Grundsätzlich gilt: Jede Grätsche am Gegenspieler wird abgepfiffen. Das müssen einige Fußballer manchmal erst noch verinnerlichen.

? Als Schiedsrichter gehen Sie in Unna stets dicht an der Zuschauertribüne entlang. Wurden Sie dabei schon verbal angegangen? Wie reagieren Sie dann?

Wir werden von den Zuschauern immer verbal angegangen. Soetwas gehört heutzutage leider zu der Tagesordnung. Wir Schiedsrichter dürfen nur nicht darauf reagieren, denn dann sind wir angreifbar.

Auch das gehört dazu: Nach dem Spiel trägt Thorsten Milde mal eben das Ergebnis in den Bericht ein, unterschriebt den Spielberichgt oder erklärt auch mal seine Entscheidungen.

Auch das gehört dazu: Nach dem Spiel trägt Thorsten Milde mal eben das Ergebnis in den Bericht ein, unterschriebt den Spielberichgt oder erklärt auch mal seine Entscheidungen. © Neumann

? Sie leiten Spiele bis hoch in die Westfalenliga. Hatten Sie schon einmal unangenehme Zwischenfälle?

In der Westfalenliga gab es bisher noch keine Zwischenfälle. Ich hatte in der Kreisliga A einen Fall, dass ich sogar polizeilichen Schutz brauchte. In dieser Situation waren die Zuschauer sehr angriffslustig.

? Stimmt es, dass sich negative Vorfälle meist in den unteren Klassen häufen? Warum ist das so?

In den unteren Ligen sind wir Schiedsrichter auf uns alleine gestellt und sehen leider nicht alle Tätlichkeiten, die in unserem Rücken passieren. Da wir deswegen keine Sanktionen verteilen können, fühlt sich die betroffene Mannschaft vermutlich eher benachteiligt. Das steigert sich vielleicht einmal hoch.

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? Warum gibt es Spielabbrüche im Fußball, aber fast nie anderen Sportarten?

Ich denke, dass der Fokus mehr auf dem Fußball liegt, als auf andere Sportarten. Deshalb fallen die Spielabbrüche im Fußball einfach mehr auf und werden in der Öffentlichkeit eher wahrgenommen.

? Was wünschen Sie sich in Zukunft von den Amateurfußballern im Zusammenwirken mit Schiedsrichtern?

Ich wünsche mir, dass die Spieler mehr Respekt gegenüber dem Schiedsrichter zeigen und nicht so oft Widerworte geben. Daraus resultieren immer wieder Sanktionen, die jedoch vermieden werden könnten. Wir treiben miteinander ein schönes Hobby, das sollte sich jeder vor Augen halten - der Spieler und auch der Schiedsrichter.

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? Können Sie die Tätigkeit als Fußball-Schiedsrichter im Amateurbereich dem Nachwuchs weiterempfehlen? Was macht Ihre Tätigtkeit so schön?

Wir lernen immer neue Charaktere kennen und müssen mit diesen Umgehen. Diese Vielfalt hilft uns auch im privaten Leben. Daher hoffe ich, dass wir immer wieder neue Nachwuch-Schiedsrichter für unseren Job begeistern können, denn das Hobby als Fußballschiedsrichter macht wirklich Spaß - und das jeden Tag.

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