Die Abbruch-Partie von Unna unter der Leitung von Daniel Decker-Törö wird ein Nachspiel haben. Jetzt hat der Schiedsrichter-Beobachter René Kunsleben Stellung bezogen.

24.09.2019, 15:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am vergangenen Sonntag musste das B-Kreisliga-Match zwischen RW Unna II und dem SuS Oberaden II unter der Leitung von Daniel Decker-Törö abgebrochen werden, weil bis zur Nachspielzeit sieben Platzverweise ausgesprochen wurden. Das alles vor den Augen des erfahrenen Schiedsrichter-Beobachters René Kunsleben vom TuS GHermania Lohauserholz. Sportredakteur Thorsten Teimann sprach mit dem 43-Jährigen über das Spiel und seine Eindrücke.

Schiedsrichter-Beobachter: „Ich habe selten so viele persönliche Strafen gesehen“

René Kunsleben © Privat

Herr Kunsleben, warum haben Sie das Spiel am Sonntag in der Kreisliga B überhaupt beobachtet?

Ich bin ja nun seit einiger Zeit auf allen Ebenen als Schiedsrichter-Beobachter im Einsatz. Noch am Samstag habe ich mir das Spiel in der 3. Liga zwischen Viktoria Köln und Eintracht Braunschweig angeschaut. Schon davor habe ich mich aber mit dem heimischen Kreisschiedsrichter-Obmann Torsten Perschke darauf verständigt, dass ich mir am Sonntag das Spiel zwischen RW Unna II und dem SuS Oberaden II anschauen sollte. Das geschieht in der Regel nach vorheriger Absprache mit dem Schiedsrichter. Diesmal war das allerdings nicht so.

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Ihre Beobachtung war also zuvor nicht angekündigt, wieso?

Das hat jetzt keinen speziellen Grund. Bei dem Großteil der Spiele, die wir beobachten, wird der Schiedsrichter halt zuvor in Kenntnis gesetzt. Es findet dann anschließend nochmals ein Gespräch statt. Es gibt aber auch Fälle, in denen wir uns im Vorfeld der Begegnung nicht zu erkennen geben. Das ist so in 20 Prozent der Beobachtungen der Fall. Ich habe mich erst kurzfristig mit Torsten Perschke darauf geeinigt, dass wir in diesem Spiel so vorgehen. So etwas stimmen wir individuell ab.

Und? Wie haben Sie das Spiel in Unna gesehen?

Nun, es handelt sich ja um ein schwebendes Verfahren, dass noch Thema vor dem Sportgericht sein wird. Deshalb möchte ich mich nicht konkret zum Spiel äußern. Ich kann aber sagen, dass ich selten in einem Spiel mit so vielen persönlichen Strafen gesehen habe.

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Es heißt, dass Sie sich seitenweise Notizen gemacht haben!

Auch das ist richtig, aber nichts Ungewöhnliches. Ich habe in der Tat einen DIN-A4-Block, denn ich schreibe grundsätzlich immer viel mit. Das habe ich auch in Unna getan - übrigens die gesamten 95 Minuten lang. Da werden auch viele kleine Details berücksichtigt. Anschließend verfasse ich dann meinen Bericht.

... und der geht jetzt an das Sportgericht?

Nein, den bekommt Torsten Perschke. Ich habe ihm den Bericht bereits zukommen lassen. Jetzt entscheidet der Schiedsrichter-Ausschuss wie es weiter geht.

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