RW Unna will mit BVB-Trainer zurück in die Erfolgsspur

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A-Kreisligist RW Unna geht mit einem neuen Trainer in die Saison. Der neue Mann auf der rot-weißen Kommandobrücke hat einen berühmten Arbeitgeber: BVB Dortmund.

von Ulrich Eckei

Unna

, 25.05.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ab der kommenden Saison wird Patrick Kulinski als Trainer beim A Kreisligisten RW Unna auf der Kommandobrücke stehen. Seit Dezember 2018 ist der 30-jährige Coach A Lizenz Inhaber. Die Prüfung hat er gemeinsam mit dem Leverkusener Profi Simon Rolfes und mit Karim Matmour absolviert.

Seit 2014 ist er als Festangestellter bei Borussia Dortmund tätig. Dort agiert er als Jugendtrainer in der BVB- Evonik-Fußballakademie. Zusätzlich arbeitet er in dem Bereich „Internationale Aktivitäten“.

Als Co Trainer steht ihm bei den Rot Weissen Norbert Kaczmarek zur Seite, Teammanager ist Tom Janke. Als Torwarttrainer fungieren Jordanis Bairaktaridis und Tom Janke. Das Betreuerteam besteht aus Bernd Reibetanz und Sascha Rüssel. Die Sportredaktion führte ein Interview mit Kulinski, der seinem neuen Team einiges zutraut.

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Am 8. März dieses Jahres standen Sie letztmalig als Co-Trainer des SuS Kaiserau an der Seitenlinie. Wie haben Sie die fußballfreie Zeit bis zum heutigen Tage verbracht?

Man muss betonen, dass es leider schon der 8. März ist. Das Zusammenleben mit Trainerkollegen, der Mannschaft, den Leuten drum herum, die das Vereinsleben zu dem machen, was es ist, fehlt einem schon. Die zurückliegenden Wochen haben das „hektische“, alltägliche Leben schon irgendwie entschleunigt. Da ich generell aber ein Mensch bin, der aus allem versucht, das Positive zu ziehen, habe ich die Zeit so gut es geht genutzt, um auch mal Dinge zu tun, wozu man sonst vielleicht nicht zu kommt. Sei es mal wieder öfters joggen zu gehen, mehr Unternehmungen mit meiner Freundin zu machen, auch mal das Eine oder Andere mehr zu lesen oder Sport-Dokus der bekannten Streaming Dienste zu schauen. Durch meinen Arbeitgeber Borussia Dortmund war ich glücklicherweise auch nicht gezwungen, wie leider viele andere Menschen derzeit, in Kurzarbeit zu gehen und hatte daher eine geregelte 40 Stunden Woche.

Wann werden Sie bei RW Unna mit der Vorbereitungsphase beginnen?

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Leider ist ja noch nicht absehbar, wann die neue Saison beginnen kann. Daher haben wir zwei mögliche Varianten durchgeplant. Falls die Saison wie geplant starten soll, dann würden wir höchstwahrscheinlich am 21. Juni beginnen. Für den Fall, dass die Saison erst Anfang September startet, dann würden wir am 19. Juli zum „Aufgalopp“ bitten. So oder so streben wir etwa sieben Wochen Vorbereitungszeit an.

Zuletzt stand Patrick Kulinski als Co-Trainer beim Landesligisten SuS Kaiserau an der Seitenlinie.

Zuletzt stand Patrick Kulinski als Co-Trainer beim Landesligisten SuS Kaiserau an der Seitenlinie. © Golombek

Welche personellen Veränderungen gibt es bei den Rot-Weißen?

Dazu möchte ich zum heutigen Stand noch nicht so viel sagen, da wir noch in Gesprächen sind und am 6. Juni erstmal ein Kennenlerntraining stattfinden wird. Vor allem aus Respekt vor den anderen Vereinen, aus welchen die Spieler zu uns wechseln, ist es mir wichtig, da noch nicht zu viel zu verraten. Ich kann aber so viel sagen, dass es Überraschungen geben wird und wir gut vorbereitet sind. Wir hatten frühzeitig die Planungen aufgenommen, sodass wir in etwa mit 23 Feldspielern (darunter 11 Zugänge) und 3 Torhütern in die Vorbereitung gehen werden. Verlassen wird uns Marco Wahle, der sich Richtung FC Overberge verändern wird. Hinzu kommt Finn Schröder, der aber dem Verein erhalten bleibt. Zuletzt noch Tim Richter, der eine 3. Mannschaft bei RWU aufmachen wird mit alten Weggefährten und Freunden. Er wird sich aber das eine oder andere Mal bei unserem Training blicken lassen.

In den vergangenen Wochen haben viele Vereine in der Kreisliga A (2) personell mächtig aufgerüstet. Wie bewerten Sie dies?

Grundsätzlich freut mich das! Das belebt doch den Konkurrenzkampf und macht die neue Saison schon jetzt sehr interessant. Welche Strategie sich dann letztlich am Ende der Saison durchsetzt, wird sich zeigen. Viele Vereine aus der Umgebung gehen den Weg über die eigene Jugend oder junge Spieler aus dem Umkreis. Andere Vereine gehen vielleicht auch kleinere, finanzielle Wagnisse ein, wenn man bedenkt, dass die Corona Krise mit Sicherheit auch nicht spurlos an unserem geliebten Amateursport vorbei gehen wird. Wir freuen uns auf jeden Fall auf die „neue“ A2 und ich gehe davon aus, dass es in der kommenden Saison nicht nur ein Zweikampf oder Dreikampf an der Spitze geben wird.

Auch mit 30 Jahren verfügt Patrick Kulinski über eine Menge Erfahrung.

Auch mit 30 Jahren verfügt Patrick Kulinski über eine Menge Erfahrung. © privat

Was trauen Sie Ihrem Team in der kommenden Saison zu?

Als Trainer möchte man natürlich jedes Spiel gewinnen und möglichst das Maximalziel, was nach Abwägung mehrerer Faktoren realistisch erscheint, erreichen. Wir wissen aber um die Stärke und Qualität der anderen Vereine und schauen uns das ganz in Ruhe an. Mit Hinblick auf die aktuelle Saison, RWU steht bekanntlich auf dem 5. Platz, wäre das Ziel diese Platzierung auch in der kommenden Saison zu bestätigen.

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In der Bundesliga wird seit dem 16. Mai wieder gespielt. Wie finden Sie die Geisterspiele?

Ich habe seit Beginn der Geisterspiele noch kein Bundesliga Wochenende verpasst. Das zeigt schon, dass man wieder erfreut ist, Fußball schauen zu können und dass man in gewisser Weise auch nicht wirklich ohne die wichtigste der unwichtigen Nebensachen der Welt kann. Jürgen Klopp sagte neulich in einem Interview „Wir haben alle angefangen, ohne Fans zu spielen und wir lieben Fußball nicht wegen der Atmosphäre im Stadion“, das trifft es eigentlich ganz gut. Natürlich sind volle Stadien mit Emotionen und Leidenschaft für seinen jeweiligen Verein cooler. Dennoch erfordern außergewöhnliche Situationen außergewöhnliche Maßnahmen. Die Gesundheit muss im Vordergrund stehen, daher sind die leeren Stadien unabdingbar. Der Fußball an sich, mit harten Zweikämpfen, genialen Einzelaktionen, taktischen Kniffen der Trainer und schönen Toren, bleibt ja der Gleiche.

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