RW Unna erhielt jüngst wieder viel Lob, steht in der „Sieben“ aber weiterhin mit dem Rücken zur Wand. Jona Liffers brachte das auf seine Art lautstark zum Ausdruck.

von Dirk Berkemeyer

Kreis Unna

, 19.03.2019, 12:22 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nach einem kurzen Hoffnungsschimmer beim 0:4 gegen Mengede ist der FC Overberge in der Staffel 8 der Bezirksliga schnell wieder auf dem harten Boden der Realität gelandet. Beim Derby in Holzwickede kassierte das Tabellenschlusslicht in der 24. Spielrunde mit 1:12 die dritte zweistellige Klatsche innerhalb von vier Spielen. Am Haarstrang musste die Mannschaft von Trainer Burghard Bachmann erneut auf viele Leute aus der zweiten und dritten Mannschaft zurückgreifen, die allerdings nicht wirklich Bezirksligatauglichkeit vorweisen können. „Die haben die taktischen Schulungen einfach nie bekommen. Da kann man den Jungs keinen Vorwurf machen“, stellt sich der Coach auch weiterhin vor seine Truppe. Einziger Lichtblick einer ansonsten einseitigen Veranstaltung war der zwischenzeitliche „Ehrentreffer“ von Lennart Buschmann zum 1:7. Die A-Jugendlichen um Trainer-Sohn Tom Bachmann machten beim FCO erneut einen guten Eindruck, mussten sich am Ende aber trotzdem wieder abschießen lassen.

Beim FCO zählen mittlerweile alle die restlichen Partien, die es noch mit Anstand zu beenden gilt. „Alle Spiele fangen bei Null an. Mal sehen, ob wir noch den ein oder anderen ärgern können“, verdeutlicht Bachmann.

Personell von der ganz anderen Seite kam bei der Partie in Opherdicke der Gastgeber. Durch den kurzfristigen Ausfall der Partie beim FC Gütersloh waren einige Akteure aus Oberliga-Mannschaft des Holzwickeder SC für die Reserve frei geworden.

Unter anderem feierte Mirco Gohr nach langer Verletzungspause ein erfolgreiches Comeback und krönte seine gute Leistung gleich mal mit fünf Treffern. Neben Gohr waren aus der Oberliga-Fraktion auch noch Lukas Mertens, David Vaitkevicius und Joshua Heinrichs mit von der Partie.

„Wir wussten natürlich, dass wir gegen das abgeschlagene Schlusslicht der Liga spielen. Deswegen habe ich auch einen klaren Sieg gefordert“, machte HSC-Coach Olaf Pannewig klar. „Wir konnten taktisch einiges probieren und waren trotzdem jederzeit Herr der Lage. Die Verstärkungen aus der Ersten waren erneut Gold wert.“ Gefühlt hätte der HSC die Partie aber auch mit „eigenen Mitteln“ bestreiten können. Eine Rückkehr nach langer Pause feierte auch Max Venos. „Der Junge hat vor zwei Wochen wieder mit dem Training begonnen. Es war eine gute Gelegenheit für ihn, in den Wettkampfmodus zurückzukommen“, so Pannewig. Auch für den Gegner hatte der HSC-Coach warme Worte parat: „Die Lage in Overberge ist schon dramatisch. Dass die Jungs sich aber Woche für Woche dieser Aufgabe stellen, kann man gar nicht hoch genug bewerten.“

Wieder einmal Lob vom Gegner bekam nach der Partie auch Rot-Weiß Unna. Gegen den SC Wiedenbrück stand am Ende in der Staffel 7 der Liga aber dennoch eine weitere 1:2-Pleite auf dem Ergebniszettel. In der Tabelle hat sich die Situation für das Team von Marc Schmitt erneut nicht verbessert. Im Gegenteil, eine weitere Partie ist gespielt und RWU steckt kopfüber drin im Abstiegs-Schlamassel.

„Wir wollen noch keine Panikattacken reiten, denn es sind immer noch 33 Zähler zu vergeben“, will Schmitt von Endzeitstimmung am Südfriedhof noch lange nichts wissen. Dennoch wird die Lage immer prekärer und der Druck immer höher, wenn man beachtet, das RWU schon sieben Zähler Rückstand auf das rettende Ufer hat. Zwar darf Unna im Vergleich zur direkten Konkurrenz noch einmal mehr ran, aber auch diese Partie muss erstmal gewonnen werden.

RW Unna kann sich für viel Lob des Gegners nichts kaufen

© Art

Gegen Wiedenbrück war es eigentlich wie immer. Unna war fast während der gesamten 90 Minuten spielbestimmend, der Gast kam zweimal vor die Kiste und nahm anschließend alle drei Punkte mit in die Heimat. Nach dem frühen Führungstreffer von Robin Czaja hätte Unna bei weiteren Hochkarätern eigentlich schnell für Ruhe sorgen müssen. Aber genau hier liegt der Hase im Pfeffer, denn Unna schafft es einfach nicht, die sich bietenden Gelegenheiten zu verwerten.

„Dennoch haben wir wieder bewiesen, dass wir mit jedem Team der Liga mithalten können“, gibt sich Schmitt kämpferisch. „Den Tabellenfünften haben wir dabei sogar dominiert.“ Kurios war in der einseitigen Partie auch die Ampelkarte, die sich Jona Liffers in den Schlussminuten einhandelte. Der junge RWU-Akteur fühlte sich in der 88. Minute vom Unparteiischen ungerecht behandelt und machte seinem Unmut darüber auch lautstark Luft. Dafür bekam er den gelben Karton gezeigt. Da sich Liffers aber auch dadurch nicht beruhigen ließ, folgte wenige Sekunden die nächste Gelbe Karte, die gleichzeitig einen Feldverweis zur Folge hatte. „Die Ampelkarte war natürlich dumm, aber sie trifft uns nicht all zu hart“, so Schmitt. „Bei der sonntäglichen Partie in Rhynern wäre Liffers urlaubsbedingt eh ausgefallen“, schmunzelte Schmitt. Die kommende Partie am Papenloh ist für RWU der Auftakt von zwei Endspiel-Wochen. Beim Tabellenletzten müssen die Rot-Weißen unbedingt siegen, um nicht noch weitere Hoffnungsschimmer verglühen zu lassen.

In der darauf folgenden Woche wagt Unna gegen einen weiteren direkten Kontrahenten einen Frühstart im Kampf um den Klassenverbleib. Die Partie vom 25. Spieltag gegen den in der Tabelle aktuell direkt vor RWU beheimateten SuS Enningerloh wird bereits am Donnerstag ausgetragen. Beide Teams einigten sich auf eine Vorverlegung, der Anpfiff am Sportzentrum Süd ertönt dann um 19.30 Uhr.

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