RSV Unna eine Stütze der Nationalmannschaft

dzRadsport

Gleich vier Aktive des RSV Unna traten bei den Europameisterschaften in Holland an. Die erfüllten die Erwartungen und hoffen nun sogar auf eine WM-Teilnahme.

Unna

, 19.08.2019, 14:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

ie Radsport-Europameisterschaften im niederländischen Alkmaar wurden für das Deutsche Team mit sechs Medaillen zu einer Erfolgsveranstaltung. Maßgeblich daran beteiligt waren die Aktiven des RSV Unna, die im deutschen Aufgebot standen.

Nach dem Auftakterfolg mit der Silbermedaille von Justin Wolf im neu eingeführten Team-Mix-Zeitfahren und der Enttäuschung nach dem heftigen Sturz in aussichtsreicher Position vom RSV-Titelfavoriten Michel Heßmann im Junioren-Zeitfahren (wir berichteten) ruhten danach die deutschen und RSV-Hoffnungen auf Franziska Koch im U23 Straßenrennen der Frauen. Der starke Wind und die schwierigen Straßenverhältnisse kamen der 5. der Mountainbike-Weltmeisterschaft des Vorjahres entgegen. Es fehlten ihr eigentlich nur Steigungen auf dem Rundkurs. Gut informiert vom RSV-Vorsitzenden Hans Kuhn und ihren Eltern an der Strecke hielt sie sich stets in den Spitzengruppen perfekt positioniert. In der letzten Kurve lag sie noch am Hinterrad der späteren Siegerin Paternoster. „Ich bin dann von zwei Fahrerinnen eingeklemmt worden und habe so entscheidende Meter verloren. Im Ziel fehlten dann nur wenige Zentimeter zur Medaille, als sie als Fünfte die Ziellinie überquerte. Franzi zeigte sich etwas enttäuscht, da sie mit einer Medaille gerechnet hatte. Sie war aber beste Deutsche im U23-Rennen.

Michel Heßmann hätte gerne im Junioren-Straßenrennen angegriffen. Doch schon früh war sein Freund und Nationalmannschaftskamerad Maurice Ballerstedt in einer Spitzengruppe vertreten, die bis zum Schluss vorne blieb. Ballerstedt holte, gut abgeschirmt durch Heßmann und Brenner, die Silbermedaille für Deutschland. Michel Heßmann kam als drittbester Deutscher ins Ziel.

Extreme Orkanböen

Im Elite-Frauen-Rennen zählten Lisa Klein und Lisa Brennauer zu den Favoriten. Charlotte Becker hatte die Aufgabe, besonders für Lisa Klein das Rennen schnell zu machen, damit sie sich absetzen konnte. Bei extremsten Sturmbedingungen (das Stadiondach des Erstligavereins Alkmaar brach ein) mit Orkanböen und Regenschauern schaffte Klein es mit Hilfe von Charlotte Becker, sich abzusetzen. Im Spurt einer Dreiergruppe holte sie dann die Bronzemedaille. Charlotte Becker kam mit der Verfolgergruppe ins Ziel und wurde drittbeste Deutsche.

RSV Unna eine Stütze der Nationalmannschaft

RSV Vorsitzender Hans Kuhn drückte Franziska Koch vor Ort die Daumen. © rsv

Den gleichen Rennverlauf gab es im abschließenden Rennen der Elite-Männer vor vielen zehntausend Zuschauern im radsportbegeisterten Nordholland. Justin Wolf sorgte mit seinen deutschen Mitstreitern dafür, dass das Rennen von Anfang an schnell wurde. Auf der kurvenreichen Innenstadtstrecke zog sich das Feld von Beginn an in die Länge. Sehr frühzeitig kam es auf der Windkante Teilungen des Feldes. Vorne konnte Mitfavorit Pascal Ackermann sich mit seinem Teamkollegen Rüdiger Selig in einer 13 Fahrer starken Gruppe absetzen. Hinten arbeitete der verbliebene deutsche Rest daran, dass keine weiteren Fahrer aufschließen konnten. In den letzten Runden konnte sich Ackermann in einer Dreiergruppe absetzen. Leider gehörten seine Mitfahrer Lambert aus Belgien und Viviani aus Italien dem gleichen Rennstall (Quickstep) an und zermürbten durch wechselseitige Angriffe den Deutschen, der sich zum Schluss mit der Bronzemedaille zufriedengeben musste.

Hoffen auf WM-Nominierung

Die Radsportverbandsführung war mit dem Auftreten des gesamten Teams sehr zufrieden. Gespannt kann man nun sein, wer für die Weltmeisterschaften im September in Yorkshire/England nominiert wird. Der RSV-Vorstand um Frank Schemmer und Hans Kuhn unterstützten die RSV-Starter nach Kräften vor Ort und waren besonders stolz darauf, dass erstmals in der Vereinsgeschichte vier Sportler an einer internationalen Meisterschaft gleichzeitig teilnahmen. Der verstorbene RSV-Vereinsgründer Reinhold Böhm wäre über die derzeitige Entwicklung im Profi-, Breitensport- und Nachwuchsbereich des Vereins bestimmt hoch erfreut.

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