RSV Altenbögge setzt zum Sprung in die Verbandsliga an

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Trotz der Tabellenführung ist für den RSV Altenbögge der Aufstieg in die Verbandsliga keine Pflicht. Trainer Jens Schulte-Vögeling nennt in einem Interview die Gründe für den Aufschwung.

von Mats-Yannick Roth

Bönen

, 23.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die heimischen Handballer müssen mindestens bis zum 19. April pausieren. Unsere Sportredaktion sucht in der ebenso unfreiwilligen wie unumgänglichen Pause den Draht zu den Protagonisten der heimischen Handball-Szene. Heute im Gespräch: Jens Schulte-Vögeling, Trainer des Landesliga-Tabellenführers RSV Altenbögge.

Herr Schulte-Vögeling, auch Ihr Team hat natürlich am allgemeinen Sportverbot zu knacken. In welchem Rahmen trainieren Sie derzeit noch mit Ihrer Mannschaft?

Genau wie alle anderen auch haben wir nur die Möglichkeit, uns individuell fitzuhalten. Da ist jeder selbst gefragt, etwas für sich zu tun. Es ist nicht nur sportlich gesehen blöd, sondern auch in allen anderen beruflichen und privaten Bereichen. Das Schlimmste ist, dass man nicht weiß, wann und wie es weitergeht..

Was glauben Sie, wird dieses Spieljahr überhaupt noch einmal angepfiffen?

Am Anfang hab ich es geglaubt. Inzwischen, nach allem, was man auch so aus anderen Sportarten hört und liest, glaube ich es nicht mehr. Wir gehen das erst einmal gelassen an. Wenn die Saison irgendwie gewertet wird, haben wir ganz gute Chancen, weil wir sowohl nach der Hinrunde als auch zuletzt Tabellenführer waren. Wenn die Saison gar nicht gewertet wird, wäre es schon blöd, aber auch das könnten wir dann nicht ändern. Es wird immer Vereine geben, die nicht einverstanden sind. Vor allem die, die gerade auf einem Abstiegsplatz stehen..

In der ersten Landesliga-Saison unter Ihrer sportlichen Leitung lief es bis zuletzt hervorragend. Wie fällt Ihr persönliches Fazit aus?

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Wir hatten nur zehn Feldspieler, die fest zum Kader der ersten Mannschaft zählten. Damit haben wir es wirklich sehr gut gelöst. Wir hatten uns vor der Saison das Ziel gesetzt, oben mitzuspielen. Dass es so gut lief, war schon etwas überraschend. Ich verstehe die 34:4 Punkte aber auch als den Lohn unserer Arbeit. Dass wir Erster werden und womöglich aufsteigen, war nicht das absolute Ziel. Trotzdem wäre es für uns jetzt sehr ärgerlich, wenn die Saison abgebrochen würde..

Welche Entwicklung haben Sie im Laufe der Saison ausgemacht?

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Ich habe den Weg fortgeführt, den mein Vorgänger Tino Stracke schon eingeschlagen hatte. Der Grundstein wurde schon in der letzten Saison gelegt, was beispielsweise den Einbau von neuen Spielern angeht. Wir sind in vielen Spielen dann noch mal etwas mehr Tempo gegangen und sind, denke ich, auch konditionell ganz gut aufgestellt. Das Durchwechseln ohne großen Qualitätsverlust klappt richtig gut. Das ist ein großer Vorteil gegenüber unserer Konkurrenz..

Was war in der Saison 2019/2020 das beste Erlebnis mit Ihrer Mannschaft?

Jens Schulte-Vögeling geht beim RSV in sein erstes Trainerjahr.

Jens Schulte-Vögeling geht beim RSV in sein erstes Trainerjahr. © Boris Baur

Das Spitzenspiel gegen Herne war schon bombastisch (25:19-Auswärtssieg, Anm. d. Red.). Die Unterstützung unserer Fans war hervorragend und wir haben ein richtig gutes Spiel gemacht. Das wird uns sehr gut in Erinnerung bleiben. Auch das letzte Heimspiel gegen Oberaden II war klasse. Das war ein super Gefühl, in eigener Halle vor so vielen Fans zu spielen..

Was war in dieser Saison das bitterste Erlebnis?

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Die schwere Knieverletzung von Kai Kleeschulte, der bis dahin eine hervorragende Saison im Tor spielte, hat uns schon ziemlich geschockt. Die anderen Torhüter um Dirk Joneleit, Niklas Dickschat und Marvin Wollek haben die Situation dann toll angenommen und zum Teil richtig starke Leistungen gezeigt. Auch der Saisonstart mit der Niederlage in Brechten war natürlich ein Negativ-Erlebnis. Wahrscheinlich aber ein Warnschuss zur rechten Zeit..

Beim RSV hat sich in den letzten drei, vier Jahren viel getan. Wo soll die Reise mittelfristig hingehen?

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Die Ziele, die wir uns in dieser Saison gesetzt hatten, haben wir erreicht: Nämlich oben mitzuspielen und die A-Jugendlichen gut zu integrieren. Ich kann den Nachwuchsspielern nur ein großes Lob aussprechen. Wenn wir in der Landesliga bleiben, wollen wir in der neuen Saison natürlich wieder mitspielen. Wenn wir aufsteigen sollten, die Verbandsliga halten..

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie bewerten Sie die bislang gespielte Saison?

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Mit einer 8,5..

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