Es ist schwer, für ein Heimspiel des BVB ein Ticket zu bekommen. Die Nachfrage ist riesig. Dafür ist auf den Zuschauerrängen der Amateurvereine viel Platz, den es künftig zu füllen gilt.

Kreis Unna

, 20.12.2018, 15:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das wird im neuen Jahr eine Hauptaufgabe von Ulrich Rolfing (Hamm) sein, der sich im Fußballkreis Unna/Hamm verstärkt um die Kreis- und Vereinsentwicklung kümmern soll. Unsere Sportredaktion sprach mit dem Funktionär über die Suche nach Ehrenamtlichen, das neue Freizeitverhalten und den Profifußball.

? Warum wird Ihre Position als Ehrenamtsbeauftragter um die Thematik „Kreis- und Vereinsentwicklung“ erweitert?

Es gibt jede Menge Themenbereiche, die auch für die Vereine in Zukunft einen immer breiteren Rahmen einnehmen. Ganz wichtig wird es sein, neue Mitarbeiter und Ehrenamtliche zu gewinnen. Der Vereinssport muss für jeden wieder interessant werden. Nur so kommen die Mitglieder wieder zurück auf die Sportplätze, nehmen am Vereinsleben teil.

? Wieso herrscht so ein mangelndes Interesse – vor allem unter dem Nachwuchs?

Die Gesellschaft hat sich mit den Jahren halt verändert. Der Profi-Fußball läuft den Amateuren den Rang ab. Heute besteht die Möglichkeit, an jedem Tag im Fernsehen ein Spiel zu sehen. Alles wird überall gezeigt. Da überlegt sich der ein oder andere, ob er samstags oder sonntags auf den Sportplatz um die Ecke geht oder schlichtweg auf der Couch sitzen bleibt. Auf der anderen Seite ziehen die Events wie BVB und Schalke 04 die Zuschauer in die Stadien.

Profi-Fußball läuft den Amateuren den Rang ab

Ulrich Rolfing - hier an der Seite von Ex-Nationalspieler Bernhard Dietz - kümmert sich künftig um die Vereinsentwicklung. © Neumann

? Ist denn nur der Profifußball an allem schuld?

Nein, es hat sich auch das Freizeitverhalten der Menschen geändert. Die Zeiten, in denen jeder Sonntag für Sonntag mit Kind und Kegel auf den heimischen Fußballplatz ging, sind vorbei. Andere Sportarten haben zudem aufgeholt. Auf der anderen Seite rückt die Familie immer mehr in den Mittelpunkt. Heute teilen sich Mutter und Vater die Erziehung, verbringen gemeinsam mit ihren Kleinen das Wochenende. Das ist natürlich gut so, nur noch schöner wäre das alles auf dem Fußballplatz.

„Heute besteht die Möglichkeit, an jedem Tag im Fernsehen ein Fußballspiel zu sehen. Alles wird überall gezeigt.“
Ulrich Rolfing, Ehrenamtsbeauftragter des Fußballkreises Unna/Hamm

? Und weil die Menschen nicht mehr so oft auf den Amateurplatz gehen, fehlt es zunehmend auch an Ehrenamtlichen?

Ja, das kann man so auf den Punkt bringen. Ab dem neuen Jahr will auch der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen die Thematik vermehrt angehen. Auch dort ist der Posten „Vereins- und Kreisentwicklung“ so noch nicht besetzt. Ein konkretes Konzept gibt es nicht. Das soll erarbeitet werden.

? Fehlen die Ehrenamtlichen denn nur bei den Fußballern oder tritt dieses Problem auch in anderen Bereichen auf?

Sowohl bei den Fußballer als auch bei den Leichtathleten mangelt es an freiwilligen Helfern und Übungsleitern. Es gibt keine offiziellen Zahlen, die das belegen, aber ich kann das aus den Gesprächen mit den Vereinen ableiten. Selbst die Teilnehmerzahlen bei den Anwärter-Lehrgängen der Schiedsrichter gehen zurück. Nun sind wir im Kreis Unna/Hamm glücklicherweise mit Schiedsrichtern noch gut ausgestattet, aber ein erster Trend ist erkennbar.

? Was steht nach der Gewinnung von ehrenamtlichen Mitarbeitern noch auf der Agenda?

Da werden wir vor allem die Vereine fragen müssen. Ich kann mir vorstellen, dass verschiedene Qualifizierungsangebote dazukommen. Informationsbedarf besteht bei den Clubs sicherlich im Bereich Finanzen, Sponsoring und Marketing. Wir werden auch die Reihe der Vorstands-Treffs fortsetzen. Zuletzt gab es eine Zusammenkunft zum Thema „Integration“. Fest steht, dass wir als Fußballkreis unterstützt vom Verband den Vereinen weiterhelfen wollen.

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