Neuer Corona-Lockdown: Ist das Jahr 2020 für die Amateurfußballer schon gelaufen?

dzFußball

Bis Ende November ist die Saison 20/21 wegen der Coronakrise unterbrochen. Ob die Amateurfußballer in diesem Jahr überhaupt noch einmal um Punkte spielen, erscheint aktuell mehr als fraglich.

Kreis Unna

, 29.10.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kein Amateurfußball mehr in diesem Jahr: Dieses Szenario scheint plötzlich wahrscheinlich, nicht nur für Michael Allery. Der Vorsitzende des Fußballkreises Unna/Hamm sagt: „Die Politik hat ja auch das Training bis Ende des Monats untersagt. Selbst wenn zu diesem Zeitpunkt die Auflagen wieder gelockert werden, müssten wir den Vereinen zwei Wochen Zeit geben, um trainieren zu können. Dann ist schon fast Weihnachten und beginnt die Winterpause. Nein, ich kann mir nicht vorstellen, dass in 2020 noch einmal gespielt wird.“

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Droht sogar erneut ein Abbruch der Spielzeit? Szenarien aus dem Frühjahr dieses Jahres sind den Amateurkickern immer noch in bester Erinnerung. Wegen des Coronavirus wurde die Spielzeit zunächst Anfang März unter- und später dann ganz abgebrochen.

Doch der Verband hat vorgebaut, damit dies so schnell nicht noch einmal geschieht. „In die Spielordnung wurde aufgenommen, dass die Saison dann gewertet wird, wenn 50 Prozent der eigentlich angesetzten Spiele ausgetragen werden. Nach der so entstandenen Tabelle regeln sich auch der Auf- und Abstieg. Erst wenn wir unter dieser Quote bleiben, könnte es ein erneutes vorzeitiges Aus geben“, sagt Allery. Er hatte schon vor dem Start in die Saison 20/21 ein mulmiges Gefühl und gefürchtet, dass nicht alles wie gewünscht läuft. „Leider hat sich das bewahrheitet“.

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Gespannt haben die Fußballer am Mittwochabend Richtung FLVW geschaut. Zuvor hatten die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten beschlossen, dass der komplette Amateursport neben vielen anderen Freizeitangeboten ab dem 2. November aufgrund der beängstigenden Corona-Infektionszahlen pausieren muss.

Kreisvorsitzender Michael Allery glaubt nicht daran, dass in diesem Jahr noch einmal gespielt wird.

Kreisvorsitzender Michael Allery glaubt nicht daran, dass in diesem Jahr noch einmal gespielt wird. © Neumann

Bis zum 2. November standen aber noch Pokal-, Nachhol- und angesetzte Ligaspiele auf dem Programm. Der FLVW-Vorstand und die Kreisvorsitzenden folgten schließlich dem Vorschlag des Verbandsfußball-Ausschusses und setzten den kompletten Spielbetrieb schon ab Donnerstag aus.

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„Ich bin sehr froh, dass diese Entscheidung so gefallen ist. Über das Thema herrschte große Einstimmigkeit“, so der Kreis-Chef. Gleicher Meinung war im Übrigen auch Dortmunds Kreisvorsitzender Jürgen Grondziewski. „So wie ich es wahrgenommen habe, ist allen ein Stein vom Herzen gefallen.“ Die Entscheidung, die Spielzeit sofort zu unterbrechen, wurde den Vereinen schon kurz nach Ende der Telefonkonferenz übermittelt. „Der Informationsfluss des FLVW war wirklich vorbildlich“, lobte Allery.

Nun stellt sich zwangsläufig die Frage, wie es im kommenden Jahr nach einer mehrmonatigen Pause weiter gehen könnte. Darauf zu setzen, früher zu starten, also bereits Anfang Februar, sei hypothetisch, meint Allery. „Wir sollten alle unnötigen Diskussionen vermeiden. Es gibt so viele Unwägbarkeiten. Sicher ist, dass wir uns als ehrenamtliche Mitarbeiter des Verbandes nicht über eine Entscheidung der Politik hinwegsetzen können und werden“.

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Das bedeutet im Klartext: Erst wenn Bundes- und Landesregierung grünes Licht für eine Fortsetzung der Spielzeit geben, wird dies auch in Angriff genommen. Geschehen wird dies natürlich erst, wenn sich die Infektionszahlen spürbar auf ein vertretbares Maß reduziert haben.

Und dann äußern Allery, Grondziewski und alle anderen Kreisvorsitzenden noch eine Bitte. „Wir können den Vereinen ja nicht verbieten, bis zum 2. November zu trainieren. Trotzdem sollte auf alle Trainingseinheiten bis Montag verzichtet werden.“

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