Andreas Amberger vom Lauf Team Unna ist Mister Marathon. Er hat bereits seinen 100. Marathon bewältigt - und das wird nicht der letzte sein, wie er im Interview verrät.

Unna

, 11.02.2020, 10:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie und wann sind Sie eigentlich zum Laufen gekommen?

Wie viele andere bin ich durch einen Bekannten zum Laufen gestoßen. Er hatte mich 2003 gefragt, ob ich an einem Staffelmarathon teilnehmen möchte. Wir waren zu fünft und mussten je 8,4 Kilometer absolvieren. Von diesem Moment an war die Lust am Laufen erwacht und ich habe mich dann stetig weiterentwickelt.

Hatten Sie von vornherein das Ziel, einen Ultra-Marathon zu absolvieren?

Nein, das kam für mich von vornherein gar nicht in Frage. An solche Distanzen habe ich zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht zu denken gewagt.

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Wann sind Sie ihren ersten Marathon gelaufen?

Den ersten Marathon bin ich im Jahr 2005 in Koblenz gelaufen. Das war auch gleichzeitig der erste Mittelrhein-Marathon.

„Ich genieße es, mich in der Natur zu bewegen.“
Andreas Amberger

Und wie ist es dann zur Ultradistanz und den ersten Trails gekommen?

Im Laufe der Jahre habe ich für mich festgestellt, dass das schnelle Laufen und damit die mitunter sehr anstrengende Marathonvorbereitung nichts für mich ist. Die Ausdauer ist da und somit entschied ich mich für die längeren Läufe. Ich genieße es, mich in der Natur zu bewegen und so war es naheliegend, auf die Trailläufe umzusteigen. Eine Entscheidung, die ich nicht im Geringsten bereue.

Nutzen Sie sportpsychologische Untersuchungen und lesen entsprechende Literatur zur Vorbereitung?

Nun ja, durch entsprechende Literatur nutze ich diese zum Teil. Wenn es nicht mehr läuft, dann gehe ich und wenn es nicht mehr geht, dann laufe ich eben.

Wie motivieren Sie sich bei einem Durchhänger im Wettkampf?

Zum Glück habe ich davon noch nicht so viele gehabt. Wenn es denn so ist, dann gehe ich eine Weile und unterhalte mich dann auch mit anderen Läufern, die sich auf der Strecke befinden. Das lenkt ab und es kommt der Zeitpunkt, an dem es wieder weiter geht. Grundsätzlich versuche ich, die mir zur Verfügung stehende Zeit zu nutzen.

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Wie sehen Ihre Freunde und Familie Ihre Laufleidenschaft?

Viele meiner Angehörigen und Freunde halten mich, wie heißt es so schön, für verrückt. Dennoch erfahre ich immer wieder entsprechende Anerkennung und Respekt. Es ist auch sehr schwer, wenn nicht fast unmöglich, einem Nichtläufer die Leidenschaft des Laufens zu erklären.

Haben Sie andere Menschen schon mit mit dem Laufen infiziert?

Ja das ist durchaus der Fall. Drei meiner Kinder und auch einige Freunde hat es erwischt.

Gibt es noch eine Laufveranstaltung, an der Sie gern teilnehmen möchten?

Das gibt es einige. Als erstes wäre da der Trans Alpin Ultra (TAR). Ein Lauf im hochalpinen Gelände über 5 Etappen mit extrem viel Höhenmetern oder der Madeira Island Ultra Trail. Es gibt so viel schöne Läufe.

„Der anspruchsvollste Lauf ist die Tortour de Ruhr über den Ruhrtalradweg.“
Andreas Amberger

Was war Ihr schönster Wettkampf? Welches Ihr anspruchvollster Wettkampf?

Als schönsten Lauf würde ich die Meilen beim Thüringen Ultra im Jahr 2016 bezeichnen, welcher zudem auch mein erster 100 Meiler war. Der anspruchsvollste Lauf war definitiv die Tortour de Ruhr vor zwei Jahren von der Ruhrquelle zum Rheinorange in Duisburg über den Ruhrtalradweg. In Summe waren das 230 Kilometer, die ich dank einer tollen Unterstützer-Crew erfolgreich gemeistert habe.

Nach welchen Kriterien suchen Sie Wettkämpfe aus?

Grundsätzlich müssen mich die Strecken ansprechen. Und das Preis-Leistungsverhältnis sollte ebenfalls passen. Da gibt es mitunter noch gewaltige Unterschiede.

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Der 100. Marathon ist gelaufen, ist das nächste Ziel der 200. - und dann das Karriereende?

Solange mein Körper nicht in Streik tritt und ich gesund bleibe, werde ich weiterlaufen. Das bedeutet für mich ein offenes Ende und somit wird auch bei der 200 nach Möglichkeit noch nicht Schluss sein.

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