Michel Heßmann Deutscher Meister im Zeitfahren

Radsport

Michel Heßmann sprintet weiter auf dem Erfolgsweg. Jetzt wurde der talentierte RSV-Radsportler Deutscher Meister - im Zeitfahren.

Unna

21.08.2018 / Lesedauer: 3 min
Michel Heßmann Deutscher Meister im Zeitfahren

Michel Heßmann enteilte der Konkurrenz.Reichert

Wenige Wochen nach seiner Top-Platzierung bei den Europameisterschaften (Rang vier im Zeitfahren), hat der Unnaer Junioren-Radrennfahrer Michel Heßmann jetzt für die nächste „Überraschung“ gesorgt. Der 17-Jährige fuhr bei den Deutschen Meisterschaften in Otter (Niedersachsen) auf Platz eins im Zeitfahren. Dabei hatten ihn viele für die DM in dieser Disziplin nicht auf dem Zettel, wenn es um die Medaillenplätze gehen sollte. „Ich war schon überrascht, dass ich nicht zu den Mitfavoriten gehören sollte. Dann habe ich ein wenig geschmunzelt und dies als Ansporn genommen“, so Heßmann im Vorfeld der Meisterschaft.

Die Favoriten starten immer am Ende ins Zeitfahren. Heßmann zählte scheinbar nicht zu den Besten. Die Jury setzte ihn in die Mitte der knapp 120 Fahrer. Um 14.15 Uhr hieß es für ihn dann „contre la montre“ (gegen die Uhr). Ein Fahrer, Michel Heßmann gegen die Uhr, den Wind, die Schmerzen und am Ende dann natürlich auch gegen die anderen Fahrer.

„Ich wollte es eigenetlich ruhig angehen.“

„Ich wollte die zwei Runden über je 9,3 Kilometer eigentlich sehr ruhig angehen und mich dann weiter steigern. Das hat aber irgendwie - eigentlich wie immer - nicht funktioniert. Ich bin recht schnell losgefahren.“

Nach einer Runde zeigte die Uhr die Zwischen-Bestzeit an. Okay, wer Michel und seine Möglichkeiten kennt, hatte zu diesem Zeitpunkt damit gerechnet. Er blieb mit Druck auf dem Pedal. „Am Ende hatte ich das Gefühl, dass die Strecke länger und länger wird. Mir schwanden die Kräfte.“ Letztlich hatte er eine Wattleistung von durchschnittlich 380 Watt über die 18.5 Kilometer abgeleistet – Bestzeit.

Aber es standen ja noch 69 Fahrer auf der Startrampe, dabei auch die großen Favoriten. Es begann das Warten und Zittern auf dem heißen Stuhl. Es wurde lange Zeit nicht eng, sodass Heßmann ruhig und entspannt zusehen konnte.

Hoffen auf den WM-Start in Innsbruck

Der letzte Starter machte aber alles noch einmal richtig spannend. Mit Jacob Geßner ging der Favorit an den Start. Er wurde in der Zwischenzeit seinem Ruf gerecht und drückte eine neue Zwischen-Bestzeit – vier Sekunden schneller als Michel Heßmann, auf den Asphalt. Der pustete auf dem heißen Stuhl und begann noch einmal richtig zu schwitzen - ohne selbst zu fahren. Unterwegs von der Strecke gab es keine Informationen. So vergingen die Minuten. Dann wurde Geßner angekündigt, die Uhr sie lief und lief und am Ende jubelte Michel Heßmann. Er war in der zweiten Runde satte 12 Sekunden schneller als Geßner, der sich die Silbermedaille sicherte.

Ganz oben aber stand Michel Heßmann auf dem Podest, der damit, nach seinen drei DM-Titeln im Vorjahr, den ersten in diesem Jahr folgen ließ. „Jetzt hoffe ich, auch bei der WM in Innsbruck starten zu dürfen. Ich bin total happy und freue mich riesig auf das, was jetzt kommt.“

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