„Mach et, Otze!“ - Vor Totensonntag hagelt es regelmäßig Gelbe Karten

dzFußball

Es ist jedes Jahr dasselbe: Vor dem Totensonntag hagelt es in den Amateurligen der Fußballer jede Menge Gelbe Karten - teils mit Absicht der Spieler.

von Thorsten Teimann, Ulrich Eckei

Kreis Unna

, 20.11.2019, 13:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da läuft ein Kicker bei einer Auswechslung zu früh auf das Spielfeld, da meckert ein Fußballer den Schiedsrichter von der Seite an oder es erfolgt mal eben ein absichtliches Handspiel. All diese Regelverstöße ziehen beim Fußball eine Verwarnung - sprich die Gelbe Karte - nach sich. Das wissen auch die Fußballer, spätestens aber deren Trainer.

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Eine Statistik ist dabei immer wieder auffällig: Am Spieltag vor Totensonntag handeln sich vermehrt Fußballer diese Verwarnungen ein - und das teilweise mit Absicht.

Der Blick in die Kreisliga A (2) macht deutlich: Nach dem jüngsten Spieltag erhielten allein in dieser Liga zehn Spieler die fünfte Gelbe Karte. Sie alle müssen ein Spiel oder aber zehn Tage pausieren. Da kommt der spielfreie Totensonntag doch gerade recht. Dank des stillen Feiertags können die zehn Kicker bereits wieder am 1. Dezember ihre nächsten Meisterschaftspartien bestreiten und fehlen ihren Mannschaften nicht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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Die fünfte Verwarnung in der A (2) sahen zuletzt Martin Herbort (BSV Heeren), Tom Zentgraf (GS Cappenberg), Ahmet Cirak (Kamener SC), Elyesa Dumanli (RW Unna), Andreas Meng, Marko Schott, Christopher Neithart (SV Bausenhagen), Christoph Wickfeld (SV Frömern), Emmanel Abaraonye (SuS Oberaden) und Marven Hennig (VfL Kamen). Alle sind gerade gesperrt - bis einschließlich 27. November.

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Ob sie sich im Stile des ehemaligen Kölner Stürmers Frank Ordenewitz absichtlich die Karte einhandelten, ist nicht bestätigt. Der Bundesliga-Spieler soll 1991 im Pokal-Halbfinale gegen den MSV Duisburg mit den Worten „Mach et, Otze“ durch seinen Trainer Erich Rutemöller dazu aufgefordert worden sein, eine Rote Karte zu provozieren. Ordenewitz hatte sich im laufenden Pokalwettbewerb die zweite Gelbe Karte eingehandelt und wäre für das Finale gesperrt gewesen. Eine Rote Karte im Halbfinale hätte er nach damaligem Regelwerk im Meisterschaftsbetrieb absitzen können. So also schlug der FC-Stürmer kurz vor Spielende den Ball weg und erhielt die Rote Karte. Der Weg ins Finale war frei - eigentlich. Sein Trainer Rutemöller verplapperte sich allerdings anschließend über den Plan, sodass der Deutsche Fußball-Bund Ordenewitz schließlich doch für das Finale sperrte. Werder Bremen wurde am Ende übrigens Pokalsieger.

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