„Leichte Sommererkältung“: Corona-Fall des SuS Oberaden bekam vom Arzt einen Freibrief

dzFußball

Er war der erste Corona-Fall beim SuS Oberaden. Nun spricht der Spieler erstmals darüber und erklärt, wie die vergangenen Tage für ihn waren.

Oberaden

, 06.08.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während vergangenen Samstag knapp 20.000 Menschen durch Berlin marschierten, ohne Abstand, ohne Masken, dabei in großen Teilen das Coronavirus leugneten, saß Rolf X. (Name geändert) in seinem Zimmer auf seinem Bett.

X. wartete auf das Ergebnis seines Tests, den er hat machen lassen - auf Covid-19, das Coronavirus. Fünf Tage zuvor ging die dramatische Woche, die sich für X. wie eine Odysse angefühlt hat, los. Montags bekam X., der anonym bleiben möchte, Fieber und schmeckte immer weniger.

Angeblich eine leichte Sommererkältung

Am Mittwoch entschloss er sich, zum Hausarzt zu gehen. X. fühlte sich zwar schon besser, aber der leichte Geschmacksverlust machte ihm Sorgen. Der Arzt, dessen Name X. nicht nennen möchte, hätte gesagt, es handelt sich um eine leichte Sommererkältung. Er solle sich ausruhen und sobald er wieder fit ist, könne er wieder ganz normal seinen Hobbys nachgehen.

X. spielt Fußball beim A-Kreisligisten SuS Oberaden. Das tut er bereits seit mehreren Jahren. X. machte sich weniger Sorgen, er fühlte sich besser, die Probleme mit dem Geschmackssinn schienen verflogen zu sein. Donnerstag ging er zum Training seines Klubs, am Freitagabend lief er im Freundschaftsspiel gegen den Landesligisten Türkspor Dortmund auf.

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Den Tag darauf war sein erster Arbeitstag bei einer neuen Stelle. Er ging hin, merkte aber erneut die Probleme mit dem Geschmackssinn. Dieser war komplett verschwunden. „Ich bin dann nach der Arbeit zum Klinikum Nord nach Dortmund gefahren und habe mich auf das Coronavirus testen lassen“, erzählt er.

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Einen Tag später gab es die Nachricht für X., dass er sich mit dem Coronavirus infiziert hatte. Wie das passieren konnte, war für ihn nicht erklärbar. Von da an ging es für ihn darum, alle Kontakte der vergangenen Tage zurückzuverfolgen. Er gab seinem Arbeitgeber, seinem Verein und seiner Familie Bescheid. „Man fühlt sich schuldig“, erzählt X., „obwohl man ja gar nichts dafür kann.“

Die Mitspieler „waren nicht gerade erfreut“

Sein Fußballverein, der SuS Oberaden handelt im Anschluss vorbildlich, informiert alle Personen, die mit X. in den vergangenen Tagen hätten Kontakt haben können und ließ alle Spieler sowie Trainer testen. Vier Tests waren positiv. Alle vier saßen gemeinsam mit X. in einer Kabine. „Die waren nicht gerade erfreut“, sagt X. über die Reaktion seiner Mitspieler.

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Er selbst ist seitdem in Quarantäne, verlässt das Zimmer im Hause seiner Eltern nicht. „Die lassen das auch nicht zu“, sagt er. Seine Eltern haben sich auch testen lassen, seine Mutter und seine Schwester sind ebenfalls positiv. Der Vater und sein Bruder nicht.

X. selbst geht es mittlerweile besser. „Mir geht es wieder gut“, erzählt er. Bis kommenden Dienstag befindet sich X. in Quarantäne, dann darf er wieder raus. X. hat noch einen Appell. „Mit dem Virus ist nicht zu spaßen“, sagt Rolf X.

Beim SuS Oberaden liegen jetzt alle Testergebnisse vor

Fausto Nuzzo, Sportlicher Leiter des SuS Oberaden, hat inzwischen von allen Beteiligten die Testergebnisse. „17 Akteure und die Trainer haben sich testen lassen - 14 waren negativ, vier positiv. Alle sind in Quarantäne und am 14. August wird erneut getestet. Läuft da alles gut, starten wir wieder ins Training und absolvieren das Testspielprogramm so, wie wird es zuvor geplant haben“, sagt Nuzzo.

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