Laura Nolte nach dem Sturz: „Ich mache mir jetzt keinen Kopf“

dzBobsport

Ausgerechnet in der Kurve 13 zerplatzten die Hoffnungen von Bob-Pilotin Laura Nolte beim Weltcup-Auftakt in Sigulda. Die Erklärung dafür war rasch gefunden.

von Dirk Berkemeyer

Unna

, 22.11.2020, 14:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das hatte sich Laura Nolte sicher ganz anders vorgestellt. Der Weltcup-Auftakt der jungen Bobpilotin aus Unna ging mit einem Sturz in Sigulda mächtig in die Hose. Ausgerechnet in der berüchtigten Kurve 13 machte die 21-Jährige einen folgenschweren Fehler. Der Bob kippte um und rutschte auf der Seite liegend durch den Eiskanal. Bis dahin waren Nolte (BSC Winterberg) und ihre Anschieberin Deborah Levi (SC Potsdam) auf der schwierigen Bahn im lettischen Mekka des Bobsports perfekt unterwegs gewesen.

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Schon am Start legten die beiden Startraketen in 5,21 Sekunden einen absoluten Rekord hin. So schnell war ein Frauen-Bob in Sigulda bis dahin noch nicht angeschoben worden. Auch den engen oberen Teil der Bahn meisterte die junge Pilotin perfekt und kam mit einem satten Vorsprung von 15 Hundertstel Sekunden in den unteren Bahnbereich. Danach nahm das Schicksal jedoch seinen Lauf

„Schon der Übergang von der Kurve zwölf auf die 13 war nicht wirklich gut. Somit kamen wir extrem spät in den schnellen Kurvenbereich“, beschreibt die Pilotin die turbulente Phase des Auftaktrennens. „Dazu waren wir extrem schnell und ich habe einfach nicht genug gelenkt.“ Damit war der Sturz vorprogrammiert und ein besseres Ergebnis dahin. Der Bob rutschte zwar noch über die Ziellinie, somit hätte Nolte im zweiten Durchgang sogar noch antreten können. Mit mehr als elf Sekunden Rückstand wäre das aber auch ein ziemlich sinnfreies Unterfangen gewesen.

„Leider sind Laura und Deborah heute ein Opfer der schnellen Bedingungen geworden.“
Rene Spies, Bundestrainer

Schon kurz nach dem Sturz gaben beide Athletinnen aber relativ schnell Entwarnung. „Wir sind okay“, tickerte Nolte in die Heimat. Damit war der erste Schock bereits verdaut. „Leider sind Laura und Deborah heute ein Opfer der schnellen Bedingungen geworden“, haderte auch Bundestrainer Renè Spieß. „Ohne den Fehler wäre ganz sicher ein deutlich besseres Ergebnis dabei rumgekommen.“

Das soll nun am kommenden Wochenende nachgeholt werden, wenn erneut in Sigulda der nächste Weltcup über die Bühne gehen wird. Nolte wird eine möglicherweise vorhandene mentale Blockade also schnell lösen müssen.

„Ich mache mir da jetzt überhaupt keinen Kopf. Am Dienstag steigen wir wieder in den Bob und werden die kommende Trainingswoche dazu nutzen, die Bahn noch besser kennenzulernen“, blickt die Deutsche Meisterin bereits wieder optimistisch in die Zukunft. „Dabei werden die Bedingungen aber ähnlich sein wie in der Vorwoche.“

Laura Nolte

Die Enttäuschung war groß: Laura Nolte (rechts) und Deborah Levi verlassen die Bobbahn. © dpa

Die Bahn war in beiden Trainings vor dem ersten Rennen sehr „reifig“ und damit auch sehr langsam. Pünktlich zum Rennen hin veränderten sich dann aber die Bedingungen. Es wurde deutlich kälter in Sigulda und damit wurde auch die Bahn deutlich schneller. Damit kamen nicht alle Damenteams wirklich gut zurecht. Noltes Teamkollegin Mariama Jamanka konnte es mit ihrer Routine noch am besten lösen und sicherte sich zurecht den Sieg im ersten Wettbewerb.

Aber auch Laura Nolte hat die Hoffnung noch lange nicht aufgegeben und trotz des Sturzes auch ihren Humor schnell wiedergefunden.

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„Unser großer Vorteil ist ja , dass ich in der kommenden Woche bei Training und Wettkampf schon über ein ganzes Jahr mehr Erfahrung verfüge und somit viel souveräner an die Sache herangehen kann“, verkündet die 21-Jährige süffisant.

Am Montag feiert sie nämlich ihren Geburtstag in Lettland. „Mit 22 Jahren verfüge ich dann ja schon über deutlich mehr Erfahrung. Diese neu gewonnenen Routine wollen wir natürlich nutzen.“

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