In Sigulda treten nicht alle Pilotinnen gegen Laura Nolte an

dzBobsport

Der Weltcup steht in den Startlöchern. Im lettischen Sigulda steigt am Samstag der Auftakt für Unnas Bobpilotin Laura Nolte - doch auch das Coronavirus schlägt in diesem Wettbewerb zu.

von Dirk Berkemeyer

Unna

, 20.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf ungewohntem Terrain, der mit vielen weiteren Unwägbarkeiten gepflastert ist, startet Unnas Bob-Pilotin Laura Nolte am Samstag in den Weltcup.

Im lettischen Sigulda geht bereits ab 8 Uhr Ortszeit (9 Uhr MEZ) der erste Damen-Weltcup im Zweierbob über die Bühne.

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Wie viele Starterinnen überhaupt ins Rennen gehen können, wird sich erst recht kurzfristig entscheiden. „Corona hat auch hier zugeschlagen, die komplette russische Mannschaft wurde suspendiert und kann nicht teilnehmen“, berichtet Nolte. „Auch Australien und Großbritannien befinden sich noch in Quarantäne. Es werden wohl also nur acht oder neun Starterinnen sein.“

Nolte selbst geht selbstbewusst ins Rennen und hofft auf einen möglichst fehlerfreien Lauf. Der ist auf der Kunsteisbahn in Sigulda aber gar nicht so einfach. „Die Bahn ist vor allem im oberen Teil extrem eng und es gibt viele Kurven“, weiß Nolte. „Eigentlich so gar nicht mein Terrain, denn ich lasse den Bob gerne auch mal fliegen.“

„Im Vorfeld habe ich mir auf YouTube verschiedene Kamerafahrten in der Bahn angesehen.“
Laura Nolte, Bobpilotin aus Unna

Keine guten Erinnerungen hat die Unnaerin auch an ihren letzten Start in Lettland vor zwei Jahren. „Hier sind wir im Training öfters gestürzt“, so die Deutsche Meisterin. „Und das immer bei der Ausfahrt aus der Kurve 13.“ Genau diese und auch noch 15 weitere Kurven gilt es in dem nur 1000 Meter langen Eiskanal also jetzt zu meistern. Dennoch ist Nolte top vorbereitet auf das erste von zwei Saisonrennen in der lettischen Wintersporthochburg. „Im Vorfeld habe ich mir auf YouTube verschiedene Kamerafahrten in der Bahn angesehen und auch die unterschiedlichen Linien eingehend studiert“, gibt Nolte einen Einblick in die modernen Trainingsmethoden während der Corona-Pandemie.

Zudem wurde auch Vor Ort von den Trainern nochmal intensiv auf die Tücken der Bahn hingewiesen. „Das hat alles schon einiges gebracht, denn bislang sind wir immer heile unten angekommen“, lacht die junge Pilotin mit einem Augenzwinkern. Im Abschlusstraining erwischte es Nolte dann doch. Im zweiten von drei Läufen stürzte das Team, blieb dabei aber unverletzt. Schon im dritten Lauf war die junge Pilotin wieder voller Elan dabei.

Flacher Bahnbeginn kommt den beiden Start-Raketen entgegen

Einen hohen Stellenwert auf der extrem kurzen Strecke hat natürlich auch wieder der Start. Hier ist Nolte, die im ersten Rennen gemeinsam mit ihrer etatmäßigen Anschieberin Deborah Levi antreten wird, ebenfalls zuversichtlich. „Der Start ist extrem flach, was uns sehr gelegen kommt“, so die junge Deutsche. Wenn hier alles passt, dann wir es die Konkurrenz schwer haben, mit den beiden Start-Raketen mithalten zu können. Unter Erfolgsdruck setzt sich Nolte aber nicht: „Wir sind ja noch recht neu im Weltcup und müssen uns erst akklimatisieren.“

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Nach dem Auftaktrennen am frühen Samstagmorgen verbleibt das deutsche Team noch eine weitere Woche in Lettland und tritt am 28. November an gleicher Stelle zum zweiten Saisonrennen an. Dann wird Nolte allerdings mit Leonie Fiebig an den Start gehen, die als zweite Anschieberin mit nach Lettland gereist ist und eigentlich der Mannschaft von Pilotin Stefanie Schneider aus Thüringen angehört. Fiebig trainiert des Öfteren mit Nolte im Olympiastützpunkt in Dortmund. Abstimmungsschwierigkeiten dürfte es hier also keine geben.

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