Er ist mit seinen 36 Jahren einer der routiniertesten Keeper der A-Kreisliga. Langschedes David Peixoto Sobral besticht immer noch mit Klasse und ist äußerst selbstkritisch.

Langschede

, 23.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der sympathische Keeper von der Ruhr stellt sich im Interview den Fragen der Sportredaktion, nimmt Stellung zum jungen Langscheder Team, beurteilt Coach Stefan Kortmann und erinnert sich nur ungern an einen Bock beim Kamener SC.

Zur Person

David Peixoto Sobral

David Peixoto Sobral spielte beim SV Langschede, SV Geisecke, SSV Mühlhausen, VfL Schwerte und Lüner SV. Der Keeper ist 36 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Für den Versandleiter ist neben Fußball der Gemüse- und Kräutergarten sein großes Hobby. Der Lieblingsverein ist der BVB und seine Vorbilder sind Iker Casillas und Gianluigi Buffon.

? Sie haben hoch gespielt, warum führte der Weg zurück an die Ruhrbrücke in die Kreisliga A?

Ich habe meine Torhüterkarriere eigentlich vor sieben Jahren beim SSV Mühlhausen beendet. Irgendwie juckte es mir aber dann doch wieder in den Fingern. Nach einem Telefonat mit unserem Vorsitzenden ging dann alles ganz schnell. Ich bin sehr glücklich wieder das Tor meines Heimatvereins zu hüten.

? Nach 17 Spieltagen Platz zehn in der Kreisliga A (2) – für den SV Langschede muss doch eigentlich mehr herausspringen, oder?

Grundsätzlich ist Platz zehn deutlich zu wenig. Ich denke, Platz sechs wäre im Bereich des Machbaren gewesen. Wir müssen uns da allerdings an die eigene Nase fassen. Speziell in puncto Einsatz, Wille und Leidenschaft waren unsere Leistungen in der Hinrunde leider nicht konstant genug. Allerdings konnten wir das Jahr noch mit einem überragenden Sieg in Oberaden abschließen. Ich hoffe sehr, dass die Mannschaft dieses positive Erlebnis mit in das neue Jahr nimmt.

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? Gibt es eigentlich eine Zielvorgabe seitens des Vorstandes?

Wir, der Vorstand, das Trainerteam und die Mannschaft, haben uns vor der Saison natürlich Ziele gesteckt. In erster Linie soll eine Mannschaft auf dem Platz stehen, die sich zu 100 Prozent mit dem Verein identifiziert. Da hat unser Vorstand in den letzten Jahren bereits sehr gute Arbeit geleistet und eine gute Basis mit richtigen Langscheder Jungs geschaffen. Darüberhinaus wollen wir uns natürlich stetig weiterentwickeln.

? Was muss das Ziel des SV Langschede Ihres Erachtens sein? Muss der Verein unbedingt wieder in die Bezirksliga?

Nein, es muss nicht die Bezirksliga sein. Aus meiner Sicht ist das eine ziemlich unattraktive Liga für unseren Verein. Wenn sich die Mannschaft auf Dauer im oberen Tabellendrittel der A2 etablieren kann und ab und zu einen der ganz Großen ärgert, sind alle im Verein schon sehr zufrieden.

? Wo sehen Sie die Stärken Ihrer Mannschaft?

In erster Linie in der mannschaftlichen Geschlossenheit. Eine weitere Stärke ist unser schnelles Umschaltspiel. Das schaue ich mir von hinten aus schon sehr gerne an.

Langschedes Keeper David Sobral: „Im nächsten Sommer werde ich Trainer“

© SVL

? Wo besteht Nachholbedarf?

Wir benötigen mehr Konstanz in unseren Leistungen und müssen unsere persönlichen Fehler minimieren. Wir sind in vielen Spielen durch blöde Fehler in Rückstand geraten. Meine Rote Karte in Bergkamen oder mein Bock beim Kamener SC sind da sicherlich auch gute Beispiele.

Stichpunkte

„Ich wünsche mir für Franz Kampmann den SSV-Aufstieg“

SSV Mühlhausen: Ich verfolge meinen Ex-Verein natürlich noch. Beim SSV habe ich meine persönlich erfolgreichste Zeit verbracht. Ich wünsche dem Verein für die Zukunft nur das Beste und würde mich speziell für Franz Kampmann freuen, wenn der Sprung zurück in die Landesliga gelingt. Holzwickeder SC: Ein Verein mit einer tollen Entwicklung. Hoffentlich vertritt der HSC unseren Kreis noch weitere Jahre in der Oberliga. Königsborner SV: Bereits vor der Saison mein Aufstiegsfavorit. Andi Feiler ist ein herausragender Mensch und Trainer. Ich bin sehr glücklich, einige Jahre unter ihm gespielt zu haben. Deutscher Meister 2020: Nur der BVB! Portugal: Ich wünsche mir natürlich, dass wir den Titel im Sommer verteidigen. Aber die Gruppenphase wird schwer genug. Diese zu überstehen, wäre schon ein großer Erfolg. Ronaldo: Ich mag ihn. Die Entwicklung seiner fußballerischen Karriere beeindruckt mich. Für uns Portugiesen natürlich der beste Fußballer aller Zeiten. Stadtmeisterschaften: Meine letzten Titelkämpfe sind über zehn Jahre her. Die Vorfreude bei mir ist groß. Es wird richtig schwer, diesen Titel zu holen. Titelverteidiger Frömern hat mich beim Turnier in Herren sehr beeindruckt. Aber wir sind heiß und werden alles in die Waagschale werfen.

? Sie hatten in dieser Saison erst zwölf Einsätze und haben 921 Minuten gespielt – vor allem wegen eines Platzverweises. Was war da genau passiert?

Ich bin mit meinen Einsatzminuten absolut zufrieden. Nach sieben Jahren wusste ich selber nicht, wie schnell ich wieder in Form komme. Außerdem sitzt mir mit Georg Folcz ein junger und talentierter Torwart im Nacken. Er hat sich durch seine guten Trainingsleistungen seine Einsätze verdient. Ihm gehört hoffentlich die Zukunft im Tor des SVL. Beim Platzverweis habe ich den Ball außerhalb des Strafraums mit der Hand gespielt und berechtigterweise die frühe Rote Karte bekommen. Das hat mir für die Mannschaft leidgetan.

„Mannschaften sollen sich mit gegenseitigem Respekt begegnen.“
David Peixoto Sobral

? Bewerten Sie doch einmal die Arbeit von Trainer Stefan Kortmann?

Ich kenne Stefan schon aus meiner Zeit in Mühlhausen. Er hat in den letzten Jahren sehr gute Arbeit in Langschede geleistet und hat großen Anteil an der Entwicklung dieser Mannschaft.

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? Können Sie sich selbst vorstellen, einmal den Posten des Trainers zu übernehmen?

Oh ja und das schon nächsten Sommer. Mein Sohn Luis beginnt dann seine Fußballkarierre bei den Mini-Kickern des SV Langschede und ich habe den verantwortlichen Personen bereits mitgeteilt, das Trainerteam zu unterstützen. Im Seniorenbereich ist so ein Posten in Zukunft sicherlich mal eine Überlegung wert. Allerdings genieße ich gerade die aktive Zeit schon sehr.

? Was wünschen Sie dem Amateurfußball für das neue Jahr?

Dass sich die Mannschaften mit gegenseitigen Respekt begegnen und der Fairplay-Gedanke gelebt wird. Ehrgeiz und Rivalität gehören zum Fußball dazu, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Jeder Einzelne kann dazu seinen Beitrag leisten.

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