Kunstrasen: Stadt Unna lässt TuS Hemmerde hängen

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Der TuS Hemmerde hat den Neuaufbau in der Kreisliga B in Angriff genommen. Leichter ginge der, wenn ein Kunstrasenplatz zur Verfügung stehen würde, doch die Stadt Unna lässt sich Zeit.

Hemmerde

, 01.01.2020, 13:10 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der TuS Hemmerde hat seine erste Mannschaft noch vor Ablauf der vergangenen Saison aus der Kreisliga A (2) zurückgezogen, um in der Kreisliga B einen Neuaufbau zu starten. Die Sportredaktion fragte beim 1. Vorsitzenden Dirk Berkemeyer nach, ob der erfolgreich an Angriff genommen werden konnte.

? Der TuS belegt in der Kreisliga B (2) aktuell den achten Platz. Damit können Sie nicht zufrieden sein, oder?

Doch, das passt schon so. Wir haben den kompletten Umbruch durchgezogen und viele Akteure aus der ehemaligen zweiten Mannschaft und somit aus der Kreisliga D hochgezogen. Zudem sind ein paar ehemalige Hemmerder Jungs zurückgekehrt. Es war klar, dass das alles seine Zeit brauchen wird.

? Apropos Zeit… Was macht eigentlich der Kunstrasen?

Ja, ehrlich gesagt, keine Ahnung. Es ist einigermaßen frustrierend, was da seitens der Stadt Unna mit uns abgezogen wird. Die Antragsstellung war im Jahr 2014, nun haben wir 2020. Passiert ist indes nicht viel bis gar nichts.

? Wie stellt sich denn die Situation dar?

Das städtische Bürgerhaus wurde abgerissen und muss nicht mehr bewirtschaftet werden. Alle davon betroffenen Vereine und Gruppen haben eine neue Heimat gefunden. Nur der Sportverein und der Schützenverein - die beiden größten Vereine des Dorfes also - stehen immer noch dumm da.

? Das klingt nicht wirklich optimistisch?

Wir werden da immer wieder vertröstet und haben auch schon unfassbare Sachen erlebt. Mal sollte der neue Platz nach links rutschen, dann wieder nach rechts. Plötzlich war von einem Schützenplatz nicht mehr die Rede, dafür war nun ein Spielplatz für das Neubaugebiet geplant, was eigentlich auf dem Gelände des ehemaligen Bürgerhauses entstehen soll. Das alles haben wir lustigerweise aus der Zeitung erfahren und nicht von der Stadt direkt.

Im Frühjahr 2019 hieß es dann, das kein Trainingsplatz gebaut wird, sondern ein Multifeld für die Kinder des Dorfes. Dazu hätte man allerdings einen Zebrastreifen über die Dorfstraße (Kreisstraße) bauen müssen und zusätzlich die hohen Ufer an beiden Straßenseiten abtragen müssen. Alles ziemlich wirr und nicht wirklich zielführend.

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? Was sagt denn die Stadt Unna?

Auf meine Nachfrage nach einem aktuellen Stand im Oktober 2019 erhielt ich die Antwort, dass es noch keine neuen Informationen geben würde. Von den Personen, mit denen wir damals am Tisch gesessen haben, ist eh nur noch Bürgermeister Werner Kolter in Amt und Würden. Und das ja leider auch nicht mehr so lange. Immerhin gibt es jetzt am 9. Januar einen Ortstermin mit dem Bürgermeister und der Vierten Beigeordneten, Kerstin Heidler. Da werden wir dann hoffentlich auf aktuellen Stand gebracht.

? Hat das Ganze nicht auch negativen Einfluss auf die Gesamtentwicklung des Vereins?

Natürlich, und wie! Vor allem für die Fußballer. Es kommt ja noch hinzu, dass wir nun schon seit Januar 2018 ohne Flutlichtanlage dastehen. Das Sturmtief Friederike hat einen der Masten auf dem alten Sportplatz umgelegt. Die Stadt hat die Anlage im Nachgang nicht mehr repariert, mit der Begründung, dass wir ja bald einen Kunstrasen bekommen. Der ist aber aktuell nicht sichtbar. Somit können wir ab Ende September nicht mehr draußen trainieren. Im Winter darf unsere Erste zwar in Königsborn ran, aber das ist ja auch keine Dauerlösung. 20 Leute aus dem Verein können trainieren, der Rest guckt in die Röhre. Leider kann man Hemmerde von Unna aus nicht sehen, maximal von der Kirchturmspitze aus. Dorthin kommt ja zurzeit auch keiner, deswegen hat uns aktuell wohl keiner auf dem Schirm.

Kunstrasen: Stadt Unna lässt TuS Hemmerde hängen

Für sein ehrenamtliches Engagement wurde Dirk Berkemeyer (li.) 2018 von Hermann Korfmacher ausgezeichnet. © Neumann

? Trotz dieser Unwägbarkeiten. Bleibt Trainer Damian Glombik auch in der kommenden Spielzeit, sind Verstärkungen in Sicht?

Der Trainer kennt den Verein seit Jahren und hat sich von diesen Rahmenbedingungen nicht abschrecken lassen. Er macht auch in der kommenden Saison weiter. Die Sportliche Leitung arbeitet im Hintergrund auch bereits intensiv am neuen Kader und wir werden punktuell sicher Verstärkungen bekommen. Generell setzen wir aber weiter auf das Hemmerder Modell und bauen auf eigene Kräfte.

? In der Nachwuchsarbeit bildet ihr Vereine mit dem SuS Lünern und SSV Mühlhausen eine Jugendspielgemeinschaft, die JSG Hellweg Unna. Wie läuft es dort, sind die Ziele erreicht worden?

Die JSG ist mittlerweile den Kinderschuhen entwachsen. Hier läuft es echt immer besser. Natürlich gibt es am Anfang immer einige Ecken und Kanten, aber die waren wirklich sehr klein. Wir in Hemmerde haben ganz sicher noch Potenzial in Sachen Nachwuchs, was wir noch besser ausschöpfen wollen und müssen.

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? Wer entscheidet dabei, wie die Spieler nach ihrer Jugendzeit bei den Senioren eingesetzt werden?

Das ist klar in den Statuten geregelt. Wer ein Kind in die JSG hineingibt, der bekommt es am Ende der Juniorenzeit auch wieder heraus. Generell sollen die Kinder immer dort in den Verein eintreten, wo sie auch wohnen. Kommen Kinder von außerhalb, wird nach einem Schlüssel verteilt.

? Das neue Jahr hat begonnen. Nennen Sie bitte einen sportlichen Wunsch, der in 2020 in Erfüllung gehen soll.

Wenn am 26. November 2020 eine Mannschaft auf dem neuen Sportplatz in Hemmerde trainieren würde, das wäre ein Traum.

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