Spuckender Kreisliga-Rotsünder profitiert von der Coronapause

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Serkan Adas vom A-Kreisligisten Eintracht Werne wurde im August für sechs Monate wegen Spuckens gesperrt. Der Amateurfußballer profitiert jetzt von der Coronapause.

Kreis Unna

, 19.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Kreispokal-Halbfinale im August zwischen Eintracht Werne und der IG Bönen war es eigentlich nur eine kleine Szene, doch die hat weitreichende Konsequenzen. Serkan Adas von der Eintracht aus Werne hatte in dieser Situation seinen Gegenspieler angespuckt. Der Schiedsrichter hatte das gesehen und Adas die Rote Karte gezeigt. Klare Angelegenheit.

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Vor dem Sportgericht unter der Leitung von Michael Zahorodnyj (Hamm) kassierte der Kicker aus Werne eine sechsmonatige Sperre. „Spucken ist unterste Schublade“, begründete Zahorodnyj das Urteil, das man im Kreise des Sportgerichts auch lange diskutiert habe. Immerhin hätte der Fußballer auch neun Monate lang pausieren können.

Gnadengesuch ist nach der Hälfte der Sperrzeit möglich

Die Sportgerichtsbarkeit sieht nun vor, dass der Verein für seinen Spieler nach der Hälfte der Sperrzeit - in diesem Fall drei Monate - eine Art Gnadengesuch einreichen kann. Adas könnte, soweit dem Gesuch stattgegeben würde, unter Erfüllung verschiedener Auflagen wieder auflaufen - vorerst auf dreimonatige Bewährung. Zahorodnyj: „Die Bewährung wird auch schon einmal mit einer weiteren Auflage ergänzt wie die Zahlung eines Betrags an eine soziale Einrichtung.“

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Das Gnadengesuch von Eintracht Werne wurde mittlerweile aber abgelehnt. Der Grund liegt auf der Hand: In Zeiten von Corona werden Zeitsperren gar nicht mehr ausgesprochen, sondern vielmehr Spielsperren verhängt. Im Fall von Serkan Adas gab es aber nochmals eine Zeitsperre, die bis zum 15. Februar gilt.

Sünder fällt bei seinem Verein in der Coronaphase kaum aus

„Serkan Adas sitzt bis zum 15. Februar seine Zeit ab, denn mit Blick auf die Coronakurve und die Spielausfälle wird er seinem Verein nicht oft fehlen“, sagt der Vorsitzende des Sportgerichts. „Umgerechnet auf eine Spielsperre würden diese sechs Monate insgesamt 24 Begegnungen bedeuten. Das hieße im Umkehrschluss, dass der Werner Spieler erst im Sommer wieder spielberechtigt gewesen wäre. Mit dem zeitlichen Urteil kann er ganz gut leben, denke ich.“

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Der Fußballverband Westfalen hat bekanntlich für dieses Jahr alle Meisterschaftsspiele abgesetzt. Im neuen Jahr bleiben bis zum 15. Februar 2021 nur noch sechs Sonntage - 3. Januar ausgenommen - an denen der Werner gesperrt ist. Berücksichtigt man dabei noch eine zweiwöchige Vorlaufzeit, die der Verband den Vereinen zur Vorbereitung einräumt, dann fehlt Adas vielleicht vier Spiele. Auch ohne Gnadengesuch profitiert der Rotsünder - allein wegen Corona.

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