Das dürfte eine deftige Strafe nach sich ziehen: Ein Spieler aus der Fußball-Kreisliga D (2) soll am vergangenen Wochenende unter falschen Namen aufgelaufen sein. Davon gibt es sogar Bilder.

Kreis Unna

, 18.10.2019, 12:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da war der Ehrgeiz wohl etwas zu groß. Um im Kampf um die Meisterschaft der Kreisliga D (2) weiter oben mitzuspielen, hat ein Bergkamener Verein am Wochenende ganz offensichtlich einen Spieler eingesetzt, der eigentlich noch gesperrt ist und deshalb nicht im elektronischen Spielbericht auftaucht. Einige Indizien sprechen dafür, dass er auf falschen Namen gespielt hat und möglicherweise auch der Pass manipuliert wurde.

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Im konkreten Fall geht es um die Partie der Reserve des VfK Weddinghofen gegen die SG Massen III. Die Platzherren setzten sich in der Begegnung mit 4:3 durch, als den Massenern nach Spielschluss zugetragen wurde, dass es sich bei dem Weddinghofener Spieler mit der Nummer zehn nicht um Hüseyin Okut - so steht es im Spielbericht - sondern um Emre Akpinar handeln soll. Akpinar ist aber laut Massens Geschäftsführer Holger Schwill noch bis ins nächste Jahr hinein gesperrt, darf eigentlich nicht spielen. Deshalb kann der Akteur auch nicht in den elektronischen Spielbericht eingetragen werden.

Das wiederum wirft die Vermutung auf, dass der besagte Kicker unter falschen Namen gespielt hat. Wie Schwill bestätigte, habe Schiedsrichter Andreas Runte (VfL Kamen) bei der Passkontrolle keine Auffälligkeiten bemerkt. Das Bild auf dem Pass und der eingesetzte Spieler stimmten wohl überein. Aber: Das ist auch der Fall, wenn beispielsweise das Bild auf der Spielberechtigung unzulässigerweise getauscht wurde. Zu erkennen ist dies meist an einem fehlenden oder nicht übereinstimmenden Vereinsstempel.

Die SG Massen hat jedenfalls fristgerecht Einspruch gegen die Wertung des Spiels eingelegt - und hat ganz andere Beweise. Holger Schwill: „Unser Spielführer Bogdan Satcau hat sich der Sache angenommen und recherchiert. Er verfügt über Handybilder aus dem Spiel in Weddinghofen und ein anderes von Emre Akpinar. Auf beiden Bildern handelt es sich um die gleiche Person. Der Verdacht ist groß, dass der Akteur unter falschem Namen gespielt hat und möglicherweise der Pass mit einem anderen Bild manipuliert wurde. Dem Schiedsrichter war bei der Passkontrolle ja nichts aufgefallen.“

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Staffelleiter Hans-Günter Heinrichsen hatte die Angelegenheit gleich an das Sportgericht weitergeleitet. „Aus dem Spielbericht gehen ja keine Beweise hervor, dass der VfK Weddinghofen einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt hat. Da ist alles nachvollziehbar.“

Michael Zahorodnyj, Vorsitzender des Sportgerichts Unna/Hamm, bat den VfK Weddinghofen mittlerweile um Stellungnahme. Er geht zudem davon aus, dass im schriftlichen Verfahren verhandelt werden kann - allein um Kosten zu sparen. Das wiederum spricht aber auch dafür, dass klare Beweise vorliegen.

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