Kamener Turnier ohne Zuschauer - einige versuchten es dennoch

dzReiten

Wegen Corona ging quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit das Kamener Reitturnier über die Bühne. Der ein oder andere Kiebitz versuchte dennoch, die Zugangsbeschränkung zu umgehen.

Kamen

, 28.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf eine Vorankündigung für das große Turnier im Hemsack hatte der Zucht-, Reit- und Fahrverein Kamen bereits im Vorfeld verzichtet. In der Corona-Phase sollten die Wettbewerbe ohne Zuschauer stattfinden. So sah es auch das Hygienekonzept vor, das der Verein frühzeitig - noch vor den neuen Lockerungen für Zuschauer - der Stadt Kamen vorgelegt hatte. Einige versuchten dennoch, über Umwege einen Blick auf die Wettbwerbe zu werfen.

Jetzt lesen

„Wir mussten im Arbeitsdienst Corona-bedingt mehr Ordner und Helfer einsetzen. Allein um die personenbezogene Registrierung auf dem Hängerparkplatz kümmerten sich vier bis fünf Helfer. Die mussten ja auch Ankunft und Abreise dokumentieren“, erklärt Vorsitzender Jörg Hattebier. „Ja, der Ordnungsdienst musste auch dafür sorgen, dass die Zuschauer dem Gelände fernbleiben. Viele zeigten Verständnis, wenngleich wir auch deutlich werden mussten.“

So versuchten einige Zuschauer schlichtweg, sich über den benachbarten Hundeplatz Zugang zum Gelände zu verschaffen, wenngleich dieses durch Absperrgitter eingezäunt war. Hattebier: „Aber auch die haben wir nochmals aufgeklärt. Es tut uns leid, aber das Konzept sieht keine Zuschauer vor.“

Pro Pferd und Reiter durfte eine Begleitperson auf das Gelände

Pro Tier durften die Reiter eine Begleitperson mit in den Hemsack bringen. Erst ab dem dritten Pferd war eine zweite Person erlaubt. Berührungsängste musste am Reitturnier-Wochenende im Hemsack sowieso keiner haben, denn es fand immer nur ein Wettbewerb statt. Eine halbe Stunde nach der jeweiligen Prüfung mussten die Starter das Gelände bereits wieder verlassen haben. Siegerehrungen mit Kontakt gab es nicht.

„Wir wollten aber auch kein unnötiges Risiko eingehen.“
Jörg Hattebier

Mittlerweile sind bei Sportveranstaltungen bis zu 300 Zuschauer zugelassen - immer auf Abstand. Hattebier: „Als wir die Ausschreibung für dieses Turnier vorgenommen haben, war das noch nicht der Fall. Wir wollten aber auch kein unnötiges Risiko eingehen, immerhin wäre die Kontrolle schwer gewesen.“ Im September steht ein weiteres Turnier im Hemsack an, das endgültige Konzept dafür steht aber noch nicht.

Corona: Höheres Nennungsgeld und halbierte Preisgelder

Aus rein wirtschaftlicher Sicht hofft der Vereinsvorsitzende, dass das Turnier nicht ein Minusgeschäft war. „Wir konnten mit dem Verkauf kaum Gewinn machen, haben ein höheres Nennungsgeld genommen, mussten aber die Preisgelder halbieren. Am Ende wurde alles so von den Reiterinnen und Reitern akzeptiert. Die waren schlichtweg heiß auf den Turniersport.“

Aus sportlicher Sicht eröffnete bereits am Freitag Vorsitzender Jörg Hattebier das eigene Reitturnier auf Ainé S mit einem Sieg in der Springpferdeprüfung A** mit Wertungsnote 8,0. Einen zweiten Platz belegte Martin Brandt auf Bubble Beat in der Springprüfung Kl. L. Zudem konnte er sich noch mit Bubble Beat in einer Springprüfung Kl. M* mit Joker an elfter Stelle platzieren.

Jetzt lesen

Groß war die Freude bei Steffen Böckmann vom RFV Nordbögge-Lerche, der sich den Sieg im M*-Springen sicherte. Er startete seinen „Neun-Elfer Turbo“ und benötigte als Schnellster fehlerfrei 56,31 Sekunden. Im Punktespringen der Klasse M* mit Joker holte Christina Aust von der RG Bönen-Hacheney das beste heimische Ergebnis. Mit Kollinear landete sie auf dem siebten Platz. Ansonsten gingen die Siege an die auswärtigen Gäste.

Weitere Turnier-Erfolge
  • Einige Siege gab es in den vergangenen Juli Wochen für die Kamener Reiterinnen und Reiter auf verschiedenen Turnieren.
  • Beim Dressurturnier in Datteln konnten sich Jörg Hattebier auf Ainé S in einer Dressurprüfung Kl. A** und Carina Domogalla auf Sternenfänger in einer Dressurprüfung Kl. L* über ihre Siege freuen.
  • Beim Springturnier in Seppenrade siegte Nina Both auf Suri Li in einer Stilspringprüfung Kl.L und in Balve konnte sich Martin Brandt mit seinem Bubble Beat in einer Springprüfung Kl. L in die Siegerliste eintragen.
  • Saskia Schaper siegte in Hamm-Rhynern in einer Dressurreiterprüfung Kl. A auf Danny’s Goldstück und in Münster-Handorf in einer Geländeprüfung Kl. A** auf Candle Light.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Meistgelesen