Justin Wolf rückt Toni Martin „auf den Pelz“

Radsport:

Justin Wolf meldet sich eindrucksvoll zurück. Bei der Zeitfahr-DM in Spremberg fehlten am Ende Sekunden für eine Medaille.

Unna

05.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Justin Wolf rückt Toni Martin „auf den Pelz“

Justin Wolf legte sich bei der Zeitfahr-DM mächtig ins Zeug und wurde Fünfter. © RSV

Was war das für eine Leistung. Sieben Wochen nach dem schweren Autounfall auf dem Weg zu einem Bundesligarennen im Erzgebirge, fuhr Justin Wolf vom RSV Unna im Zeitfahren der Deutschen Meisterschaften auf einen starken fünften Platz. Den Rückstand auf den viermaligen Weltmeister Toni Martin verkürzte er dabei in den vergangenen drei Jahren von knapp viereinhalb Minuten auf eineinhalb Minuten. Und das mit diesen Vorzeichen.

„Ich hatte vor der dem Unfall eine deutlich bessere Form als im vergangenen Jahr. Durch die Unfallfolgen konnte ich natürlich zehn Tage lang gar nicht, und dann knapp zwei Wochen nur minimal trainieren. Erst drei Tage vor der DM war dann eine richtige Belastung auf der B1 möglich. Da habe ich gemerkt, dass ich doch noch ganz gut drauf war“, so Wolf nach dem Rennen.

Wolf zum ersten Test in Frankreich

Die Zeitfahr-DM hatte er sich selbst als Ziel gesteckt und speziell darauf vorbereitet. Bei der Route d`Occitanie (2.1) in Frankreich feierte er sein Comeback und zeigte bei der DM im Zeitfahren auf dem 35 Kilometer Kurs von Spremberg eine starke Leistung. „Ich habe mich am Anfang erst einmal ein wenig zurückgehalten. Am Ende fehlten 24 Sekunden auf die erhoffte Medaille. Wäre die Meisterschaft eine Woche später gewesen, dann hätte es gepasst.“

Die 35 Kilometer legte Wolf in einer Zeit von 40:34 Minuten zurück – ein Schnitt von mehr als 50 Stundenkilometern. Eine bärenstarke Leistung, mit der er sich dann am Ende wenigsten mit dem Sieg in der gleichzeitig ausgetragenen Bundesligawertung tröstete.

Mit Tatjana Paller, Franziska Koch und Charlotte Becker gingen gleich drei Frauen aus dem RSV Unna beim schweren Straßenrennen auf dem Sachsenring an den Start. Tatjana Paller war in diesem Jahr nur bei wenigen Rennen am Start. Insofern war es ungewiss, was sie würde leisten können. Am Start war es dann eigentlich wie immer – sie ließ sich nicht lange bitte und schon enteilte sie dem Feld. „Die Strecke war schon sehr besonders. Ich wusste, dass ich bei den Abfahrten vorne sein musste, um nicht den Anschluss zu verlieren.“ Der Ausreißversuch war nur von kurzer Dauer.

RSV-Damen bei der Straßen-DM

Das Feld reduzierte sich von Runde zu Runde. Kurz vor dem Rennende waren es nur noch 24 Fahrerinnen auf der Strecke. Darunter eben alle drei RSV-Damen. „Unsere Bedingungen waren eigentlich noch ganz gut, da wir bereits um 8 Uhr starten mussten. Für meine erste Deutsche Meisterschaft hatte ich mir schon einiges vorgenommen“, so Franziska Koch. Dafür hatte sie unter anderem zwei Tage vorher auf die DM im Zeitfahren verzichtet.

Am Ende wurde „Franzi“ Koch bei ihrer ersten Frauen-DM Vierte. An ihrem Hinterrad fuhr Charlotte Becker ins Ziel. Koch: „Ich hatte kurz vor der DM nicht damit gerechnet, dass es so gut gehen würde.“ Der Eichenprozessionsspinner hatte sie stark in Mitleidenschaft gezogen. Ein Start war wenige Tage vor dem Rennen fraglich. Sie wollte aber unbedingt fahren und kam dann mehr als zufrieden in Ziel.

Tatjana Paller rundete das starke Ergebnis mit ihrem neunten Platz ab.

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