Justin Wolf: Eine EM-Premiere nach Maß

dzRadsport

Justin Wolf gehört seit Jahren zur Spitze der deutschen Radsportszene. Nun folgte endlich sein erster Einsatz fürs Nationalteam und auch dabei war er nicht zu stoppen.

Unna

, 08.08.2019, 14:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was ein Auftakt bei der Straßenrad-Europameisterschaft im niederländischen Alkmaar. Mit dem Mixed-Team gewinnt Justin Wolf EM-Silber hinter den favorisierten Niederländern und vor den hoch eingeschätzten Italienern.

Lange Jahre hat er darauf hingearbeitet, um endlich einmal bei einer internationalen Meisterschaft für den BDR starten zu können. Von Jahr zu Jahr kam er der deutschen Spitze um Toni Martin im Zeitfahren näher und näher. In diesem Jahr war es dann so weit. Aus der Einladung als Ersatzfahrer wurde der Start im Mixed- Team. Justin Wolf bedankte sich für das in ihn gesetzte Vertrauen mit einer starken Leistung.

Starker Gegenwind

Es war das erste Mal, dass es bei Straßenradmeisterschaften eine Mixed-Staffel gab. Das, was seit Jahren im MTB üblich ist, ersetzte nun erstmals das Teamzeitfahren der Profiteams. Zunächst gingen die Männerteams im Abstand von drei Minuten auf die Strecke. Justin Wolf führte das deutsche Team von der Startrampe auf die Strecke. Ihm folgten Tour de France-Starter Jasha Sütterlin und der ehemalige Zeitfahr-Europameister (U23) Marco Mathis. Ein starkes Team schickte der BDR damit auf die Strecke. Die Fahrer zeigten schon von Beginn an, dass sie gewillt waren, um die Medaillen mitzufahren. Bei der Zwischenzeit lagen sie eng bei den Niederländern. Auf dem Rückweg der 22,4 Kilometer langen Strecke blies der starke Wind den Fahrern dann meist von vorne ins Gesicht. „Marco Mathis war auf der ersten Hälfte stark gefahren. Leider haben wir ihn dann sehr früh auf der Gegenwindstrecke verloren. Wir mussten dann die schwere Strecke zu zweit fahren. Das heißt längere und häufigere Führung zu fahren. Es tat verdammt weh bei diesem Wind“, so Justin. Mit der drittbesten Zeit kamen die deutschen Männer ins Ziel und schickten das Frauenteam auf die gleiche Strecke.

Italien landet auf Rang drei

Mit Mieke Kröger, Lisa Brennauer und Lisa Klein schickte der BDR seine besten Fahrerinnen auf die Strecke. Das, was von ihnen auf der Videoleinwand zu sehen war, war beeindruckend. Sie harmonierten miteinander und waren verdammt schnell. „Ich bin auf der schweren Strecke gegen den Wind nicht in den Rhythmus gekommen und konnte nur kurze Führungen fahren“, so eine völlig erschöpfte Mieke Kröger, die ihren ersten nationalen Titel einst bei der DM in Unna einfuhr. Am Ende fuhren sie bei den Frauen die schnellste Zeit und konnten so noch einmal den Niederländern acht Sekunden abnehmen. Es reichte aber nicht, um wirklich noch einmal die Hand an die Goldmedaille zu bekommen. Gold ging mit 15 Sekunden Vorsprung an die Niederländer, die vom heimischen Publikum frenetisch den ganzen Tag angefeuert wurden. Silber sicherte sich aber das deutsche Team um Justin Wolf. Mit 1:25 Rückstand wurde Italien Dritter.

Justin Wolf: Eine EM-Premiere nach Maß

Justin Wolf (re.) machte bei den Männern mächtig Tempo. Am Ende reichte es für das deutsche Mixed-Team für Silber. © rsv

„Man Justin, was hast du für eine Mühle getreten. Als ich das gesehen habe, musste ich gleich auch erst noch einmal dicker schalten, damit wir überhaupt weiter kommen konnten“, so ein beeindruckter Jasha Sütterlin, der wie Mieke Krüger den deutschen Meistertitel 2010 im Einzelzeitfahren in Unna gewann und in diesem Jahr den Giro d`Italia gefahren ist.

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Jetzt heißt es, sich zu erholen. Am Sonntag steht für Justin schon der nächste Einsatz im Straßenrennen an. Dann geht es darum, keine Fluchtgruppe wegkommen zu lassen, damit der deutsche Sprintstar Pascal Ackermann nach dem ersehnten Edelmetall greifen kann. Justin Wolf kommt da eine wichtige Helferrolle zu.

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