Joshua Heinrichs hat den Holzwickeder SC auch in Taiwan fest im Blick

dzFußball

Der 24-jährige Joshua Heinrichs hat ein Auslandssemester in Taiwan verbracht. Über seinen Verein war er dennoch stets bestens informiert.

von Werner Hahn

Holzwickede

, 28.01.2020, 16:11 Uhr / Lesedauer: 3 min

Joshua Heinrichs, Abwehrspieler des Oberligisten Holzwickeder SC, hat im Rahmen seines Studiums ein halbes Jahr ein Auslandssemester in Südostasien, genauer im Inselstaat Taiwan - dem früheren Formosa - verbracht. Inzwischen hat der 24-Jährige wieder heimischen Boden unter den Füßen. Für die Sportredaktion ein Grund, sich mit dem jungen Mann nach seiner Heimkehr über seine Erfahrungen in Fernost und seinen Klub, dem HSC, zu unterhalten.

Herr Heinrichs, Sie studieren Bauingenieurwesen. Was hat einen jungen Mann wie Sie bewogen, ein Auslandssemester im Rahmen ihres Studiums fern der Heimat zu absolvieren? Fehlt da nicht doch das gewohnte Umfeld?

Ich habe in dieser Zeit eine Partner-Universität in Taipeh, der Hauptstadt von Taiwan, besucht. Aber es stimmt schon. Manchmal kam schon Heimweh auf. Da fehlen einem die Eltern, die guten Freunde und natürlich auch die deutsche Küche. Andererseits habe ich schon vor drei Jahren ein Semester in Australien absolviert, habe in der Zeit auch einige südostasiatische Staaten wie die Philippinen besucht.

Spürt der Mitteleuropäer die Spannungen, die zwischen Taiwan und dem großen Bruder, der Volksrepublik China, schon seit vielen Jahren herrschen, eigentlich im normalen Tagesverlauf?

Auf jeden Fall. Das ist aber wohl auch ein Generationsproblem. Neulich bei den Wahlen wurde der Unterschied zwischen der Blauen und der Grünen Partei sehr deutlich. Während die ältere Generation, also die Blauen, wohl den Anschluss an China wünscht, möchte die junge Bevölkerungsschicht, die Grünen, den aktuellen Status der Selbstständigkeit beibehalten. Da gibt es sogar in den Familien untereinander große Differenzen, das habe ich selbst erlebt.

Joshua Heinrichs hat den Holzwickeder SC auch in Taiwan fest im Blick

Teamkollege Kevin Beinsen besuchte Joshua Heinrichs und verbrachte mit ihm einen zweiwöchigen Urlaub. © privat

Was haben Sie denn in dem halben Jahr gemacht, außer sich ihrem Studium zu widmen? Hatten Sie noch viel Zeit für den Fußballsport? Wie populär ist diese Sportart in Taiwan überhaupt?

Fußball ist in Taiwan wenig populär. Ich weiß nicht, ob es da überhaupt Fußball mit Wettbewerbscharakter gibt. Tischtennis, Baseball und Basketball sind hier ganz klar führend.

Rein optisch machen sie einen körperlich fitten Eindruck. Täuscht diese Annahme, oder was haben Sie während Ihrer Abwesenheit von Deutschland unternommen, um diesen Zustand zu erreichen?

Ich bin viel gelaufen, außerdem haben wir innerhalb der Uni auch Fußball gespielt. Allerdings kann man die Sportplätze in Taiwan nicht mit unseren Stadien in Deutschland vergleichen. Da gibt es schon erhebliche Qualitätsunterschiede.

Sie haben sich im Sommer des vergangenen Jahres mit einer Fußverletzung nach Fernost verabschiedet, ist diese Verletzung inzwischen ausgeheilt? Der Eindruck aus den beiden Spielen nach Ihrer Wiederkehr ist jedenfalls gut.

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Ich war ja schon vor meiner Abreise beim Physiotherapeuten in Deutschland in Behandlung. Ich habe dann mit langsamen Läufen versucht, meine Fitness wieder zu erlangen. Ich denke, das ist mir gelungen. Jedenfalls habe ich keine Beschwerden mehr.

Kommen wir zur sportlichen Situation Ihres Vereins. Der hat nach anfänglichen Schwierigkeiten, die sicherlich personell bedingt waren, in der Oberliga bislang eine erstaunlich gute Saison gespielt. Hat Sie das überrascht?

Damit war ja angesichts der Verletzungsprobleme in unserem Team nicht unbedingt zu rechnen. So gesehen bin ich natürlich schon positiv überrascht. Platz fünf aktuell, das ist schon eine sehr gute Leistung.

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Waren Sie während ihrer Zeit in Taiwan eigentlich immer gut über Ihren Verein informiert? Wie hat das überhaupt mit der Kommunikation geklappt, Taiwan liegt ja nicht gerade um die Ecke?

Das war kein Problem. Über Sport Total habe ich viele Spiele meines Vereins quasi live verfolgen können. Zudem stand ich im ständigen Kontakt mit einigen meiner Mitspieler. So war ich immer gut informiert. Außerdem hat mein Vater viele Spiele des HSC beobachtet, es ist also alles gut gelaufen. Gefreut habe ich mich auch, dass Kevin Beinsen, der ja jetzt auch wieder beim HSC angreift, mich besucht hat. Wir haben zwei schöne Wochen Urlaub auf den Philippinen erlebt.

Platz fünf hört sich ja für den Moment sehr gut an. Doch die Konkurrenz bis zum Tabellenkeller liegt ziemlich eng beieinander. Wo landet der HSC am Saisonende?

Wir tun gut daran, die Tabelle mit aktuell Platz fünf richtig einzuschätzen. Wie bereits erwähnt, ist es noch gar nicht klar, wie viele Teams am Saisonende absteigen werden. Das Ziel Klassenerhalt hat für mich absolut Priorität, alles andere wäre Zugabe.

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