Laufbereitschaft und Wille sind die Grundvoraussetzungen des Oberligisten Holzwickeder SC, weiß Kapitän Nils Hoppe, der im Interview aber noch mehr verrät.

Holzwickede

, 25.11.2019, 15:14 Uhr / Lesedauer: 3 min

In der Fußball-Oberliga Westfalen ist die Hinserie noch nicht beendet, doch der Holzwickeder SC verfügt bereits zum jetzigen Zeitpunkt über so viele Zähler wie zur Saisonpause im Vorjahr. Unsere Sportredaktion sprach mit dem HSC-Spielführer Nils Hoppe (24) über die Situation an der Emscher, die statistische Abwehrproblematik und den „Arbeits-Trainer“ Axel Schmeing.

Der Holzwickeder SC befindet sich nach 15 Spieltagen im Soll - oder wie bewerten Sie die Tabellensituation?

Ja, wenngleich man auch muss sagen, dass wir mit unserem Schluss-Spurt zuletzt ein paar Plätze gutgemacht haben. Die Siege in Gütersloh und vor allem zuletzt gegen den TuS Erndtebrück waren schon wichtig. Wenn ich so auf unsere aktuelle Personalsituation schaue, dann können wir zufrieden sein.

Ein Blick auf die Statistik zeigt aber auch, dass der HSC über die drittschlechteste Abwehr der Liga verfügt. Sie sind Defensivspieler, was ist Ihre Meinung?

Tatsächlich ist daran natürlich nicht nur die Abwehr schuld, denn wir verlieren auch immer als Mannschaft. Es waren halt viele individuelle Fehler, die den Toren vorausgegangen sind. Wenn wir den Ball im Spielaufbau verlieren, dann kannst du in der Abwehr nicht immer ein Gegentor verhindern. Das ist nunmehr so. Wir haben aber gelernt, haben in Gütersloh als Mannschaft defensiver gespielt - und gewonnen. Wir müssen halt als ganze Mannschaft verteidigen.

HSC-Kapitän Nils Hoppe: „Der Axel Schmeing ist ein Arbeits-Trainer“

Immer im Bilde: Der Spielführer richtet die Videokamera aus, die für die Spielanalyse unerlässlich ist. © Art

Ist das also die künftige taktische Ausrichtung des HSC?

Das ist eine taktische Ausrichtung, die dabei auch von Erfolg gekrönt war. So ein defensives Auftreten ist in Spielen gegen RW Ahlen oder gegen den SC Wiedenbrück gewiss auch erforderlich und ein probates Mittel, zumal wir in dieser Liga kein Team dominieren würden. Für Spiele wie zuletzt gegen den TuS Erndtebrück gilt das natürlich nicht, da müssen wir dann mal das Heft des Handelns in die Hand nehmen. Das hat ja auch gut geklappt. Eines ist klar: Laufbereitschaft und Wille sind unsere Grundvoraussetzungen. Stimmen die, ist immer einiges möglich.

Ihr Team ist derzeit im Mittelfeld der Liga angelangt. Klappt´s am Ende wieder mit dem Klassenerhalt?

Ich bin davon überzeugt. Ich bin sogar zuversichtlicher als in der vergangenen Saison. Eigentlich können wir ja nur noch besser werden, wenn ich überlege welche Spieler jetzt nach und nach wieder in den Kader zurückkehren. Nico Berghorst ist wieder dabei und auch Abwehrspieler Joshua Heinrich kommt ja wieder zurück. Ich denke, dass wir zum Mittelfeld-Pulk der Liga dazugehören. Wir sind nicht chancenlos - gegen keinen.

Welchen Anteil am Erfolg hat Trainer Axel Schmeing?

Na der Trainer hat selbstverständlich einen großen Anteil am Erfolg. Der Axel ist ein Arbeits-Trainer. Wenn wir alles auf dem Spielfeld geben, dann ist der auch nicht böse. Aber ich muss auch sagen, dass beim Holzwickeder SC nicht nur der Coach die Richtung vorgibt. Wir erarbeiten uns auch innerhalb der Mannschaft vieles gemeinsam. Uns wird nicht alles vorgegeben, wie es bei anderen Mannschaften der Fall ist.

HSC-Kapitän Nils Hoppe: „Der Axel Schmeing ist ein Arbeits-Trainer“

Mann von Welt: Wirtschafts-Student Nils Hoppe absolvierte zusammen mit dem Teamkollegen Lamar Lambertz ein Auslands-Praktikum in Shanghai. © HSC

Zum Abschluss ein paar Stichworte, die sie bitte kommentieren:


Derby - SC Aplerbeck oder Westfalia Rhynern?

Das ist klar das Spiel gegen den SC Aplerbeck, weil es nicht nur näher ist. Mannschaften und Spieler kennen sich genau, allein aus den regelmäßigen Treffen im Hecker-Cup. Wir spielen öfter gegeneinander, da ist die Rivalität einfach größer.

HSC-Reserve?

Das ist ein pikantes Thema, weil mein Bruder und viele Freunde hier spielen. Ich verfolge die Spielergebnisse immer mit großem Interesse und informiere mich stets bei den Oberliga-Kickern, die in der Zweiten gespielt haben. Und die „trete“ ich immer, dass sie in der Bezirksliga richtig Gas geben sollen. Es gibt nur wenig Vereine, die eine zweite Mannschaft auf Bezirksliga-Niveau stellen können. Ich hoffe, dass sich schnellstmöglich wieder der Erfolg einstellt, denn mit dem Erfolg kommt auch der Spaß am Fußball zurück.

HSC-Ultras?

Die sind sensationell und auch speziell. Ich pflege mit unseren Ultras einen engen Kontakt und bin mit der Truppe um Theo Vogt sogar in einer WhatsApp-Gruppe.

HSC-Gesundheitssport?

Eine unterschätzte Abteilung des Holzwickeder SC, die deutlich größer als die Fußballabteilung ist. Der Abteilung ist es zu verdanken, dass der HSC mittlerweile so groß ist. Ich ziehe den Hut vor der Arbeit von Abteilungsleiterin Susanne Werbinsky, die den HSC-Gesundheitssport deutschlandweit gut aufgestellt hat. Die Abteilung ist unentbehrlich, Frau Werbinsky aber auch.

Jetzt lesen

SSV Mühlhausen?

Ich persönlich denke gerne an die Zeit in Mühlhausen zurück. Das waren zwei super Jahre und alle waren immer nett zu mir. Schade ist, dass sie jetzt in die Bezirksliga abgestiegen sind. Das hängt aber auch mit den Wechseln von mir und Hakan Sezer zusammen. Hakan hat den SSV zuletzt mit seinen Toren in der Liga gehalten. Jetzt spielt er in der Regionalliga. Der SSV muss sich jetzt neu aufstellen. Aufsteigen zurück in die Landesliga werden sie in dieser Saison jedoch nicht.

Südtribüne?

Ja, ich war zusammen mit Mischa Mihajlovic am Freitag mal wieder beim BVB gegen den SC Paderborn. Die Südtribüne ist immer wieder ein Erlebnis, wenngleich ich keine Dauerkarte habe. Ich glaube, dass sich der Profifußball leider in die falsche Richtung entwickelt. Wenn ich die Wahl zwischen dem BVB und den Amateurfußball hätte, würde ich wahrscheinlich lieber ein Spiel unserer zweiten Mannschaft oder eines Ligakonkurrenten besuchen.

BVB-Trainer Lucien Favre?

Die beiden Trainer Lucien Favre - und zuletzt Peter Bos - sind sehr reserviert in ihren Aussagen. Das passt nicht zum BVB. Die Zuschauer brauchen emotionale Typen mit Leidenschaft, die im richtigen Moment auch einmal Tacheles reden.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Fußball-Bezirksliga:
SG Massens Trainer Marco Köhler: „Wir haben vor dem Spiel echt gebrannt“