Holzwickeder SC rechnet mit einer deutlich größeren Konkurrenz

dzFußball

Noch ist nicht klar, wann die nächste Oberliga-Saison beginnt. HSC-Trainer Axel Schmeing rechnet aber damit, dass in dieser Liga statt 18 künftig 21 Teams antreten werden.

von Werner Hahn

Holzwickede

, 27.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ohne das Corona-Virus wäre am vergangenen Sonntag die Meisterschaftssaison auch für den Holzwickeder SC zu Ende gegangen. Doch die Saison wurde Anfang März abgebrochen. Es wird keine Absteiger geben. Bei der Aufstiegsregelung sieht das etwas anders aus. So werden die Tabellenersten der jeweiligen Ligen, dazu einige Tabellenzweite in die nächsthöhere Klasse aufsteigen. Auf diesem Sektor gibt es aber auch Härtefälle, wie das Beispiel des HSC-Ligarivalen RSV Meinerzhagen zeigt:

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Die Sauerländer standen bekanntlich bei der Verkündigung des Saisonabbruchs auf Rang zwei in der Oberliga Westfalen - einem Aufstiegsplatz zur Regionalliga also. Allerdings hatte der RSV bei drei Punkten Vorsprung schon zwei Spiele mehr als der unmittelbare Konkurrent Rot-Weiß Ahlen bestritten. Die sogenannte Quotenregelung sorgte dann für den Härtefall. Nach diesem Modus werden die Anzahl der absolvierten Spiele durch die dabei erreichten Punkte geteilt. Danach haben die Münsterländer einen Quotienten von 2,00 zu 1,95 gegenüber dem RSV Meinerzhagen: In der Stadt im Märkischen Kreis ist diese Regelung natürlich nicht auf Gegenliebe gestoßen.

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„Es ist eine große Enttäuschung, nicht wirklich greifbar“, meinte RSV-Erfolgstrainer Mutlu Demir, der seinen Klub natürlich gern zum vierten Aufstieg hintereinander geführt hätte. Die Rahmenbedingungen für den Aufstieg in die nächsthöhere Liga hätten wohl gestimmt: Im April haben die Arbeiten begonnen, den Platz an der Oststraße in ein regionalligataugliches Stadion zu bringen. Ein Vorhaben, das immerhin stattliche 500.000 Euro gekostet hat.

Hammer SpVg profitiert

Ich finde bei der Auf- und Abstiegsregelung haben die Verantwortlichen eine salomonische Entscheidung gefällt“, begrüßt Holzwickedes Coach Axel Schmeing diese Maßnahme der Verbandsgewaltigen.

Wie dem auch sei: Des einen Freud ist des anderen Leid. Partizipieren an dieser Auf- und Abstiegsregelung wird in der Oberliga Westfalen auf jeden Fall Schlusslicht Hammer Spielvereinigung. Der Traditionsklub von der Lippe, vor Abbruch der Saison mit gerade fünf Punkten ausgestattet, hätte den Klassenverbleib aus eigener Kraft wohl nicht geschafft. Dass ganze Szenario muss nun allerdings noch vom außerordentlichen Verbandstag bestätigt werden, was am 9. Juni spruchreif sein soll. An einer mehrheitlichen Zustimmung an der vom Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) ausgearbeiteten Lösung bestehen allerdings keine Zweifel.

Robin Rosowski (Mitte) bleibt dem Fußball-Oberligisten Holzwickeder SC für eine weitere Spielzeit erhalten.

Robin Rosowski (Mitte) bleibt dem Fußball-Oberligisten Holzwickeder SC für eine weitere Spielzeit erhalten. © Neumann

Keine Sorgen, was Auf- und Abstieg betrifft, hat in dieser Beziehung der heimische Oberligist Holzwickeder SC. Die Schmeing-Elf stand vor Beginn des Saisonabbruchs mit Platz sechs auf einem sicheren Rang. „Vielleicht hätten wir am Schluss der Spielzeit noch ein bis zwei Plätze gutmachen können“, sagt Axel Schmeing mit Hinblick auf den guten Lauf, den seine Mannschaft vor Beginn des Saisonabbruchs hatte.

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Ärgerlich aus Holzwickeder Sicht, dass dem Verein durch das vorzeitige Ende einige lukrative Heimspiele entgangen sind: So hätten mit dem SC Wiedenbrück, RSV Meinerzhagen, Rot-Weiß Ahlen und dem FC Eintracht Rheine alle vier Erstplatzierten im Ranking der Oberliga Westfalen noch ihre Visitenkarte im Montanhydraulikstadion abgeben müssen. Aber auch der FC Gütersloh, Westfalia Herne und Westfalia Rhynern hätten vermutlich wohl den einen oder anderen Fan mehr zur Sportstätte an der Jahnstraße gelockt. „90 Minuten in unserem Stadion hätten in dieser Saison schon sehr lang werden können“, meint Tim Harbott, Sportlicher Leiter des Holzwickeder SC, vielsagend in seiner Nachbetrachtung.

Weitere Verstärkungen geplant

Sei es drum: Für die Verantwortlichen in der Emschergemeinde richtet sich der Blick schon nach vorn - Richtung kommende Spielzeit also. Verlassen wird den Klub mit Aldin Kljajic nun noch ein wichtiger Leistungsträger. Den Bosnier zieht es wie die bereits gemeldeten Marcel Reichwein und die Gebrüder Muhammend und Kerim Acil zu Türkspor Dortmund. Dagegen bleibt Robin Rosowski dem HSC zumindest vorerst erhalten, der eigentlich mit einem Auslandssemester im Rahmen seines Studiums geliebäugelt hatte.

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Das Coronavirus machte dieses Ansinnen wohl momentan unmöglich. Neben den bereits gemeldeten Neuzugängen erhofft sich Axel Schmeing noch weitere personelle Verstärkung: „Wir haben neben unseren Torleuten 21 Feldspieler im Kader. Es dürfte eine lange Spielzeit werden. Wir müssen mit 21 statt bislang 18 Mannschaften in der Oberliga rechnen. Wichtig wird es sein, dass wir von einer solchen Verletzungsmisere wie in der abgelaufenen Spielzeit verschont bleiben“, so der Übungsleiter des HSC.

Mit Ferdinand Franzrahe wurde zuletzt ein taltentierter Außenbahnspieler des Landesligisten Hombrucher SV verpflichtet. Damit sind die Planungen indes noch immer nicht abgeschlossen.

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