Heßmann verpasst EM-Bronze nur knapp

Radsport

Michel Heßmann vom RSV Unna verpasst nur knapp eine EM-Medaille. Beim U19-Zeitfahren in Tschechien reichen 31:10 Minuten über 24 Kilometer „nur“ zu EM-Platz vier.

Unna

19.07.2018, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heßmann verpasst EM-Bronze nur knapp

Trat bei der Zeitfahr-EM im tschechischen Brno kräftig in die Pedale: Michel Heßmann vom RSV Unna. Archiv

Was war das für ein Einstieg in die Europameisterschaften des U19- und U23-Nachwuchses im tschechischen Brno. Nachdem am Vortag die deutschen Vertreterinnen in den Klassen jeweils Silber im Zeitfahren gewannen, begann die Stunde der Wahrheit für Michel Heßmann vom RSV Unna im Einzelzeitfahren. Heßmann, der aufgrund seiner Ergebnisse in den Weltcups beim Bundestrainer gesetzt war, bestätigte das Vertrauen mit Platz vier.

„Wir hatten uns die Strecke in Ruhe angesehen. Sie ist nicht so wirklich nach meinem Geschmack. Ein langer Anstieg und viele technische Teile sind da zu bewältigen. Aber das müssen ja nun alle fahren“, so Heßmanns Worte am Tag vor dem Start.

Auf dem 12 Kilometer langen Rundkurs, der zweimal zu durchfahren war, hieß es dann, bei hohen Temperaturen seine persönliche Höchstleistung abzurufen. Heßmann startete langsam, verzichtete auf dem technischen Teil mit vielen Kurven auf großes Risiko. „Es lief überhaupt nicht, ich habe vielleicht auch ein wenig Angst gehabt vor dem langen Anstieg. Dazu waren die Straßen schon richtig schlecht.“ Mit Platz elf bei der ersten Zwischenzeit war der Rückstand auf die Spitze schon nach wenigen Kilometern groß. Danach arbeitete er sich stetig weiter nach vorne. Nach der Wende ging es dann endlich bergab. „Ich konnte dennoch kein Tempo aufnehmen und musste immer wieder mit dem Treten aussetzen. Die Beulen im Asphalt waren so groß und umfangreich, dass ich das Gefühl hatte, im Cross auf einer Wiese zu fahren.“ Zur Mitte des Rennens hatte sich Heßmann dann schon auf Patz sieben vorgekämpft. „Ich hatte vor mir einen Holländer, von dem ich wusste, dass er stark ist. Ich konnte sehen, dass ich immer näher herankam – das hat mich noch einmal angespornt.“ Am Ende blieben die Uhren für die 24 Kilometer bei 31:10 Minuten stehen. „Ich bin schon super zufrieden“, strahlte Heßmann, als er das Endergebnis vor Augen hatte.

Heßmanns Geschichte beim anschließenden Straßenrennen ist schnell erzählt. Es ging direkt nach dem Start durch schmale Gassen bergauf. Bereits nach wenigen Kilometern hatte sich eine 15-köpfige Spitzengruppe mit dem Unnaer gebildet. „Zur Rennhälfte der 120 Kilometer bekam ich plötzlich Krämpfe. Ich habe noch versucht, im Feld zu bleiben, aber es ging einfach nicht mehr. Es war so schlimm, dass ich stehen bleiben musste. Als es dann etwas besser wurde, bin ich wieder aufs Rad gestiegen. Allerdings waren die Beine einfach leer, sodass ich dann in der Verpflegungszone ausgestiegen bin. Ich glaube, es war die beste Lösung.“ Den U23-Sieg holte hier übrigens Marc Hirschi, der bei der Drei-Länder-Meisterschaft in Holzwickede Dritter der schweizer Wertung wurde.

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