Die zweifache U19-Westfalenmeisterin Hanna Gragen vom Postsportverein Unna zeigt mit 14 Jahren ein außergewöhnliches Talent am Tisch.

von Jan Luca Grüneberg

Unna

, 14.12.2018, 13:07 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit erst neun Jahren hat sich Hanna Gragen der Poolbillard-Abteilung des Postsportvereins Unna angeschlossen. Seitdem zeigte die nun 14-Jährige ein großes Talent und überzeugte auch bei den erst kürzlich stattfindenden Billard-Westfalenmeisterschaften in der Altersklasse U19 vollends. Neben zwei Titeln in den Kategorien 9-Ball und 10-Ball gelang es ihr außerdem, zwei Vizetitel in den Disziplinen 8-Ball und 14/1 zu holen. Mit diesen Leistungen darf sie sich nebenbei gute Hoffnungen auf eine Nominierung für die Deutschen Jugendmeisterschaften im kommenden Jahr machen.

Die Spielerin des PSV Unna, welcher momentan mit zwei Mannchaften in der Landesliga und der Kreisliga vertreten ist, stand der Sportredaktion unserer Zeitung für ein Interview zur Verfügung.

? Wie bist Du dazu gekommen, mit dem Billardspielen anzufangen?

Wir sind vor ungefähr fünf Jahren in unsere neue Wohnung gezogen und wie der Zufall es wollte war dann Wolfgang Peters, welcher damals noch in Bönen aktiv war und später die Poolbillard-Abteilung beim Postsportverein Unna gegründet hat, unser neuer Nachbar. Er hat mich dann gefragt, ob ich mal Lust hätte, bei einem Training vorbeizuschauen. So ist dann mein Interesse am Billard entstanden. Als Wolfgang Peters dann 2016 die neue Abteilung hier in Unna gegründet hat bin ich gleich mitgegangen, weil der Weg natürlich auch viel kürzer mich ist. Auch mein Vater hat zu der Zeit angefangen, Billard zu spielen. Momentan spielt er selbst in der zweiten Mannschaft.

Hanna Gragen stößt die Konkurrenz vom Thron

Mit zwei Gold- und zwei Silbermedaillen trumpfte die 14-Jährige Hanna Gragen bei den Westfälischen-Meisterschaften im Poolbillard ganz groß auf. Nun liegt der Fokus auf den Deutschen Meisterschaften im nächsten Jahr. Auch dafür hat sie sich die Schülerin schon einige Ziele gesetzt.

? Was bedeuten die zwei Westfalenmeistertitel für Dich und Deine Karriere?

Ich bin sehr Stolz, auch auf mich selber, dass ich das geschafft habe. Vor allem in der Altersklasse U19 mit meinen 14 Jahren. Die Konkurrenz war natürlich groß und ganz besonders die älteren Gegenspielerinnen haben mir einiges abverlangt. Leider gibt es keine jüngere Altersklasse, da es sehr wenige Mädchen gibt, die Billard spielen. Deswegen müssen die meisten so wie ich eine Altersklasse höher antreten. Aber wenn ich das jetzt schon geschafft habe, diesen Titel zu gewinnen, obwohl ich drei bis fünf Jahre jünger als meine stärksten Konkurrenten bin, dann weiß ich, dass es in Zukunft, wenn diese aus der Altersklasse „herauswachsen“ noch mehr Möglichkeiten gibt, Titel zu gewinnen.

? Sollte es mit der Nominierung für die Deutschen Meisterschaften klappen, was wären Deine Ziele dort?

Eigentlich nur Spaß zu haben und den Moment zu genießen. Ich erhoffe mir eher einen soliden Mittelfeldplatz. Die Konkurrenz wird dort noch größer sein und außerdem gibt es bei den Deutschen Meisterschaften auch keine einzelnen Wettbewerbe für beide Geschlechter. Das heißt, dass auch die Jungen dann noch dazu kommen. Das wird dann natürlich eine schwierige Aufgabe werden. Deswegen gehe ich eher von einer durchschnittlichen Position aus.

? Inwiefern nimmst du am Ligabetrieb des PSV teil?

Ich bin zwar gemeldet, nehme im Moment aber nicht am Spielbetrieb der zweiten Mannschaft in der Kreisliga teil. In der letzten Saison habe ich zwar alle Spiele bestritten, in diesem und im nächsten möchte ich mich allerdings auf die Einzelwettbewerbe, wie jetzt die Westfälischen Meisterschaften oder im nächsten Jahr die Deutschen Meisterschaften fokussieren. Auch in der Jugendturnier-Serie habe ich komplett ausgesetzt, um mich nur auf die anstehenden Meisterschaften zu konzentrieren. Wenn ich allerdings Lust auf ein Spiel habe, dann kann ich mich bei meinem Trainer Wolfgang Peters melden und werde dann auch eingesetzt. Da ich aber auch am Wochenende oft reiten gehe, kollidiert das so ein bisschen mit den Spielen.

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? Also ist auch ein Sprung in die erste Mannschaft erst einmal ausgeschlossen?

Ja, zu diesem Zeitpunkt schon. Ich werde mich wie gesagt erst einmal auf meine Einzelkarriere konzentrieren. Für die erste Mannschaft würde es bei mir auf jeden Fall jetzt und auch in den nächsten zwei oder drei Jahren nicht reichen. Dafür bin ich noch nicht stark genug, um in der Landesliga mithalten zu können. Dort spielen auch einige Spieler, welche schon in der Bundesliga unterwegs waren. Dafür habe ich einfach noch nicht die Klasse. Auch das Trainingspensum von ein- bis zweimal in der Woche würde noch nicht ausreichen, um dort mithalten zu können.

? Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus, und was willst Du im Billardsport noch erreichen?

Im Vordergrund steht jetzt erstmal das Abitur. Darauf werde ich mich neben dem Sport am meisten fokussieren. Anschließend möchte ich gerne eine Ausbildung im Bereich Marketing machen. Zur Zeit mache ich ein Praktikum in diesem Bereich und das gefällt mir sehr. Wie es mit dem Billard weitergeht, das weiß ich noch nicht ganz genau.

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