„Handball4all“ kommt langsam auf Touren

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Bis zum Saisonstart gibt´s noch kleine Hürden zu nehmen. Wir wissen, welche das sind.

Kreis Unna

, 08.09.2019, 13:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem das erweiterte Präsidium des Handballverbandes Westfalen e.V. im November 2018 beschlossen hatte, dass mit Beginn der Saison 2019 / 2020 das Spielplansystem vom bisherigen Anbieter Gatecom zum neuen Anbieter Handball4all AG wechseln soll, lagen arbeitsreiche Monate vor den Ehrenamtlichen bei den Vereinen in den Handballkreisen und im Verband.

„Die Einführung eines so komplexen Sachverhalts innerhalb von nur einem halben Jahr zu meistern ist vor dem Hintergrund, dass auf allen Ebenen ehrenamtliche Mitarbeiter tätig waren, eine herausragende Leistung“, stellt Wilhelm Barnhusen, der Präsident des Handballverbandes Westfalen fest. Er spielt darauf an, dass sich die Vereine seit Mai intern mit dem Programm beschäftigen, da bereits vor den Sommerferien die Spielplanung für die jetzt beginnende Saison laufen. Um dahin zu kommen, wurden ab Anfang Januar nach und nach die Daten in das neue System eingespielt. Verantwortlich für die Umsetzung war der Vize-Präsident Finanzen Ulrich Copar bis Juni und seit dem letzten Verbandstag sein Nachfolger Sebastian Elberg. Beide blicken auf eine arbeitsreiche Zeit zurück, in der in hunderten von Stunden ehrenamtlicher Arbeit das System konfiguriert, Multiplikatoren geschult und Verbesserungen umgesetzt wurden.

Dass das Ganze nicht ganz reibungslos abläuft, war für Sebastian Elberg, auch Vorsitzender des Handballkreises Hellweg, von vorn herein klar: „Natürlich sind wir beim Start noch nicht bei 100%. Das war aber aufgrund der Anforderungen auch nicht zu schaffen. Alle Vereine wissen aber, wann sie wo spielen müssen und auch die Schiedsrichter werden vor Ort sein.“ Patrick Puls, Vize-Präsident Jugend, ergänzt: An den ersten Spieltagen wird es sicherlich noch etwas ungewohnt sein. Ich bin mir aber sicher, dass sich alles relativ schnell einspielen wird. Das wichtigste ist und bleibt doch immer noch, dass der Ball ins Tor geworfen wird.“

Mit der Einführung wurde auch ein weiteres unerfreuliches Thema angegangen, dass sich zum Ende der letzten Saison ergeben hat: Die Handballverbände wurden aufgefordert, für die verwendeten Liveticker datenschutzkonforme Lösungen zu schaffen. In Zusammenarbeit mit der Handball4all AG hat der Handballverband Westfalen eine Möglichkeit geschaffen, in der jeder Spieler für sich selbst entscheiden kann, ob sein Name angezeigt wird oder nicht. Aufgrund der Menge von rund 75.000 Spielern kann es ein paar Spieltage dauern, bis das System flächendeckend läuft. Vize-Präsident Recht, Jan Gerth, der sich im Hauptberuf als Rechtsanwalt auf das IT-Recht spezialisiert hat, begrüßt die gefundene Lösung: „Damit erfüllen wir als erster Verband in Deutschland die Anforderungen des Datenschutzes zu 100%“. Noch nicht zufriedenstellend laufen die Ansetzung von Schiedsrichtern und die Verlegung von Spielen. „In diesen beiden Punkten ist unser Dienstleister dabei, bessere Lösungen zu schaffen. Das dauert aber noch etwas“, so der für die Spieltechnik und auch das Schiedsrichterwesen verantwortliche Vize-Präsident Andreas Tiemann. Auch für die Kommunikation der Vereine untereinander werden aktuell noch Verbesserungen eingeführt, die schon kurzfristig wirken werden. Eine weitere Baustelle ist die Schnittstelle zum Passsystem des Westdeutschen Handballverbandes. „99 % unserer 75.000 Pässe werden korrekt übertragen. Leider macht uns das fehlende eine Prozent sehr viel Arbeit“, ergänzt Sebastian Elberg. Aber auch da gibt es eine pragmatische Lösung: betroffen sind vor allem die sogenannten Gastspielrechte. Da es in allen Fällen noch Spielausweise auf Papier gibt, werden die fehlenden Daten einfach in den Spielbericht eingetragen und die Spielerinnen und Spieler können eingesetzt werden. Aufgrund dieser Probleme hat das Präsidium des Handballverbandes Westfalen entschieden, bis Ende September keine Ordnungsstrafen für fehlenden Spielausweise auszusprechen.

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