Gelb Karten: Das sagen Trainer zu der neuen Regelung

dzFußball

Ab dieser Saison dürfen die Schiedsrichter auch den Trainern die Gelbe Karte zeigen. Das trifft auf mehr Verständnis, als dies zunächst erwartet wurde.

von Jan Luca Grüneberg

Kreis Unna

, 15.08.2019, 12:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Woche ist die Saison bei den Amateurfußballern alt. Neue Regeln haben im Vorfeld für einigen Wirbel gesorgt. Doch weder die Möglichkeit, auch den Trainern die Gelbe Karte zeigen zu dürfen, noch die Chance, einen vierten Spieler einwechseln zu dürfen, haben beim Auftakt hohe Wellen geschlagen.

„Gelb für den Trainer“ halten viele doch für eine sinnvolle Sache. Wenn der Trainer also in einem groben Ton von der Seitenlinie hereinruft, seine Coaching-Zone verlässt oder durch anderweitig gegen die Regeln verstoßendes Verhalten auffällt, ist es dem Schiedsrichter erlaubt, ihn dafür zu bestrafen.

Alexander Berger, Trainer des FC TuRa Bergkamen, hält die Regeländerung für angebracht. „Ich denke, dass es besonders im Amateurbereich eine gute Änderung ist, um dem Schiedsrichter ein weiteres Mittel zur Spielkontrolle an die Hand zu geben. Leider benehmen sich viele Außenstehende während der Spiele daneben. Somit wäre es dem Unparteiischen möglich, das Spiel besser zu führen.“

Trainer haben Vorbildfunktion

Auch Andreas Feiler vom Königsborner SV ist ähnlicher Meinung: „Als Trainer haben wir natürlich eine gewisse Vorbildfunktion. Und so sollten wir uns auch am Spielfeldrand verhalten. Wir gehören ebenso zur Mannschaft wie die Spieler und müssen genau wie sie mit Konsequenzen für unser Handeln rechnen. Da ich aber sowieso ein ruhigerer Typ bin, ist die neue Regel für mich aber gar kein Thema.“

Gelb Karten: Das sagen Trainer zu der neuen Regelung

Königsborns Trainer Andreas Feiler hält die Neuregelung für sinnvoll. © Thorsten Teimann

Gegenwind bekommt die neue Regel aber zum Beispiel von RW Unna-Coach Marc Schmitt. „Ich halte das für Nonsens. Für mich wird er Fußball durch Emotionen bestimmt. Also werde ich mich auch weiterhin so verhalten, wie ich das schon immer gemacht habe. Natürlich soll die Regel dem Schutz des Schiedsrichters dienen und ihm eine bessere Spielkontrolle verschaffen, allerdings hat jeder Schiri eine ganz eigene Linie und legt diese neue Regel auf seine eigene Weise aus.“

Anders als bei den Profis könnte die Regel auch für eine Entlastung des Schiedsrichters dienen, meint Sebastian Eckei, Trainer des BSV Heeren: „Besonders im Amateurbereich ist der Referee gefordert, da er sich um wirklich Alles kümmern muss. Er hat keine Assistenten und muss während der Spielleitung auch noch auf Abseits achten und alle 22 Mann permanent im Auge haben. Das ist natürlich schwierig für eine einzelne Person. Deswegen halte ich auch die neue Regel für sinnvoll, damit der Schiedsrichter ein weiteres Mittel zur Spielkontrolle hat.“

Dennoch ist die neue Festlegung des DFB umstritten und es wird sich erst im Laufe der Saison zeigen, wie diese ins Spiel implementiert und umgesetzt wird.

Vier Auswechslungen kam genutzt

Ob es daran gelegen hat, dass viele Trainer von der Neuerung nichts gewusst haben, ist offen. Sicher ist, vier Auswechslungen waren am ersten Spieltag der Kreisliga A (2) eher die Seltenheit. Von dieser Neuregelung machten am Sonntag nur der FC TuRa Bergkamen, VfL Kamen II, BSV Heeren und der Königsborner SV Gebrauch. Die klare Mehrheit, genau zwölf also, der Trainer ließ es bei den drei Ein- und Auswechslungen, die auch bisher möglich waren.

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