Der TuS Hemmerde steht in der zweiten Runde - trotz Pokalniederlage. Das geht, weil sich einige nicht an die Regeln gehalten haben.

Kreis Unna

, 31.07.2019, 14:59 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Fußballkreispokal Unna/Hamm fordert die hiesigen Mannschaften mit den ersten Pflichtspielen. Da tritt der Oberligist beim kleinen B-Kreisligisten an, ein Landesligist muss zum D-Liga-Zehnten. Für einige ist das vom Papier her sogar nachzuvollziehen, dass schon die eigene zweite Mannschaft reichen würde, um die ersten Pokalrunde beim klassentiefen Club zu überstehen. Und das ist GS Cappenberg am vergangenen Wochenende beim TuS Hemmerde sogar gelungen. Mit 3:0 gewannen die Cappenberger beim B-Kreisligisten und traten dabei nur mit der Reserve an. Das belegen die Kommentare in der Presse und die Tatsache, dass die eigene Erste ja zeitgleich bei einem Turnier im Einsatz war. Und das ist eben nicht erlaubt!

Fußballkreis Unna/Hamm bestraft die ersten Pokal-Spielereien eiskalt

© Thorsten Teimann

„Unser Hauptsponsor (Anmerk. Red.: eine Brauerei) ist selbstverständlich daran interessiert, dass der Kreispokal nur von den ersten Mannschaften gespielt wird, um vor allem die Wertigkeit hochzuhalten“. erklärt der ehemalige Kreisvorsitzende Horst Weischenberg. Und deshalb werden Zuwiderhandlungen auch kategorisch unterbunden. Das Spiel von Cappenberg in Hemmerde wird mit 2:0 für den TuS gewertet, der somit am kommenden Sonntag in Runde zwei gegen den SV Langschede antreten darf.

„Schwer kontrollierbar“

„Generell ist das schwer kontrollierbar. Da wir uns auch noch vor dem Meisterschaftsbetrieb befinden, haben die Mannschaften ihre Kader ja eh noch gar nicht aufgestellt“, sagt Weischenberg. „Aber hier hat es der Verein sogar öffentlich zugegeben.“ Zudem stehe nicht der Name des Trainers der ersten Mannschaft im Spielbericht, die ja bekanntlich zeitgleich woanders spielte. Überhaupt habe von den genannten Spielern noch nie einer in der Ersten gespielt.

Ebenfalls eine Runde weiter ist der PSV Bork, der sein Spiel gegen den höherklassigen TuS Wiescherhöfen wohl standesgemäß mit 1:5 verlor. Der TuS Wiescherhöfen schickte sogar seine erste Mannschaft in den Kreispokal, allerdings durfte dabei Neuzugang Dennis Steinke noch nicht spielen. Der ist nach wie vor noch nicht spielberechtigt. Bork springt somit in Runde zwei.

50 Euro Ordnungsgeld

Sein Spiel verloren hat der SVF Herringen, der aber dennoch mit einem Ordnungsgeld in Höhe von 50 Euro belegt wird. Herringen unterlag völlig überraschend mit 0:16 gegen den Hammer SC. Auch die Herringer gingen die Parttie nicht mit ihrer ersten Formation an. „Eine völlig überforderte Reservemannschaft“, habe es geheißen. Was bleibt ist ein Strafgeld - das Pokal-Aus hat den SVF Herringen ja bereits ereilt.

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Auch der SSV Mühlhausen hatte laut Friedhelm Wittwer - stellvertretender Vorsitzender des Fußballausschusses - beabsichtigt, mit seiner U23 im Pokal beim D-Kreisligisten FC Hamm anzutreten. Um einer Strafe oder einer Sitzung des Sportgerichts aus dem Wege zu gehen, sei der Landesligist zum Pokalspiel dann aber nicht angetreten.

Turnier statt Pokal

Schon vor Jahren ist es wegen einer ähnlichen Angelegenheit schon einmal zu einer Spruchkammersitzung gekommen. Der TuS Niederaden war im Kreispokal nicht mit seiner ersten Mannschaft angetreten, sondern bestritt stattdessen zeitgleich ein Turnier-Endspiel. Weischenberg: „Das haben die Niederadener auch noch gewonnen und ein Preisgeld von 700 Euro bekommen. Die Kammer verurteilte sie dann zur Zahlung der Siegprämie.“ Der TuS Niederaden hatte damals bereits im Vorfeld angekündigt, dass er nicht im Kreispokal antreten werde. Das zahlte sich am Ende nicht aus.

„Verstärkte Erste“

Nicht nachzuweisen war damals auch, dass Westfalia Rhynern mit seiner Zweiten angetreten war. Pokalspiele waren noch keine Pflichtspiele und so lagen auch noch keine Spielermeldelisten vor. Zudem sei damals von einer „verstärkten ersten Mannschaft“ die Rede gewesen - mehr nicht.

„Klar, die Vereine richten Turniere in der Vorbereitung aus und wollen auch den ein oder anderen Euro einnehmen. Es kann aber nicht sein, dass darunter der Kreispokal leidet“, sagt Friedhelm Wittwer. Und auch andersherum geht es nicht: „In Hilbeck beispielsweise wurde das Finale am Sonntag abgesagt, weil der Hammer SC im Pokal spielen musste. Das wird die Hilbecker auch nicht gefreut haben“, wünscht sich der Bönener von den Vereinen mehr Weitblick in der Planung der Saisonvorbereitung.

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