Fußball-Vereine befürchten Wegfall der Ablöse

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Coronavirus: Durch die Spielpause läuft die 6-monatige Sperrfrist bei wechselwilligen Spielern bereits. Vereine fordern: Der Verband muss reagieren.

Kreis Unna

, 22.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht nur die Fußballer müssen wegen des Corona-Virus eine Pause einlegen. Darauf reagieren alle mit großem Verständnis. Die Gesundheit jedes Einzelnen gehe auf jeden Fall vor, ist es überall zu vernehmen. Dass Zuschauereinnahmen und die Erlöse aus dem Verkauf von Getränken und Speisen fehlen, ist bekannt und bereitet schon jetzt einige Probleme. Ein weit Größeres könnte im Sommer hinzukommen, und zwar dann, wenn ein Spieler ablösefrei zu einem anderen Verein wechselt.

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Dafür wurde bisher eine festgelegte Ablöse fällig. Die Ausnahme: Der wechselwillige Akteur hat eine 6-monatige Pause abgesessen. „Er ist dann sofort spielberechtigt für den neuen Klub, ohne dass eine Ausbildungsentschädigung fällig wird“, heißt es in den Regularien des DFB.

Wird die Saison nun wirklich nicht fortgesetzt, könnte sich folgendes Szenario entwickeln. Der letzte Spieltag wurde am 8. März durchgeführt. Seit dem ruht das runde Leder. Am 9. September wäre die für den ablösefreien Wechsel nötige Pause abgelaufen. Geht man von einem Start in die Saison 20/21 Mitte bis Ende August aus, müsste der betroffene Spieler gerade zwei oder drei Partien aussetzen, um dann für seinen neuen Verein auflaufen zu können.

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Welcher Club würde dann noch eine Ablöse zahlen? Was bedeutet das in dem Fall für die Vereine? Gerade für die Klubs, die viele junge Spieler ausbilden und dann nach dem letzten Jahr in der A-Jugend abgeben, könnte das weitreichende Folgen haben.

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Das Problem ist natürlich auch den Vorständen der heimischen Vereine bekannt. „Die 6-Monats-Regel bezüglich eines Vereinswechsels sollte der aktuellen Situation angepasst werden“, fordert zum Beispiel Marcus Gerke, Vorsitzender des SV Langschede. „Der Verband muss auf die aktuelle Situation reagieren und eine andere Lösung finden“, meint auch Ulrich Eckei, Vorsitzender des BSV Heeren. Dem stimmt Thorsten Schwarz, Fußballabteilungsleiter von Rot-Weiß Unna, zu: „Das trifft uns alle. Der Verband muss sich etwas einfallen lassen.“

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Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) bestätigt die Regularien. „Es ist so, dass aktuell wirklich die entsprechenden Fristen gelten. Ausdrücklich weist der FLVW aber daraufhin, dass dies der Stand vom März 2020 ist“, sagt Meike Ebbert von der Pressestelle des FLVW.

Der Verband hat die Problematik demnach schon jetzt im Blick. Ob nun eine Ausnahmeregelung, die etwa eine längere Sperrfrist beinhaltet, greifen, oder einfach grundsätzlich das „normale“ Saisonende bei einem Vereinswechsel eingesetzt wird, ist völlig offen. Auf jeden Fall muss eine Lösung her, da waren sich die befragten Vereinsvertreter einig.

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