Fortsetzung der Handball-Saison ist eher unwahrscheinlich

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Verband Westfalen denkt schon über mögliche Lösungen nach, falls die Spielzeit vorzeitig beendet wird. Vermehrter Aufstieg ist ein Thema.

Kreis Unna

, 25.03.2020, 14:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie es im Westfälischen Handballverband (HVW) und damit den heimischen Teams sportlich in der Saison 19/20 weitergeht, ist auch nach einer Konferenz der Entscheidungsträger nicht ganz geklärt. Das liegt vor allem an der „Schnittstelle“ zwischen Oberliga und 3. Liga, also dem

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Kompetenzbereich zwischen HVW und dem Deutschen Handballbund (DHB).

Der ist nämlich für die beiden Bundesligen und eben die 3. Liga verantwortlich. „Es ist noch nicht klar, wie mit den Aufsteigern aus der Oberliga und den Vereinen der 3. Liga, die aktuell auf einem Abstiegsplatz stehen, umgegangen wird“, erklärt Wilhelm Barnhusen, Präsident des Westfälischen Verbandes. Ein wichtiges Datum ist in diesem Zusammenhang der 15. April. Bis da müssen nämlich alle Vereine, die in den drei höchsten nationalen Ligen spielen wollen, ihre Meldung abgegeben haben. „Und diese Frist ist bindend. Wer bis da nicht gemeldet hat, spielt in der kommenden Saison auch in diesen Ligen nicht.“

Wilhelm Barnhusen arbeitet an möglichen Lösungen.

Wilhelm Barnhusen arbeitet an möglichen Lösungen. © Friehs

Noch bis zum 19. April ruht der Spielbetrieb der Handballer. Ob er danach wirklich wieder aufgenommen wird, ist sehr fraglich. „Denn selbst wenn die Corona-Krise bis da beendet wäre, was ja eher unwahrscheinlich ist, können wir doch nicht einfach sagen, der Spielbetrieb läuft ab sofort weiter. Die Vereine und damit die Spieler haben bis da wochenlang nicht trainieren können. Wir müssten denen doch die Gelegenheit geben, sich wieder richtig fit zu machen“, sagt Barnhusen.

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Es sieht also so aus, als ob die Spielzeit ebenso wie zum Beispiel bei den Basketballern abgebrochen wird und die aktuellen Tabellen als Grundlage dafür genommen werden, wie es sportlich in der Saison 20/21 weitergeht. Doch wie regelt sich der Auf- und Abstieg? Ein Verein, der als Zweiter oder sogar Dritter noch gut im Aufstiegsrennen liegt und durch den Abbruch um die Chance gebracht wird, in die nächst höhere Liga zu springen, würde sicher alle Hebel in bewegen setzen, um dies zu verhindern. Es geht letztlich also um Rechtssicherheit. Nur wenn die gewährleistet ist, können die Durchführungsbestimmungen für die Saison 20/21 erarbeitet werden. „Und die werden wir sicher deutlich später als in den vergangenen Jahren herausgeben können“, meint der HVW-Chef.

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Möglich wäre folgende Lösung: Den Vereinen, die sportlich noch den Aufstieg schaffen können, wird die Chance gegeben, künftig auch in der höheren Liga spielen zu dürfen. Zwingende Voraussetzung dafür ist aber, das sie für diese auch verbindlich melden. Auf einen Abstieg wird in der Saison 19/20 im Bereich des HVW, also den Ober- Verbands- und Landesligen, grundsätzlich verzichtet. Wichtig ist aber auch hier, dass für die entsprechende Liga gemeldet wird. Aus den höchsten Ligen der Handballkreise, also den Bezirksligen, steigen die Mannschaften, die theoretisch noch den Titel holen können, in die Landesliga auf, falls eben für die gemeldet wird.

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Ist dies geschehen, zieht der Verband Bilanz und ermittelt, wie viele Meldungen für die einzelnen Ligen vorliegen. „Es bleibt aber dabei, dass die Anzahl der Teams pro Liga nicht erhöht würde, die Anzahl der Ligen aber schon“, sagt Wilhelm Barnhusen.

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