FLVW-Präsident warnt: „Wir wollen keine neuen Corona-Hotspots“

dzFußball

Anpfiff für die Amateurfußballer. Am Wochenende rollt wieder der Ball - unter Schutzbedingungen. FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski warnt aber: „Wir wollen keine neuen Corona-Hotspots!“

Kreis Unna

, 03.09.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bisher sind im Verbandsgebiet Westfalen in sportlicher Hinsicht zehn Coronafälle (Spieler, Betreuer) bekannt. Unter anderem wurde deshalb die für Sonntag vorgesehene Auftaktpartie des Holzwickeder SC in der Oberliga gegen den SV Schermbeck sicherheitshalber abgesagt. Walaschewski warnt und machte unmissverständlich klar: „Wir sind unsicher, wir wollen keine neuen Corona-Hotspots. Es steht mehr auf dem Spiel, als der Saisonstart.“

„Entweder ich trage eine Maske oder ich halte Abstand.“
Manfred Schnieders, FLVW-Vizepräsident

Große Sorgen bereitet den FLVW-Funktionären vor allem das Zuschauerverhalten mancherorts. „Erst halten sich alle an die Abstandsregel von 1,50 Meter, doch nach der Pause ist die meist rasch verworfen“, weiß Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball aus Erfahrung. „Entweder ich trage eine Maske oder ich halte Abstand.“ Um die Fans noch mehr für die Schutzvorgaben zu sensibilisieren, stellt der Verband Plakate zur Verfügung und will noch zum Wochenende eine App (QR-Code) anbieten, mit der sich Zuschauer leichter registrieren können.

„Die Nachverfolgbarkeit ist wichtig. Es macht keinen Sinn, wenn irgendwelche Traumnamen angegeben werden. Wer falsche Angaben macht, der hilft nicht seinem Verein“, ergänzt Schnieders, der an die Vernunft eines jeden Einzelnen auf den Sportplätzen appelliert. „Alle müssen sich an die Regularien halten, damit es am Ende nicht noch zu einem lokalen Lookdown kommt.“

Nur noch SpielsperrenFür Platzverweise gibt es ab sofort nur noch Spielstrafen und keine Zeitstrafen. Sündern werden beispielsweise für vier Spiele gesperrt, aber nicht mehr für vier Wochen. So wird auch verhindert, dass über die spielfrei Winterpause eine Sperre „abgesessen“ wird. Grundsätzlich sollen sich alle Vereine an die Corona-Schutzverordnung halten. Tritt ein Team beispielsweise im Juniorenbereich nicht an, weil sich der Gastgeber nicht an die Vorgaben hält und Gefahr für die Spieler besteht, muss dies jeweils individuell bewertet werden.

In einer Online-Pressekonferenz am Donnerstag erklärten Walaschewski und Schnieders nochmals, dass Spiele abgesetzt werden, sobald bei drei oder mehr Spielern ein Coronaverdacht bestehe und behördlich Quarantäne angeordnet sei. Das gelte auch beim Verdachtsfall eines Spielers vor einer Begegnung, hier ist der Staffelleiter zu informieren. Verdachtsfälle müssen durch das Gesundheitsamt bestätigt werden. Geschieht dies nicht, gilt das Spiel als verloren. Die Kommunen und Gesundheitsämter entscheiden immer über das Quarantäne-Ende.

Die Corona-Faust zum Gruß: Langschedes Stefan Kortmann (rechts) begrüßte am vergangenen Wochenende Emre Aktas (links) und Sebastian Laub vom VfL Kamen mit Abstand.

Die Corona-Faust zum Gruß: Langschedes Stefan Kortmann (rechts) begrüßte am vergangenen Wochenende Emre Aktas (links) und Sebastian Laub vom VfL Kamen mit Abstand. © art

Eine Saison wird gewertet, wenn 50 Prozent der Spiele - idealerweise sollte jeder einmal gegen jeden gespielt haben - ausgetragen wurden. Zu den Begegnungen sind 30 Spieler und 300 Zuschauer zugelassen. Dabei können am Spielfeldrand neben den vier Akteuren auf der Bank auch weitere Spieler auf Abstand (1,50 Meter) sitzen. Schnieders: „Die müssen sich dann aber aber getrennt von den 30 erlaubten Kickern aufwärmen.“

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