Ein Sportlehrer aus Leidenschaft blickt auf 80 Jahre zurück

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Ein Leben ohne Sport und ganz besonders ohne Leichtathletik kam und kommt für Wolfgang Friese nicht infrage. Am 1. Mai gibt´s was zu feiern: Da wird er 80 Jahre alt.

Bergkamen

, 28.04.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein Leben ohne Sport und ganz besonders ohne Leichtathletik kam und kommt für Wolfgang Friese nicht infrage. 67 Jahre lang ist der Bergkamener nun schon in verschiedenen Funktionen aktiv. Am 1. Mai gibt´s was zu feiern: Da wird der Sportlehrer und Übungsleiter 80 Jahre alt.

Seit dem 1. April 1953 ist Wolfgang Friese schon Mitglied bei TuRa Bergkamen. Ging es zunächst in der Turnabteilung los, folgte kurz darauf der Wechsel zu den Leichtathleten. Und da hatten es ihm vor allem die kurzen Strecken angetan. Die Zeiten konnten sich auch sehen lassen. Über 100 Meter steht eine Bestzeit von 10,8 Sekunden, über 200 Meter von 22,8 Sekunden und über 400 Meter „irgendwas mit 50 Sekunden, genau weiß ich das nicht mehr“ zu Buche. Die Trainingsbedingungen im Nordbergstadion waren dabei mit den heutigen nicht zu vergleichen. „Wenn wir einmal vernünftige Bedingungen haben wollten, mussten wir nach Dortmund fahren um dort in der Westfalenhalle oder dem Stadion Rote Erde trainieren zu können. Die Körnig-Halle gab es damals noch nicht“, sagt Friese. „Dennoch, es hat mir sehr viel Spaß gemacht.“

Prüflizenz erworben

Der Schulzeit schloss sich eine 5-jährige Dienstzeit bei der Bundeswehr an. Dort nutzte er die Möglichkeit und erwarb 62/63 in der BW-Sportschule Sonthofen die Prüferlizenz für das Sportanzeichen in den Disziplinen Leichtathletik, Turnen, Schwimmen und Radfahren. Durch erfolgreich durchgeführte Fortbildungen ist die im Übrigen bis zum Ende des Jahres auch aktuell noch gültig.

33 Jahre im Schuldienst

Die Leidenschaft für den Sport war längst erwacht und so entschloss sich Friese, an der Sporthochschule Köln das Sportlehrerexamen abzulegen. 1967 trat er dann in Bergkamen in den Schuldienst, den erst nach 33 erfolgreichen Jahren beendete. Doch nur im Beruf sportlich tätig zu sein, reichte ihm bei Weitem nicht aus. So war er unter anderem beim KreisSportBund von 67 bis 2018 zuständig für die Aus- und Fortbildung der Übungsleiter.

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„In etwa 170 Lehrgängen habe sich sicher um die 3.000 Teilnehmer geschult“, so Friese. Parallel dazu war er natürlich auch noch als Nachwuchs-Trainer bei den TuRanern tätig.

Klaus Stindt (re.), Vorsitzender des KreisSportBunds Unna, überreichte Wolfgang Friese anlässlich dessen 80. Geburtstags und der Tatsache, dass er seine Tätigkeit beim KSB nach 53 Jahren beendet hat, einen Blumenstrauß.

Klaus Stindt (re.), Vorsitzender des KreisSportBunds Unna, überreichte Wolfgang Friese anlässlich dessen 80. Geburtstags und der Tatsache, dass er seine Tätigkeit beim KSB nach 53 Jahren beendet hat, einen Blumenstrauß. © stindt

Im Schüler und Jugendbereich sprangen für seine Schützlinge Erfolge bei Kreis-, Bezirks-, Westfälischen, Westdeutschen und sogar Deutschen Meisterschaften heraus. Ganz besonders sind ihm zwei Athleten in Erinnerung geblieben. 1973 landeten Claus Gemballa bei den Deutschen Schülermeisterschaften in Koblenz im Weitsprung mit 6,20 Metern auf dem zweiten und Jörg Ackermann mit 6,11 Metern auf dem dritten Platz. „Beide waren erst 14 Jahre alt, ihre Leistungen überragend“, meint Friese. Ein Jahr ließ Jörg Ackermann ein weiteres Highlight folgen. Mit 6,74 Metern wurde er in der M15 bester Weitspringer Deutschlands.

Erst kommt die Schule“

Natürlich waren noch weitere seiner Schützlinge sehr erfolgreich. Eine Regel mussten indes alle befolgen. „Erst kommt die Schule, dann der Sport. Mit der Leichtathletik kann man schließlich kein Geld verdienen“, impfte der Trainer seinen Athleten ein. Und dies wohl mit einigem Erfolg. Jörg Ackermann ist zum Beispiel heute als Dozent an der Uni Frankfurt tätig, Claus Gemballa hat Medizin studiert und hat sich als Arzt in England niedergelassen.

Wolfgang Friese war aber auch als Funktionär aktiv, und zwar als Vertreter der Sportjugend im Jugendhilfeausschuss des Kreises Unna, im Sportausschuss der Stadt Bergkamen, als Beisitzer im Hauptvorstand TuRa Bergkamens sowie im Vorstand der TuRa-Leichtathletikabteilung.

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Auch aktuell ist Wolfgang Friese noch als Trainer tätig. Sonntagmorgens übt sich eine Männergruppe unter seiner Leitung im Fitnesssport und zudem begleitet er nach Absprache eine Mädchengruppe des Gymnasiums Kamen auf dem Weg zum Sport-Abi.

Feier wird nachgeholt

Sein runder Geburtstag sollte am 1. Mai natürlich zunächst groß gefeiert werden. Wegen der Corona-Krise wird daraus leider nichts. „Es ist eben nur eine Feier im kleinen, erlaubten Rahmen möglich. Eine richtige Fete holen wir aber nach, wenn die wieder erlaubt ist. Da machen wir ein Fass auf.“

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