Ein spezielles Training gegen Gewalt auf dem Fußballplatz

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Schiedsrichter werden immer öfter Opfer von gewalttätigen Übergriffen. Ein „Deeskalationstraining“ soll dem möglichst bald entgegenwirken.

Kreis Unna

, 12.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerade in den letzten Wochen und Monaten immer wieder ein Thema, das die Schlagzeilen bestimmt. Vor allem Schiedsrichter sind Ziel verbaler und körperlicher Übergriffe. Eine bedrohliche Entwicklung für den Fußball allgemein, hält das doch viele davon ob, in ihrer Freizeit dem Job des Unparteiischen nachzugehen. Doch: Ohne den Schiri geht es nicht.

Ein erster Lösungsansatz: Eine Schulung zum Thema „Deeskalationstraining für Fußballschiedsrichter“ soll es nach den Überlegungen von Klaus Stindt, Vorsitzender des Kreissportbundes Unna, geben, die er zusammen mit Volker Timmerhoff und Uli Rensch im Rahmen der Schulungsabende der drei Schiedsrichtergruppen im Kreis Unna/Hamm vorgestellt hat.

Timmerhoff und Rensch, die selbst im Polizeidienst stehen, kümmern sich unter anderem um die Schulung von Polizeibeamten, wenn es um die Bewältigung von Stresssituationen geht und möchten ihre Erfahrungen in diesem Bereich auch gerne an Fußballschiedsrichter weitergeben.

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Da sich die Zentrale des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen in Kamen-Kaiserau befindet, war es natürlich naheliegend, dass man dann den ersten Kontakt zum heimischen Kreisschiedsrichterobmann Torsten Perschke hergestellt hat. Der war von der Anfrage begeistert und ermöglichte die Vorstellung des Projekts in den jeweiligen Schiedsrichtergruppen.

Ein spezielles Training gegen Gewalt auf dem Fußballplatz

Heiko Rahn und Stephan Polplatz von der SR-Gruppe Bergkamen, Klaus Stindt, Volker Timmerhoff, Uli Rensch und Torsten Perschke stellte die Idee des „Deeskalationstrainings“ auf den letzten Schulungsabenden vor. © privat

Demonstriert wurden dabei unter anderem die richtige Körpersprache und die passende Ansprache, die ein Schiri bei einem drohenden Übergriff an den Tag legen sollte. „Das wurde in den Belehrungsabenden der Schiedsrichterkameradschaften Unna, Kamen/Bergkamen und Hamm von den Experten demonstriert. Eine gute Sache“, so Perschke.

Als erster Schritt sollen 15 bis 20 Schiedsrichter ausgesucht werden, die in unterschiedlichen Spielklassen aktiv sind und über ihre Erfahrungen aus Konfliktsituationen von der Oberliga bis Kreisliga D im Rahmen einer ganztägigen Schulung berichten. Das Coaching der Teilnehmer liegt dann bei Volker Timmerhoff und Uli Rensch. Die gesammelten Erfahrungen können dann in vergleichbare Schulungen im Verbandsgebiet des FLVW einfließen. „Wir bilden so etwas wie das Pilotprojekt für den Verband. Genaue Termine für die Schulungen haben wir aber noch nicht“, sagt der Schiri-Chef.

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Dem ist natürlich klar, dass dieses Deeskalationstraining auch, oder sogar vor allem, für die Spieler sinnvoll wäre, die auf dem Platz mit unnötiger Aggressivität gegenüber den Unparteiischen auffallen. „Das wäre für mich persönlich ein Traum. Doch daran glauben kann ich nicht. Die, die es nötig haben, entziehen sich solcher Maßnahmen.“

Besserung würde erst dann eintreten, wenn Gewaltlosigkeit fester Bestandteil unserer Kultur ist und derartige Übergriffe von allen geächtet werden. „Es darf keine schweigende Mehrheit geben, doch das ist nicht nur ein Problem im Fußball“, sagt Torsten Perschke.

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