Deshalb rechnet sich Denis Schmitz bei der WM gute Chancen aus

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Der Unnaer Denis Schmitz nimmt an der WM in den Arabischen Emiraten teil. Ein neues Sportgerät erhöht die Chance auf eine Medaille.

Lünern

, 28.10.2019, 11:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es sind aufregende Wochen für Denis Schmitz. Erst war der Rennrollstuhlfahrer aus Unna-Lünern in Tokio, dann in Lanzarote und nun ist er bereits in den Arabischen Emiraten. In Dubai steigt die Weltmeisterschaft der Paraleichtathleten – und Schmitz hat sich für sein 100-m-Rennen viel vorgenommen.

Nachträglich nominiert

Ein Jahr lang kämpfte der 27-Jährige um die Nominierung beziehungsweise versuchte er, die WM-Norm zu erfüllen. Die Zeit lag bei 19,14 Sekunden, eine hohe Hürde. Schmitz fuhr mit seinen Eltern Rüdiger und Andrea, die sich auch um das Training kümmern, durch Deutschland, nach Dubai und mehrmals in die Schweiz. Doch mehr als eine 19,44 sprang nicht heraus. „Wir haben das ganze Jahr darauf hingearbeitet und alles Mögliche unternommen, um das hinzukriegen, sind aber immer knapp vorbeigerauscht“, sagt Rüdiger Schmitz. Doch weil auch andere die Norm nicht erreichten, entschied sich der Deutsche Behindertensportverband (DBS), dem Unnaer nachträglich das Ticket zu geben, weil ihm nur wenig zur Norm fehlte.

Vater und Sohn sind bereits im Emirat Schardscha, um sich dort zu akklimatisieren und die guten Trainingsbedingungen zu nutzen. „Die sind dort komplett ausgerüstet“, erklärt Rüdiger Schmitz, der als offizieller Betreuer auf Kosten des DBS mitreist. Jede Stadt habe da eine Anlage, die auf die Bedürfnisse der Behinderten zugeschnitten sei. Am 2. November geht es weiter ins Mannschaftshotel nach Dubai, wo ab dem 7. November die WM beginnt. Am 10. November folgt dann Schmitz‘ großer Auftritt über 100 m – andere Rennen sind in seiner Schadensklasse T33 nicht ausgeschrieben.

Auf Platz sechs der Weltrangliste

„Die Atmosphäre kennt er schon“, hofft Rüdiger Schmitz, dass sein Schützling nicht zu nervös sein wird. Schon einige Male startete der Rennrollstuhlfahrer bei Wettkämpfen in dem kleinen Stadion, das über eine Tribüne verfügt, vor der die Sprints gestartet werden. 2000 Zuschauer wären für den Trainer eine schöne Kulisse. In Brasilien waren 30 000 Menschen vor Ort. Doch: „Rio könnte noch getoppt werden durch ein schönes Rennen und ein besseres Ergebnis“, sagt der Trainer. Damals wurde der RGS-Sportler in 21,22 Sek. Sechster, kam dabei einmal aus dem Rhythmus.

Denis Schmitz hat große Euphorie im Reisegepäck: „Ich würde gerne unter die ersten Drei fahren“, spekuliert der 27-Jährige mit einer Medaille. Die Weltrangliste, die 13 Aktive umfasst, weist ihn als Sechsten aus. „Drei, die dort vor ihm stehen, kommen auch nach Dubai“, sagt Rüdiger Schmitz. Zwei Konkurrenten fahren in eigenen Dimensionen, sind nicht vom Athleten, der für die RGS Bönen fährt, zu überholen. Die genaue Starterliste steht allerdings noch nicht fest.

Was Denis Schmitz so optimistisch macht, ist sein neuer Rennrollstuhl. „Der Superstuhl kann mich weiterbringen. Der fährt so genial geradeaus. Da kann ich die Spur halten“, erklärt er. Das 7500 Euro teure Sportgerät ist frisch bei Familie Schmitz eingetroffen. Das DBS-Trainingslager Anfang Oktober auf Lanzarote sowie die kurze Stippvisite nach Tokio, wo die Bedingungen für Behinderte im Vorfeld der Paralympics 2020 getestet wurden, absolvierte der Bönener noch mit dem alten Stuhl.

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