Derby-Premiere lockt an die Sportschule

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Landesliga: Am Sonntag stehen sich der SuS Kaiserau und SSV Mühlhausen gegenüber. Beide Trainer erwarten ein Spiel auf Augenhöhe.

von Werner Hahn

Kreis Unna

, 26.10.2018, 15:29 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eine gewisse Spannung liegt schon in der Luft, wenn sich Sonntag der SuS Kaiserau und der SSV Mühlhausen am Sportcentrum in Methler (Anstoß 15 Uhr) gegenüberstehen. Spieler, Offizielle und vor allem die Zuschauer blicken diesem Vergleich erwartungsvoll entgegen, denn erstmals seit vielen Jahren stehen sich zwei heimische Teams in einem Landesligaduell gegenüber.

Noch vor gut zwei Wochen wäre dem Aufsteiger SuS Kaiserau eine klare Favoritenrolle zugesprochen worden. Nach den beiden letzten Spieltagen könnten sich die Kräfteverhältnisse ein wenig verschoben haben. Die Sportredaktion dieser Zeitung unterhielt sich mit den beiden Co-Trainern Marc Juwig (SuS) und Thomas Kramer (SSV über ihre Erwartungen zu diesem Spiel.

Es ist schon lange her, dass sich beide Kontrahenten in einem Meisterschaftsspiel gegenüberstanden. Wie gut kennen Sie den Gegner?

Marc Juwig: Die Jungs kennen sich untereinander sicher sehr gut. Das Momentum spricht für den SSV Mühlhausen, obwohl wir aktuell in der Tabelle deutlich besser dastehen. Es ist davon auszugehen, dass das am Sonntag auf jeden Fall eine ganz enge Kiste wird.

Thomas Kramer: Ich habe zu meiner aktiven Zeit häufiger gegen den SuS Kaiserau gespielt. Wir haben zwar seit über 20 Jahren kein Meisterschaftsspiel gegeneinander bestritten, doch im Kreispokal und bei Testspielen haben wir uns immer wieder gesehen. Wir kennen uns halt.

Anders als in den anderen Meisterschaftsspielen handelt es sich morgen um ein Derby und damit auch um eine Prestige-Angelegenheit. Ist die Anspannung bei Ihnen anders als im normalen Alltagsgeschäft?

Juwig: Wir sind als Aufsteiger so oder so vor jedem Spiel fokussiert. Eine besondere Anspannung konnte ich in unserem Team unter der Woche beim Training nicht feststellen, da überwiegt eher die Vorfreude auf dieses Derby gegen den SSV Mühlhausen.

Kramer: Es ist ein positives Gefühl, denn es hat überhaupt schon lange kein Derby in der Landesliga mit zwei Teams aus dem Raum Unna gegeben. Wir jedenfalls freuen uns auf jeden Fall sehr auf das morgige Spiel gegen den SuS Kaiserau.

Geht es nur nach der Tabelle, dann dürfte der SuS Kaiserau wohl als Favorit ins Spiel gehen. Der SSV hat aber durch zwei Siege in Folge Boden im Tabellenkeller gut gemacht, Wie sehen Sie die Lage?

Juwig: Der Tabelle nach trifft das wohl schon zu. Wir denken aber eigentlich immer von Woche zu Woche und werden wie immer, so auch morgen, versuchen, die drei Punkte zu holen. Das wird ganz sicher nicht leicht, zumal der SSV zuletzt stärker geworden ist.

Kramer: Der SuS Kaiserau hat mit 18 Punkten aus den bisherigen elf Spielen einen Bombenstart hingelegt. Dennoch gehen wir nach den beiden Siegen zuletzt mit einer großen Portion Selbstvertrauen in dieses Derby und wollen auf jeden Fall etwas Greifbares mitnehmen.

Wie sieht es personell in Ihrer Mannschaft aus. Haben Sie große Probleme, eine schlagkräftige Mannschaft auf die Beine zu stellen?

Juwig: In dieser Hinsicht sieht es bei uns nicht sehr gut aus: Timo Milcarek, Kevin Weiß und Moritz Schriefer fallen verletzungsbedingt wohl noch länger aus. Keeper Marcel Vieregge ist rotgesperrt. Moritz Manka und Ismail Yilmaz haben in dieser Woche das Training wieder aufgenommen, bei den beiden Akteuren müssen wir erst einmal abwarten.

Kramer: Bei uns steht ein ganz dickes Fragezeichen hinter dem Einsatz von Jan Pfeffer, Justin Braun und Dario Ernst, die sich alle eine Grippe eingefangen haben und diese Woche nicht trainieren konnten. Deren Einsatz dürfte sich wohl erst kurzfristig entscheiden. Definitiv ausfallen wird Berat Özgüc, dessen Fußverletzung wieder aufgebrochen ist.

Es ist jetzt fast ein Drittel der Spielzeit 18/19 in der Landesliga (3) absolviert. Sind Sie mit dem Erreichten zufrieden oder müssen Sie ihre Saisonziele neu definieren?

Juwig: Unsere Situation ist mit 18 Punkten als Aufsteiger sensationell. Wir hatten viele enge Spiele, die aber haben wir teilweise mit unserer tollen Moral am Ende auch meist noch gewonnen. Ein Zeichen dafür, dass wir die notwendigen Körner dafür hatten. Wenn wir dieses Niveau bis zum Saisonende halten, sind wir sehr zufrieden.

Kramer: Zufrieden sind wir mit dem bisherigen Saisonverlauf ganz sicher nicht. Wir haben keinen guten Saisonstart hingelegt, hatten auch in den bisherigen Spielen einige Male Pech. Jetzt aber kommen die Gegner auf Augenhöhe. Da müssen wir schon punkten, um beruhigt in die Rückrunde gehen zu können.

Zum Abschluss die Frage: Was wird morgen für Sie entscheidend sein, um das Spiel zu gewinnen. Anders gefragt, wie geht das Derby Sonntag aus?

Juwig: Es wird wie bereits erwähnt keine leichte Aufgabe. Dennoch bin ich sehr optimistisch, dass wir dieses Derby gegen den SSV Mühlhausen knapp gewinnen werden. Ich habe einfach großes Vertrauen in unsere Mannschaft.

Kramer: Ich tippe grundsätzlich nicht, erwarte aber eine Partie auf Augenhöhe. Vielleicht gibt die Tagesform den entscheidenden Ausschlag über den Spielausgang. Mit einem Zähler könnte ich mich nach Lage der Dinge schon gut anfreunden. wh

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