Der „normale“ Trainingsbetrieb nimmt nur langsam Fahrt auf

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„Richtiges“ Training ohne Köperkontakt ist nur schwer durchzuführen. Doch: Wer übernimmt die Verantwortung, wenn ein Sportler oder Sportlerin am Corona-Virus erkrankt?

Kreis Unna

, 20.05.2020, 12:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die heimischen Sportler blicken gespannt dem 30. Mai entgegen. Dann sollen auch die „Kontaktsportler“ wieder trainieren dürfen. Allerdings nur unter strengen Hygienevorschriften, die die Verbreitung des Corona-Virus verhindern sollen. Fraglich ist indes, ob dies überhaupt umzusetzen ist. „Richtiges“ Training ist vielfach nur möglich, wenn auch Wettkampfbedingungen herrschen, das heißt, zum Beispiel die vorgeschriebenen zwei Meter Mindestabstand nicht eingehalten werden müssen.

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Die Sportverbände versuchen natürlich, den Vereinen dabei helfend zur Seite zu stehen. So hat der Deutsche Handball Bund (DHB) seinen Mitgliedern erst gestern überarbeitete „Checklisten, Hygieneregeln und einen rechtlichen Leitfaden für Vereins- und Verbandsarbeit während der Corona-Pandemien“ zur Verfügung gestellt (zu finden sind die Materialien unter dhb.de/returntoplay).

Kommunen und Land sind gefordert

Obwohl auch alle anderen Verbände bezüglich der Hygieneregeln und Hilfestellung für die Vereine sehr aktiv waren, bleiben Fragen. Die wichtigste: Wer ist verantwortlich, wenn trotz aller Vorsicht ein Sportler oder Sportlerin am Corona-Virus erkrankt?

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Wilhelm Barnhusen, Präsident des Westfälischen Handballverbands schließt daher aus, dass seine Organisation grünes Licht für eine generelle Hallenöffnung gibt. „Das ist Sache der Kommunen und der Landesregierung. Von der Stadt Bielefeld weiß ich, dass sie die Hallen nicht öffnet. In Dortmund gilt: Kein Schulsport, kein Vereinssport. Wir sagen, dass es unbedingt eine öffentliche Regelung für alle geben muss.“

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In der Tat: Wie soll man Kindern erklären, dass sie nicht zur Schule können, dafür aber im Verein Sport treiben dürfen. Das meint auch Erhard Münstermann, Vorsitzender der Schwimmfreunde Unna: „Solange der Schulbetrieb nicht in Vollbetrieb läuft, wird die Aufnahme selbst des reduzierten Trainingsbetriebs sehr schwierig. Unser Ziel ist es, nach den Ferien weiterzumachen.“

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Der Schnellschuss der Landesregierung in Bezug auf zahlreiche Lockerungen, stellt sich also in der Praxis für die örtlichen Sportvereine und auch die Verwaltung als nicht ganz so leicht dar. So hatten unter anderem die Kamener Fußballklubs gemeinsam erklärt, dass sie vor dem 30. Mai nicht mit dem Training beginnen werden, obwohl dies zumindest reduziert möglich war. Ob dies nach dem Stichtag anders aussieht, ist offen.

Hygieneregeln lockern?

„Richtiges“ Training und erst recht der normale Meisterschaftsbetrieb werden also erst dann wieder losgehen, wenn die Hygiene-Regeln gelockert werden. Das kann aber dauern, denn dies wird niemand verantworten wollen. Selbst ein „normaler“ Sportbetrieb nach den Sommerferien erscheint unwahrscheinlich.

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