Denise Quentin lebt ihre Leidenschaft

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Die 20-jährige Denise Quentin studiert an der Malone-Universität in Canton/Ohio. Ihre Liebe zum Schwimmen prägt dabei ihren Tagesablauf.

Unna

, 11.06.2019, 16:03 Uhr / Lesedauer: 3 min

Schwimmen ist für Denise Quentin nicht einfach nur ein Hobby. Sie geht diesem Sport mit voller Leidenschaft nach und richtet ihr Leben fast völlig danach aus. Zumindest zurzeit, denn nach bestandenem Abitur am Friedrich-Bährens-Gymnasium Schwerte verabschiedete sich das 20-jährige Talent der Schwimmfreunde Unna zur Malone-Universität in Canton/Ohio. Dort studiert sie Sportwissenschaften mit dem Schwerpunkt Personal-Training. Bestimmt wird der Tagesablauf aber nicht nur den Vorlesungen, Lernen und Klausuren, sondern zumindest zu gleichen Teilen auch von ihrem Sport.

Die Nacht ist um 5 Uhr um

Der Verlauf des Tages macht deutlich, dass dieses Leben mit angezogener Handbremse nicht zu machen ist. Aufstehen muss Denise um 5 Uhr, damit sie pünktlich um 5.30 Uhr zur ersten Trainingseinheit des Tages am Beckenrand stehen kann. „Und das nehmen die Trainer auch sehr genau. Wenn die 5.30 Uhr sagen, meinen sie auch 5.30 Uhr“, sagt sie. Anderthalb Stunden spult sie im Wasser ihren Bahnen herunter, bevor dann endlich gefrühstückt wird. Es folgen Unterricht und später Hausaufgaben, bevor es abends erneut heißt, für 90 Minuten zu trainieren. Bleibt zwischendurch ein wenig Zeit, kommen Einheiten im Kraftraum hinzu. „In Unna habe ich vier Mal in der Woche trainiert, hier komme ich auf neun bis zehn Einheiten im Wasser und vier im Kraftraum“, berichtet Denise Quentin.

Viel Freizeit bleibt auch an den Wochenenden nicht, denn da stehen Wettkämpfe auf dem Programm. „Meist gegen andere Unis, Vereinssport wie bei uns gibt es hier eher selten“, sagt sie. Diese sportlichen Vergleiche hätten aber eher den Charakter weiterer Trainingseinheiten. „Die Trainer wollen damit erreichen, dass wir die nötige Wettkampfhärte erreichen“. Und da kann es schon mal passieren, dass sie innerhalb von zwei Stunden acht Rennen bestreiten muss. „Das habe ich bisher einmal machen müssen und schlaucht natürlich ganz schön.“

Wie an allen anderen Unis in den USA auch, genießt der Sport an der Malone-Universität einen sehr hohen Stellenwert. Erstklassige Sportstätten in direkter Nähe zum Campus sind überall selbstverständlich. Eigene Pressestellen sorgen dafür, dass die Erfolge der einzelnen Sportler öffentlich gemacht werden. Jede Woche wird ein „Sportler der Woche“ und eine Sportlerin der Woche“ gekürt – und zwar an den einzelnen Unis und von den Verantwortlichen der Ligenwettkämpfe. Einmal erhielt auch Quentin bisher diese Auszeichnung, als sie bei einem Sieg ihres Uni-Teams gegen die Baldwin-Wallace-Unversität eine ganz starke Vorstellung bot.

Vierjähriges Stipendium

2017 baute Denise Quentin ihr Abitur. Wie bei all ihren Altersgenossen stand die Frage an, was nun? „Schwimmen wollte ich nach dem Abi auf keinen Fall aufgeben. In Deutschland ist es aber schwierig, Studium und Sport zu kombinieren. Deshalb habe ich mich bei einer Organisation beworben, die Stipendien in den USA vermittelt. Die überprüfen, ob die Kandidaten geeignet sind und vermitteln bei Eignung über ihre Kontakte ein Stipendium“, sagt Quentin. Das war bei ihr der Fall und schon wurde der „Traum“ von dem Studium in den USA Realität. Vier Jahre läuft ihr Stipendium, das bis auf die Flüge in die Heimat so gut wie alle Kosten trägt, dann muss der Abschluss geschafft sein. „Das bekomme ich auch hin. Möglich, dass ich dann an der Sporthochschule Köln noch meinen Master mache. Das werden wir aber dann sehen.“

Denise Quentin lebt ihre Leidenschaft

Die 20-Jährige erhielt für ihre Leistungen auch schon zahlreiche Preise überreicht. © friehs

Zunächst einmal genießt sie aber die Zeit bei ihrer Familie, den Freunden und sportlichen Mitstreitern bei den SF Unna. Natürlich trainiert Quentin auch hier in Unna und bestreitet auch Wettkämpfe für die SFU. Das war zuletzt beim Schwimmfest des SV Kamen der Fall und gleich mit herausragendem Erfolg. Sie verbesserte auf der 50 m Freistilstrecke nicht nur ihren eigenen Vereinsrekord auf 27,46 Sekunden, sondern schaffte auf dieser Distanz gleichzeitig die Qualifikation für die im August in Berlin stattfindenden Offenen Deutschen Meisterschaften. „Die finden ja Anfang August statt und damit bekomme ich das zeitlich noch so gerade hin“, sagt Denise Quentin. Ende des Monats geht es dann wieder zurück in die USA. Dort soll ihr „Traum“ eine Fortsetzung finden.

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