Denis Schmitz verpasst die WM-Norm

Behindertensport

Der Unnaer Rennrollstuhlfahrer Denis Schmitz hat die angestrebte WM-Norm verpasst. Eine kleine Chance auf eine Nominierung besteht dennoch.

Unna

von Michael Friehs

, 20.08.2019, 14:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Denis Schmitz verpasst die WM-Norm

Der Unnaer Denis Schmitz verpasste die WM-Norm © privat

Nottwill – 15 Stunden im Auto, fast 700 Kilometer pro Strecke in nur zwei Tagen hin und wieder zurück – und alles für ein 100-Meter-Rennen. Trainer Rüdiger Schmitz hat am Wochenende noch einmal einen großen Aufwand betrieben, damit sein Sohn Denis die Norm für die Weltmeisterschaft der Paraleichtathleten in Dubai doch noch knackt. Vergeblich, denn der Rennrollstuhlfahrern aus Unna-Lünern, der für RGS Bönen starte, verpasste in der Schweiz die nötige Bestzeit.

In Nottwill am Sempachersee in der Nähe von Luzern waren die Bedingungen optimal, doch Schmitz fuhr kein gutes Rennen. „Er konnte das, was er im Trainingslager gemacht hat, nicht auf die Bahn bringen“, meinte Vater Rüdiger. Die Frequenz der Armschläge am Rollstuhl reichte nicht, um eine Topzeit zu erreichen. Nach 20,19 Sekunden war der Bönener im Ziel – eine Sekunde über der Norm. Der Lauf war allerdings insgesamt langsam, denn auch der Sieger blieb eine Sekunde über seiner Bestmarke.

In den nächsten Wochen volles Porgramm

Für Denis Schmitz bleibt es damit in dieser Saison bei einer persönlichen Rekordmarke von 19,44 Sekunden. Das sind exakt drei Zehntelsekunden über der geforderten Norm für die WM. Trotzdem sieht Rüdiger Schmitz noch eine „minimale Chance“ für seinen Filius. „So wie es aussieht, haben nicht so viele die Norm geschafft, wie es Startplätze gibt“, erklärt er. Deshalb könnte der RGS-Sportler nachrücken. Anfang September findet eine Nominierungssitzung der Paraleichtathleten im Deutschen Behindertensportverband statt.

Egal ob Denis Schmitz dann die Zusage für einen Start bei der Weltmeisterschaft erhält oder nicht, in den kommenden Wochen erwartet den Bönener ein volles Programm. Ende August wird er mit dem Team „Go for Tokio“ ein Trainingslager in Berlin bestreiten. Für den 9. September wurde Schmitz von Marion Peters, der Bundestrainerin Paraleichtathletik, eingeladen, als einer von nur fünf Athleten zu einem Leistungslehrgang nach Tokio zu fahren. Dort solle geguckt werden, wie die Bedingungen sind und wie die Behinderten damit klar kommen, erklärt Rüdiger Schmitz. In der japanischen Hauptstadt werden 2020 die Olympischen und die Paralympischen Spiele ausgetragen.

Kaum aus Tokio zurück, fliegt der Bönener Rennrollstuhlfahrer Ende September nach Lanzarote zu einem weiteren Lehrgang.

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