Das Warten hat ein Ende: Verbandstag entscheidet über den Abbruch der Saison

dzFußball

Endlich ist es so weit: Der außerordentliche Verbandstag des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes (FLVW) entscheidet am Dienstag, 9. Juni, ob die Saison 19/20 abgebrochen wird.

Kreis Unna

, 08.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zweifel gibt es daran kaum, denn der FLVW hat sich im Vorfeld die Rückendeckung aller Instanzen und vor allem auch der Vereine eingeholt. „Zwischen 13 und 14 Uhr werden wir die Infos am Dienstag für den Amateurfußball und die Junioren herausgeben“, kündigt FLVW-Sprecherin Meike Ebbert an.

Jetzt lesen

Am 8. März traten die heimischen Amateurkicker zum vorerst letzten Mal zu einem Meisterschaftsspiel an. Das Coronavirus sorgte dann dafür, dass der Spielbetrieb gestoppt wurde. Dachten die meisten zu Beginn noch daran, dass die Pandemie in den Griff zu bekommen sei, sah die Realität kurz darauf ganz anders aus. Zunächst hieß es, dass die Kicker bis zum 19. April pausieren - auf Kreisebene sogar bis 30. April. Aufgrund der nach wie vor steigenden Anzahl der Corona-Infizierten konnten diese Termine wohl nicht mehr eingehalten werden, sodass der Fußballverband den Termin für eine mögliche Wiederaufnahme offenließ. Eine Neubewertung der Lage für den Spielbetrieb und das Wettkampfwesen erfolgte durch die Task Force des FLVW täglich. Dabei wurde immer mehr deutlich, dass auch ein Abbruch der Saison drohen würde.

Das hatten natürlich auch die Entscheidungsträger des FLVW erkannt. Die fürchteten vor allem vor einer möglichen Klagewelle, die bei einem Abbruch drohen würde.

Jetzt lesen

„Wenn alle Vereine versichern, dass sie unsere Entscheidung mittragen und auf Rechtsmittel verzichten, wäre es leicht. Doch das werden sie nicht tun. Es geht bei einem Abbruch der Saison unter anderem um mögliche Schadensersatzforderungen von Sponsoren und schließlich auch darum, dass die sportlichen Ziele noch hätten erreicht werden können. Ich gehe auch deshalb davon aus, dass die Mehrheit der Vereine sich eine Fortsetzung der Saison wünscht“, sagte Gundolf Walaschewski, Präsident des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen, zu diesem Zeitpunkt. Damit sollte er nicht recht behalten.

Umfrage endet deutlich

Der FLVW führte nämlich eine Umfrage bei allen Vereinen der Kreisliga B bis zur Oberliga durch. Vier Möglichkeiten standen zur Wahl: Abbruch und Saison annullieren (keine Auf- und Absteiger) - Abbruch und Hinrunde werten (ausschließlich Aufsteiger) - Abbruch und aktuellen Tabellenstand werten (ausschließlich Aufsteiger) - Saisonfortsetzung (falls möglich) ab September. Das deutliche Ergebnis: Mehr als 88 Prozent aller vom FLVW angeschriebenen Vereine, die an der Umfrage des Verbandes teilgenommen haben, haben für eine sofortige Beendigung der aktuellen Spielzeit gestimmt. „Dies wird der Entscheidungsvorschlag des Verbands-Fußball-Ausschusses berücksichtigen“, sagt der für den Amateurfußball verantwortliche Vizepräsident Manfred Schnieders.

Jetzt lesen

Die Entscheidung naht, doch was ist mit Auf- und Abstieg? Der Verbandsfußball-Ausschuss schlug vor, die aktuelle Tabelle zu werten. Hat aber ein Team weniger Spiele in der Liga absolviert, kommt die Quotientenregel zum Zuge (Anzahl der Punkte geteilt durch die Anzahl der Spiele). Und dann gibt es noch einen Zusatz. Auch die Halbzeitmeister aller Ligen von der Kreisliga D bis zur Oberliga steigt definitiv auf, wenn es nicht der aktuelle Erste ist. Absteiger soll es nicht geben.

Jetzt lesen

Die Ständige Konferenz, die aus dem FLVW-Präsidium und den Vorsitzenden aller Fußballkreise Westfalens besteht, spricht sich am 11. Mai für die Empfehlung des FLVW aus und ergänzt diese durch eine weitere Regel für Kreisliga-A-Klubs in Westfalen: Die neue Regel besagt, dass nun auch aktuelle Tabellenzweite der A-Kreisligen die Möglichkeit haben, direkt in die Bezirksliga aufzusteigen. Voraussetzung für diesen möglichen Aufstieg ist allerdings, dass der Zweitplatzierte die gleiche Punktzahl aufweist wie der aktuelle Tabellenführer.

Zehn Tage Einspruchsfrist

Heute fällt auf dem Verbandstag nun die Entscheidung. Allerdings haben die Vereine noch zehn Tage Zeit, um Einspruch einzulegen. Am Freitag, 26. Juni, will der FLVW dann in dem nächsten Schritt offiziell die Aufsteiger verkünden. Die Meldefrist für die kommende Spielzeit endet am 15. Juli. Sobald feststeht, in welchen Ligen aufgrund von Rückzügen noch Plätze frei sind, wird der Verband über die Nachrücker entscheiden. Und erst dann ist die unvollendete Saison 2019/2020 wirklich Geschichte.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Fußball
Termin steht: Der Fußballnachwuchs plant den ersten Anpfiff nach dem Corona-Shutdown
Meistgelesen