Coronavirus: Landessportbund kämpft um Soforthilfefonds für Sportvereine

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Die durch die Corona-Krise entstandene Sportpause trifft natürlich auch die heimischen Vereine. Der Landessportbund stellt nun finanzielle Hilfen in Aussicht.

Kreis Unna

, 24.03.2020, 12:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Landessportbund (LSB) NRW hat die durch das Corona-Virus entstandene extreme Situation der Sportvereine im Kreis Unna und in NRW erkannt und ist mit der Staatskanzlei in Düsseldorf in ständigem Kontakt. Er verhandelt zur Zeit sowohl über einen Soforthilfefonds als auch über mittel- und langfristige Unterstützungsleistungen.

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Für eine erfolgreiche Verhandlung mit der Landesregierung braucht der LSB eine Rückmeldung aus den Kreisen und Städten ob und in welchem Ausmaß es bereits kurzfristig erkennbare existenzielle Notlagen von Sportvereinen aus dem Kreis Unna gibt. Die heimischen Vereine, auf die das zutrifft, sollten sich beim KSB melden unter:

servicebuero@ksb-unna.de

m.hartmann@ksb-unna.de

„Im Kreis Unna wird die finanzielle Situation der meisten Vereine sicher nicht sehr dramatisch, denn das gilt eher für die, die fest angestellte Trainer beschäftigen und davon haben wir nur wenige“, sagt Matthias Hartmann, Geschäftsführer des KSB. Bisher habe sich auch noch kein Verein gemeldet. „Doch das kann sich ändern, denn niemand weiß, wie lange der Sport wegen des Virus noch ruht.“

Dem Kreissportbund selbst, auch ein eingetragener Verein, sind indes auch fest eingeplante Einnahmen weggebrochen. „So mussten wir zum Beispiel unsere ausgebuchte Skifreizeit absagen“, sagt Hartmann. Gut möglich also, dass sich auch der KreisSportBund selbst an den LSB richtet und um finanzielle Unterstützung bittet.

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Des Weiteren gehen in der Geschäftsstelle des KSB immer wieder Anrufe von Sportvereinen ein, die sich mit der Forderung von Mitgliedern auseinandersetzen müssen, die auf Grund der eingestellten Leistungen des Vereins Teilrückzahlungen der Vereinsbeiträge fordern. Um dem entgegenzuwirken, hat der KSB einen Brief formuliert, den alle Vereine des Kreises an ihre Mitglieder schicken können. Inhaltlich geht es in dem Schreiben vor allem darum, dass die Mitglieder darum gebeten werden, sich in Geduld zu üben.

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„Auch wenn wir einige Wochen lang keine Kursteilnahme ermöglichen und keinen Sportraum zur Verfügung stellen können, sollten wir diese schwierige Phase als solidarische Gemeinschaft überstehen. Das kann aber nur funktionieren, wenn wir dank Ihrer unverändert fließenden Beiträge die verschiedenen ganzjährig laufenden Kosten (von Personal bis Versicherungen) decken können“, heißt es in dem Brief.

Vereine reagieren noch zurückhaltend

Der TVG Kaiserau hat bisher nicht die Absicht, die Hilfe des LSB in Anspruch zu nehmen. „Es ist noch zu früh, um zu entscheiden, ob wir Fördergelder beantragen. Der Verein ist auch gut aufgestellt. Von Mitgliedern, die Beiträge kürzen oder ganz einbehalten wollen, ist mir nichts bekannt“, sagt Vorsitzender Michael Krause. Einnahmeverluste sind aber durch die Absage des Kamener Volkslaufs (1. Mai) entstanden. Die schon eingegangenen Startgelder werden erstattet. Gefährdet sei auch der Triathlon, der am 14. Juni über die Bühne gehen soll. „Bisher haben wir ihn noch nicht abgesagt, doch große Hoffnung habe ich nicht“, meint Krause.

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Auch bei den Schwimmfreunden Unna ist die LSB-Aktion kein aktuelles Thema. „Ohne Frage eine sehr lobenwerte Sache, doch noch kann man ja die Situation ja gar nicht richtig einschätzen“, sagt SFU-Vorsitzender Erhard Münstermann. Um eine Reduzierung oder Aussetzung des Beitrags habe auch noch niemand gebeten. Veranstaltungen seien durch das Coronavirus nicht bedroht, die nächste ist erst für das Jahresende geplant.

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