Coronakrise: Den Handballern läuft die Zeit davon

dzHandball

Maximal zwei Spieltage sind bei den heimischen Handballern durchgeführt worden. Es ist fraglich, ob die Meisterschaftssaison 20/21 wieder aufgenommen werden kann.

Kreis Unna

, 21.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Handballer hängen in der Luft, wissen überhaupt nicht, wo sie stehen. Maximal zwei Spiele der Saison 20/21 sind bisher absolviert worden - seit Mitte Oktober ruht der Spielbetrieb. Wann und ob überhaupt es weitergeht, ist offen. Der Handballverband Westfalen (HVW), zuständig für die Landes- bis Oberligen, hat in dieser Woche per Videokonferenzen Staffeltage durchgeführt, um die Meinung der Vereinsverantwortlichen einzuholen. Klar ist: In diesem Jahr wird nicht mehr gespielt, das stand in den Kreisen schon vorher fest.

Jetzt lesen

Positiv dürfte sich auswirken, dass die spielleitenden Stellen die Ligen schon vor dem Saisonstart in zwei Gruppen aufgeteilt haben. „Das verschafft uns zeitlich ein wenig Spielraum“, sagt Wilhelm Barnhusen, Präsident des HVW. Ob der ausreicht, um die Spielzeit planmäßig über die Bühne zu bekommen, ist fraglich. Die weitere Entwicklung des Coronavirus muss abgewartet werden. Ein Risiko, möglicherweise sogar auf Kosten der Gesundheit, will niemand eingehen.

Jetzt lesen

Doch, wie sieht es nun in den Vereinen aus? Trainieren kann keiner, die Städte und Gemeinden haben die Sporthallen einheitlich geschlossen. Die Spieler halten sich selbstständig fit, an Mannschaftssport ist derzeit nicht zu denken. Aufschlüsse über die Form lassen sich deshalb nicht ziehen.

Ranghöchster Verein bei den Männern ist Oberligist HC TuRa Bergkamen, der bisher nur das Heimspiel gegen den TV Soest ausgetragen hat. Gegen einen Mitfavoriten auf den Titel hielten die Rot-Weißen sehr gut mit, unterlagen „nur“ mit 26:27-Treffern. Lars Stratmann, der in der Vorbereitung überraschend Thomas Rycharski (tritt aus privaten Gründen zunächst kürzer) auf der Cheftrainerposition abgelöst hat, scheint sein Team ganz gut im Griff zu haben. Die Pause könnte den Bergkamenern vielleicht sogar in die Karten gespielt haben, denn einige Stammspieler konnten zum Auftakt nicht mitspielen. So waren Torhüter Niklas Walter (Schulter-Operation) und Top-Torjäger Pascal Terbeck (Fingerverletzung) in der Partie gegen Soest nicht dabei. Zumindest Terbeck könnte wieder trainieren - wenn die Hallen denn auf wären.

Jetzt lesen

In der Verbandsliga hat der SuS Oberaden ebenfalls nur eine Partie ausgetragen. Bei der Handballsportgemeinschaft Altenbeken/Buke setzte es eine 28:33-Pleite. Trainer Mats-Yannick Roth hat in der Sommerpause viel Wert darauf gelegt, dass der Kader in der Sommerpause auch in der Breite besser aufgestellt ist, als dies in der Vorsaison der Fall war. Mit Yannick Leniger, Tim Dittrich, Thomas Brannekämper, Julian Mosch, Simon Rodefeld und Christian Meier wurde ihm dieser Wunsch erfüllt. Zum Ziel haben sich die „Cobras“ den Klassenerhalt gesetzt. Der Staffel (2) der Verbandsliga wurden elf Team zugeordnet, die eine „normale“ Doppelrunde spielen sollen. Ob dies so bleibt, muss abgewartet werden. Bis zum 16. Mai sind die Spiele angesetzt, hält die Coronapause an, könnte dies bis zu den Sommerferien, dem allerletzten Termin, bis wann die Spielzeit beendet sein muss, sehr eng werden. Eher sieht es nach einer Aufteilung in zwei Gruppen und einem Neustart aus.

Jetzt lesen

In der Landesliga (3) stehen mit der SGH Unna Massen, VfL Kamen und SuS Oberaden II gleich zwei heimische Teams. Die SGH hat bereits zwei Spiele ausgetragen, dabei einmal gegen SuS Oberaden II (31:17) gewonnen, im Spitzenspiel beim TV Westfalia Halingen indes verloren (24:28). Der VfL Kamen setzte sich nach dem Aufstieg bei der Heimpremiere gegen die SG Ruhrtal mit 30:29 durch. Zum Klassenerhalt sollte es für das heimische Trio auf jeden Fall reichen. Die Frage ist wie in der Verbandsliga, ob die Saison nach Plan durchgeführt werden kann. Die Zeit ist knapp, es erscheint sehr wahrscheinlich, dass die Durchführungsbestimmungen geändert werden müssen.

Jetzt lesen

Die Lage in den Ligen des HVW ist also ernst. Bisher aber nur sportlich, krankeitsbedingte schwerwiegenden Vorfälle sind bisher nicht bekannt. Und das sollte allen Beteiligten das Wichtigste sein.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Fußball
Die Schamlosigkeit kennt keine Grenzen – wie Christian P. Jugendliche betrogen haben soll
Hellweger Anzeiger Betrug
Die Masche Christian P.: Wie sich ein Lügner mit persönlichen Problemen in Vereine schleicht
Hellweger Anzeiger Betrug
Die Verbände erklären, wie sich Vereine vor Lügnern und Betrügern schützen können